Lipstick and Laptop

by Liz

Meine Freundin regt sich tierisch über ihren Chef auf. Er beachtet sie kaum, interessiert sich nicht wirklich für ihre Themen und oben drauf macht er unangemessene Kommentare, kritisiert sie unverhältnismäßig oft und sehr scharf, ist aber nie für ein Gespräch bereit und scheut jeder Art der Konfrontation. Sie ist richtig frustriert. Eigentlich beschwert sie sich jedes Mal, wenn wir telefonieren, über ihren Job, ihren Chef und überhaupt – alles ist doof. Mal zweifelt sie an seinen Führungskompetenzen und dann redet sie sich wieder ein, dass sie wahrscheinlich nicht gut genug ist und seinen Ansprüchen einfach nicht gerecht werden kann. Einen normalen Umgang miteinander haben die beiden auf jedenfall nicht und es schien immer, dass sich daran auch nie etwas ändern wird.

Bis zu dem Tag, als die Neue kam: lange blonde Haare, schlanke Beine, schmale Taille und ein Dekolleté zum dahinschmelzen – so eine „90-60-90“ Frau eben. Der Chef war auf einmal wie ausgetauscht. Sagte morgens freundlich guten Tag, hielt die Türe auf, tanzte regelrecht um die neue Kollegin herum, Mittagessen hier, Besprechung da – und meine Freundin kotzte ab. „Hübsche Frauen haben es einfach leichter“, meint sie. Ist es wirklich so?

Wenn wir mal ehrlich sind, dann umgibt sich jeder gerne mit „schönen“ Menschen. Leute, die eine besondere Ausstrahlung haben, einen irgendwie mitreißen können, immer lachen oder einfach nur hübsch anzusehen sind. Schön hat nicht nur etwas mit dem äußerlichen Aussehen zu tun. Es ist das Gesamtpaket von äußerlicher Schönheit, Ausstrahlung, Charisma und Selbstbewusstsein! Ich versuche meine Freundin zu motivieren, sage ihr, wie toll sie ist, erinnere sie daran, was sie alles kann und leistet. Ich bin mit ihr shoppen gegangen, habe sie motiviert wieder mehr auf ihr Äußeres zu achten. Denn auch sie war einmal eine dieser „Bombe-Frauen“, die den Gang entlang kamen und nach der sich alle Männer und Frauen umgeschaut haben. Sie hat dieses innere Leuchten und ihr Selbstbewusstsein nur irgendwie ein wenig verloren. Nun gilt es, es wieder zu aktivieren und zu finden. Denn jeder kann strahlen, leuchten und positiv auf das Umfeld wirken. Es liegt einfach nur an unserer ganz persönlichen Einstellung und Haltung.

Ich sage daher: Ja, schöne Frauen haben es leichter! Also los, finde deine Schönheit! :)

by Liz

Den Spruch „Shut up and look expensive“ habe ich von Cloe ausgeliehen. Ich liebe ihn einfach! Ich bin selbst so oft in Situationen, wo ich ihn mir zu Herzen nehme und befolge. Und nicht selten gebe ich ihn als guten Ratschlag an Dritte weiter. Auf einem Expertentreffen neulich hätte ich diesen Satz gerne einer jungen Nachwuchskraft ans Herz gelegt.

Auf dem Treffen kam ich mit verschiedenen interessanten Leuten ins Gespräch. Es hat richtig Spaß gemacht, sich mal wieder auf Fachebene auszutauschen. Ich finde solche Runden immer wieder praktisch, weil man ohne viel Mühe abklopfen kann, wie man sich im Vergleich zu der Konkurrenz schlägt. Konkurrenz ist dabei vielleicht nicht ganz passend, denn immerhin stehen wir nicht im Wettbewerb zueinander. Aber ich finde es eben toll, wenn man seine Strategien und Maßnahmen mit denen der anderen vergleichen kann. Entweder man lernt etwas dazu, macht es beim nächsten Mal besser, oder man wird eben bestätigt – was ungemein motiviert und gut fürs Selbstbewusstsein ist.

Aber zurück zur Nachwuchskraft. Sie war sehr jung, kam direkt von der Uni, keine Berufserfahrung (das merkt man recht schnell im Gespräch, ob vorhanden oder nicht) und dennoch versuchte sie zu jedem Thema, das in der Runde angesprochen wurde, etwas zu sagen. Meistens passte es einfach nicht und alle schauten sich fragend an. Irgendjemand überspielte die Situation dann meistens und ging entweder auf ihre Geschichte ein oder begann ein neues Thema. Sie wirkte dabei so verkrampft, angespannt und das Gespräch war regelrecht erzwungen. Sie tat mir einfach nur Leid. Nix sagen und klug dreinschauen wäre auf jedenfall besser gewesen. Zustimmend den Kopf nicken, abwarten, zuhören und nur dann was sagen, wenn man inhaltlich wirklich etwas Sinnhaftes und wertiges beitragen kann. Ganz nach dem Motto „Shut up and look expensive“ eben. Ich denke, wir alle hätten sie dann viel ernster genommen und sicherlich auch interessiert zugehört. Ab und zu muss man eben das „Pokerface“ aufsetzen – machen alle so! :)

by Liz

Ich werde oft um einiges jünger geschätzt als ich bin. Eigentlich freue ich mich darüber – immerhin will man ja auch nicht älter geschätzt werden. Privat ist das alles schön und gut, aber im Berufsleben ist das nicht immer so rosig. Als Führungskraft sollte Mann wie Frau seriös und „senior“ wirken. Wie macht man das am besten, vor allem wenn man eher etwas jünger aussieht?

Auf einer Tagung neulich fiel mir eine Frau auf, die sich vom Alter her irgendwie schwer einschätzen ließ. Auf der einen Seite wirkte sie sehr jung und jugendlich, auf der anderen Seite sah sie auf eine ganz seltsame Art älter aus. Nach einer Weile hatte ich den Grund dafür gefunden, es waren ihre Kleider. Sie trug eine langweilige weiße Bluse, eine viel zu weite braun-melierte Hose, dazu einen unaufgeregter Schal (der mich an meine Oma erinnerte) und biederen Perlenschmuck. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sie mein Jahrgang war. Sie war ebenfalls Führungskraft und aus den Erzählungen heraus konnte ich ableiten, dass es ihr nicht immer einfach fällt, als solche anerkannt zu werden. Da war es wieder – das Ding mit der Seniorität! Sie versuchte ihr junges Aussehen durch ihre Kleidung und das Styling zu „vertuschen“. Ihr Ziel: ein klein bisschen älter wirken und damit mehr Seniorität ausstrahlen.

Ganz ehrlich, für mich ist das nichts! Ich möchte mich in meinem Styling nicht dermaßen anpassen müssen. Auf mich wirkt das wie eine Verkleidung. Ich versuche lieber mit Fachkompetenz und Erfahrung zu punkten. Im Gespräch merkt dein Gegenüber recht schnell, ob du Ahnung vom Thema hast oder nicht. Mich würde interessieren, ob ihr Euch darüber auch schon mal Gedanken gemacht habt? Was tut ihr, um „senior“ zu wirken?

by Liz

Ich gebe es zu, zum Jahresende war ich ganz schön ausgelaugt. Das letzte Jahr war hart und anstrengend, wir haben einige Großprojekte erfolgreich gestemmt und vieles bewegt. Leider haben wir wenig Wertschätzung erfahren, das Jahr über. Nur sehr selten hörten wir ein Lob oder erhielten Anerkennung für unsere Leistung. Privates kam oft zu kurz, der Preis für die beruflichen Erfolge war ganz schön hoch muss ich feststellen, jetzt, wo ich zurück blicke und das Jahr nochmal Revue passieren lasse. Das frustet und fördert nicht wirklich die Motivation. Ich habe das daher bei meinem letzten Gespräch mit meinem Chef ganz offen und direkt angesprochen.

Mein Chef gehört zu der Sorte „Mein Job ist mein Leben“. Er ist ein purer Workaholic. Freizeit gibt es nicht, nur im Urlaub – und selbst aus dem Urlaub erhalten wir hin und wieder Diktate und Emails. Es hat mich daher nicht wirklich überrascht, dass er mich nicht verstanden hat, als ich ihm sagte, dass ein permanentes „immer höher, weiter und schneller“ auf die Dauer nicht durchzuhalten ist und dass wir ab und zu auch mal ein Wort der Anerkennung und des Lobes brauchen. Ich habe betont, dass wir alle einen Ausgleich benötigen und nicht 24/7 funktionieren können. Seine Antwort: „Sie müssen mehr delegieren und abgeben. Überlassen sie das operative Geschäft ihren Mitarbeitern. Sie müssen mich viel häufiger begleiten und Projekte abgeben.“

Ich habe ihn mit einem großen Fragezeichen angeguckt. Abgeben? An wen denn? Häufiger auf Termine begleiten? Und wer bereitet dann diese Termine inhaltlich vor? Projekte abgeben? Auch hier frage ich mich, an wen denn? Arbeite ich tatsächlich zu operativ? Muss ich als Abteilungsleiterin mehr abgeben, weniger selber arbeiten?
Ich habe mich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. Klar höre ich ganz genau hin, wenn mein Chef mir sagt, was er konkret von mir erwartet. Es ist auch klar, dass ich seinen Ansprüchen gerecht werden möchte. Ich versuche dabei allerdings immer auch mir selbst treu zu bleiben. Das mit dem Abgeben kann ich sicherlich noch besser als bisher. Ich gebe zu, vieles selbst zu machen, da dominiert halt auch die Perfektionistin in mir. Ich denke, daran kann ich im neuen Jahr sicher arbeiten. Auch werde ich versuchen, die Projekte stärker zu priorisieren und auch mal eine Anfrage abzulehnen oder an andere Abteilungen hausintern abzugeben. Auch werde ich schauen, dass ich meinen Chef mehr begleitet, denn so bin ich näher an ihm dran und kann „meine Themen“ auch mal nebenbei auf dem Weg oder am Rande einer Veranstaltung mit ihm besprechen. Es ist sicherlich auch förderlich, wenn es darum geht, in zu beraten und ihm meine Kommunikationsstrategien zu vermitteln. In der Vergangenheit war es nicht immer einfach, an ihn ran zu kommen und oftmals beschränkte sich unsere Kommunikation auf ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel, einem Telefonat oder Austausch per Email. Ja und auch mein Privatleben soll wieder mehr Raum einnehmen. Die Work-Life-Balance ist immerhin wichtig, damit ich überhaupt zur Hochleistung auffahren kann.

Dass sind nun also meine Vorsätze für das neue Jahr – beruflich gesehen! Ich halte Euch auf dem Laufenden, ob ich es tatsächlich so durchziehen kann und wie es mir dabei ergeht.

by Liz

Meine damalige Chefin war für mich nicht nur Mentorin und Vorbild sondern auch Förderin und Unterstützerin. Von ihr habe ich viel gelernt, sie hat mich an die Hand genommen, mir aber auch Freiheit gelassen, mich auszuprobieren und weiter zu entwickeln. Wir hatte immer ein sehr gutes, vertrauensvolles Verhältnis, haben uns gegenseitig geschätzt und respektiert. Die Rollenverteilung war immer klar: sie war die Chefin, hat die Entscheidungen getroffen und den Ton angegeben; ich war ihre rechte Hand, habe alle Aufträge sorgfältig und gewissenhaft ausgeführt, mich jedoch immer sehr engagiert eingebracht und auch neue Ideen entwickelt. Wir waren ein erfolgreiches Gespann. Sie hat mir immer mehr Freiraum gelassen, damit ich mich entfalten konnte, und ich habe ihr stets den Rücken frei gehalten. Konkurrenz oder Neid gab es niemals. Auch wenn ich im Hintergrund die Fäden in der Hand hatte, Konzepte ausgearbeitet und Termine vorbereitet habe, war es für mich völlig in Ordnung, dass Sie die Repräsentation übernahm. Sie war die Chefin – wer sonst hätte gegenüber der Geschäftsführung oder externen Partnern auftreten sollen?

Mit den Jahren übernahm ich immer mehr Verantwortung, führte die Praktikanten und Werkstudenten im Team, vertrat meine Chefin während ihrer Abwesenheit bei wichtigen Terminen und gewann immer mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein im Umgang mit externen Partnern und vor allem mit der Führungsriege des Unternehmens. Ich verantwortete einen komplexen Aufgabenbereich und wurde immer besser darin. Nachdem ich immer häufiger die Leitung zusätzlicher Projekte übernahm und diese erfolgreich zu Ende brachte, wuchs in mir leise aber bemerkbar der Wunsch nach einer beruflichen Weiterentwicklung und neuen Herausforderung. Wohin es gehen und wie diese neue Zukunft aussehen sollte, wusste ich nicht. Mir wurde immer bewusster, dass ich das Unternehmen verlassen musste, um mich weiter entwickeln zu können.

Eines Tages dann, war es soweit – ich hatte mich in einem komplexen Bewerbungsverfahren durchgesetzt und eröffnete meiner Chefin die guten Nachrichten: ich war die auserwählte neue Pressesprecherin einer Stadtverwaltung und sollte in Zukunft die Abteilung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit leiten. Als ich das Wort Kündigung aussprach, wurde sie ganz blass um die Nase. Leider verhielt sie sich so ganz anders als ich es erwartet hatte. Irgendwie konnte sie sich nicht für mich freuen. Anstatt mich zu unterstützen und mir motivierende Worte mit auf den Weg zu geben, sprach aus ihr der pure Neid. Aber nicht nur dass, sie ließ es sich nicht nehmen mir zu sagen, dass sie mich nicht als Führungspersönlichkeit sieht, sondern eher eine Expertenlaufbahn für mich im Sinn hatte. Sie äußerte sich abwertend über den Job und versuchte mir einzureden, dass es keine gute Idee sei. Sie sprach mir den Job richtig madig, ich hatte manchmal das Gefühl, als gönnte sie es mir einfach nicht. Vielleicht hatte sie einfach nicht damit gerechnet, dass ich bereits für den nächsten Schritt bereit war und die Karriereleiter durchaus erklimmen konnte. Vielleicht hatte sie gehofft, mich noch ein bisschen länger „klein halten“ zu können, um ihre Position weiter ausbauen und festigen zu können. Ich könnte die Liste der Spekulationen unendlich fortführen. Ich habe schlichtweg keine Ahnung, was die wahren Gründe für ihr Verhalten waren.

Die Tatsache, dass mich meine angebliche Mentorin in diesem wichtigen Moment nicht unterstützte, machte mich erst sehr traurig und dann wütend. Wie konnte es sein, dass sie mein Talent nicht erkannte? Warum konnte sie sich nicht für mich freuen? Wieso wollte sie nicht meinen Erfolg auch als den ihren sehen? Denn immerhin war sie es, die mich in den letzten Jahren an die Hand genommen hatte, von der ich so viel lernen durfte und die mich stets förderte. Wäre es ihr lieber gewesen, dass ich eines Tages an ihrem Stuhl gesägt hätte anstatt meinen eigenen Weg zu gehen? Ich suchte immer wieder das Gespräch in der Hoffnung, ihre Zustimmung und Unterstützung für mein Vorhaben zu erhalten. Leider vollkommen vergeblich. Meine Chefin schaffte es damals leider nicht, ihren Unmut, vielleicht auch Neid oder was auch immer es war, runter zu schlucken. Sie schien mir meine Kündigung übel, ja irgendwie sogar persönlich zu nehmen. Leider kann ich ihr Verhalten bis heute nicht richtig nachvollziehen. Aber wer weiß, vielleicht verstehe ich es ja eines Tages, wenn ich einen dieser „Aha-Momente“ habe. Von so einem Moment erzähle ich das nächste Mal. :-)

Die auf meine Kündigung folgenden letzten Monate im Unternehmen stellten sich als neue Herausforderung dar. Ich wurde von großen Projekten abgezogen, vom Informationsfluss teilweise ausgeschlossen, verlor den „rechte Hand“-Status und hatte das Gefühl, die jahrelang aufgebaute Vertrauensbasis mit meiner Chefin verloren zu haben. Das war eine harte Zeit für mich, die mir wirklich an die Nieren ging. Freunde beruhigten mich und meinten, dass sei immer so, wenn man kündige. Ich versuchte damit so gut wie möglich umzugehen, schloss meine Projekte so gut es ging ab, räumte meinen Schreibtisch auf, nahm ein paar Tage frei und bereitete mich auf den neuen Job vor.

Der Abschied war letztendlich sehr herzlich und rührend. Es flossen Tränen – auch bei meiner Chefin – und wir wechselten viele Worte der Anerkennung, Wertschätzung und des Respekts, die ehrlich und aufrichtig waren. Ich war glücklich und dankbar, einen friedvollen Abschluss zu finden und verließ letztendlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge das Unternehmen, in dem ich meine ersten Schritte im Berufsleben ging, in dem ich alles lernte, was ich lernen musste um mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen zu können und mit dem ich mich so verbunden fühlte, als wäre es mein eigenes Unternehmen. Es war ein gutes, positives Gefühl und ich war bereit für meine neue Aufgabe und den neuen beruflichen Lebensabschnitt – als Führungskraft.

by Liz

Ihr habt bisher einiges aus meinem Leben als junge Führungskraft erfahren. Wie ich Führungskraft geworden bin, wisst ihr allerdings nicht. Ich dachte mir, es ist sicherlich auch einmal spannend zu hören, wie mein Weg an die Spitze aussah. Denn auch dieser Weg war nicht immer mit Rosenblättern ausgelegt. Außerdem lernt ihr mich so auch ein bisschen besser kennen.

Ich gehörte früher zu den Schülern, die zwar beliebt waren, etwas auf dem Kasten hatten, aber manchmal eben etwas länger brauchten, komplexe Sachverhalte zu erfassen. Ich kam immer ans Ziel, aber eben nicht als Erste. Entgegen der offiziellen Empfehlung schickten mich meine Eltern nach der Grundschule auf die Realschule, was sich als sehr weise und förderlich herausstellte. Denn dort gehörte ich von Anfang an zu den Schülern, die als erstes die Ziellinie überquerten. Ich führte meine Klasse als Sprecherin an und entwickelte ein gesundes Selbstbewusstsein. Es war nicht überraschend, als ich nach Abschluss der Mittleren Reife aufs Gymnasium wechselte. Dort musste ich zwar einiges aufholen, konnte aber mithalten und ein gutes Abitur hinlegen.

Anders als viele meiner Freunde begann ich nicht sofort zu studieren, ich entschied mich erstmal für ein Jahrespraktikum in einem Verlag. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Ich lernte dort so viel Grundlegendes, arbeitete mich vom Archiv langsam hoch, in die Text- und Bildredaktion, schrieb erst kleine Beiträge und später ganze Artikel für die Magazine, die im Verlag erschienen. Ich konnte mein Hobby und meine Leidenschaft, das Fotografieren, einbinden und wurde gegen Ende meines Praktikums sogar als Redakteurin entsandt um für einen Beitrag zu recherchieren, zu fotografieren und dann darüber zu schreiben. Es war eine großartige Zeit.

Nach meinem Jahrespraktikum im Verlag nutzte ich die Chance, für ein Jahr als Au-Pair in die USA zu gehen. Auch dieses Jahr war sehr prägend für mich – vielleicht weniger aus beruflicher Sicht, aber dafür umso mehr was meine Persönlichkeit angeht. Ich ging nebenbei aufs College, erkundete das Land und fing an auf Englisch zu träumen. Während dieser Zeit wurde mir immer klarer, dass ich Medienwissenschaften studieren wollte. Und das setzte ich nach meiner Rückkehr aus den USA dann auch um. Praktika und Praxiserfahrungen waren Voraussetzung und wurden auch während des Studiums gefordert. So konnte ich in verschiedene Branchen und Bereiche Einblicke erhalten und mich ausprobieren. Wenn mich heute junge Menschen um Rat fragen, empfehle ich ihnen immer wärmstens, während des Studiums so viele Praktika wie möglich zu absolvieren. Es ist so viel leichter herauszufinden, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, welche Themen einen am meisten interessieren und was einem Spaß macht. Nur wer seine Arbeit liebt und gern macht, kann Hochleistungen erbringen!

Mein Weg führte mich in die Automobilindustrie. Ich fing als Praktikantin an, wurde ständige Werkstudentin, schrieb meine Diplomarbeit im Unternehmen und wurde schließlich direkt nach meinem Studium übernommen. Das klingt alles so einfach, war es aber nicht immer. Ich habe hart gearbeitet, im Studium wie im Job, um den Weg so gehen zu können. Aber ich war schon immer sehr engagiert in allem was ich anpackte. Mir machte die Arbeit Spaß und ich wusste, es war eine große Chance, die Wissenschaft mit der Praxis zu verbinden. Ich konnte meine Erfahrungen aus der Praxis bei den Klausuren und Prüfungen einbringen und profitierte im Job von dem Fachwissen, das ich im Studium erlangte. Ich denke, es gehört sicherlich auch immer ein bisschen Glück dazu und Menschen, die dein Talent erkennen und dich unterstützen.

Weiter gehts morgen….