Lipstick and Laptop

by Helen

Über das lange Wochenende habe ich mir eine Auszeit gegönnt (Citytrip, eurpäische Metropole, Ernährungsumstellung auf Pizza, Pasta und Pistazieneis). Die Fluggesellschaft war so nett, kostenlose Zeitschriften zu verteilen und so – ganz in relaxter Urlaubsstimmung – griff ich nach einer Frauenzeitschrift. Wohlgemerkt einer Frauenzeitschrift des gehobeneren Segments (ohne Herzblattgeschichten und Kreuzworträtsel). Genüsslich blättert ich durch die Modestrecken und Parfumpröbchen, bis ein Artikel mir ins Auge fiel: Powerfrauen, die sich mit einer tollen Geschäftsidee erfolgreich selbstständig gemacht haben (weil sie durch äußere schwierige Umstände daszu gezwungen waren).

Als kleine Hinleitung zum Thema wurde in ein paar Sätzchen erörtet, warum Frau denn auf die Idee kommen könnte ihrer (Standard-Firma-Angestellten) Karriere, eine so radikale Wendung zu geben. Und da stand dann geschrieben, dass ja durchaus ein Schicksalsschlag passieren kann oder ein Kind das Leben verändert und Frau dann eben gezwungen ist, neue Wege zu gehen. Alles schön und gut, aber warum ist das in unserer heutigen Gesellschaft schon gleichzusetzen mit einem “Schicksalsschlag”, wenn Frau ein Kind bekommt? Warum finden es sogar Frauenzeitschriften  selbstverständlich, dass eine Weiterverfolgung der ursprünglichen Karriere dann nicht mehr möglich ist? Hat mich mal wieder genervt! Ich finde es ja wirklich toll, wenn Frauen (eigentlich Menschen im allgemeinen) sich selbstständig machen und davon dann auch noch leben können, aber warum muss man das so hervorheben, als sei dies ein nettes Nebenprodukt, weil Frau nach Geburt für den “normalen” Arbeitsmarkt nicht mehr zu gebrauchen war? Selbstverständlich wäre es doch eigentlich, dass Frau alle Wege offen stehen. Oder seh nur ich das so?