Lipstick and Laptop

by Lipstick&Laptop Dream Team

Entfernte (ältere) Kollegin: “Wie heisst denn eigentlich das erste Halbfinale?”

Kollegen: “???”

Entfernte (ältere) Kollegin: “Na das Halbfinale, vor dem Halbfinale?”

Kollegen:”???”

Entfernte (ältere) Kollegin: “Na das, das heute Abend ist.”

Kollegen: “Viertelfinale!!!”

In diesem Sinne: Schönes Wochenende! Bussi Helen, Cloe und Liz

by Helen

Mein Job im Konzern fühlt sich im Moment an wie eine Sinuskurve. An einem Tag bin ich völlig entnervt von all der Politik und der Langsamkeit und dem Ignorieren von Notwendigkeiten und dem ewig, alten, gleichen Trott und dem “das-haben-wir-immer-schon-so-gemacht” und….. (oh je – alleine das drüber Schreiben nervt mich).
Und dann kommen doch wieder Lichtblicke. Gestern war ich echt entnervt. Mal wieder so eine Aktion, die einen auf die Palme bringt. Irgendeiner meinte, meinem Chef Zahlen zeigen zu müssen, die mein Team betreffen aber nicht mit mir abgestimmt waren. So dass ich in Folge dessen wieder meinen Tag damit verbringen durfte meinem Chef zu erklären, wieso die Zahlen nicht stimmen. (Der schlechte Geschmack im Mund, warum sich der Kollege nicht mit mir abgestimmt hat, bleibt aber trotzdem). Am Nachmittag des selben Tages dann die nächste “Freude”. Das Facility Management will mehr Platz für neue Büros gewinnen und wir sollen Büroflächen räumen bzw. verkleinern. Wir “säßen ja eh wie in einem Tanzsaal”.
Darauf resultierte dann die nächste tolle Aufgabe des Tages: Beweisen, dass wir den Platz brauchen. Zeigen, wieviele Mitarbeiter dauerhaft oder in Teilzeit wie, wo und wann sitzen. Und damit wieder die ewig bohrende Fragen: Was hat das mit meinem Job zu tun?

Die Wendung:
Mein Kollege schickte mir per mail eine Einladung zu einem Meeting mit dem besagten Facility Management.
Kollege: “Mit der Bitte um Ihre Teilnahme an der Abstimmung zwecks Flächenbedarf.”
Ich (konnte ich mir nicht verkneifen): “Nehme gerne teil. Mit oder ohne Tanzschuhe?”
Heute morgen im e-mail Eingang las ich die Antwort und lachte mich echt kaputt.
Kollege (sehr trocken): “Bitte mit Ballettschuhen – in Sachen Zukunftsorientierung !!! Ballettänzer brauchen weniger Platz…”

by Helen

126 – so viele Bundestagsabgeordnete der Koalitionsparteien waren am vergangenen Freitag nicht zur Lesung des ersten Gesetzesentwurf für das Betreuungsgeld erschienen. Glückwunsch an diese 126 von mir!
Außerdem auch Glückwunsch an die Mitglieder der Opposition, die nach der Hammelsprung Abstimmung nicht wieder im Saal erschienen sind.
Über das Wochenende habe ich mir ein Statement zum Thema Betreuungsgeld für die übrigen noch hin- und her wankenden 211 gemacht:

Liebe 211 Mitglieder des Bundestages, die am 15.06.2012 nachmittags trotz strahlend schönem Wetter noch an ihrem Arbeitsplatz im Bundestag anwesend waren,

zunächst einmal lobe ich Sie für diesen Einsatz und diese vorbildliche Erfüllung des Jobs als Parlamentarier, nämlich dann und wann eben dort – im Parlament – auch mal aufzutauchen. Hier endet jedoch mein Lob an Sie.
Ich habe nämlich einen Wunsch (Koalitionsvertrag hin oder her): Bitte denkt noch einmal über dieses bescheuerte noch nicht ganz durchdachte Betreuungsgeld nach.

Ja, sogar ich muss zugeben, dass dies ein ziemlich cleverer Trick ist, um sich nicht um den Kita Ausbau kümmern zu müssen. So ein Kita Platz ist ja auch verdammt teuer, viel teurer jedenfalls als dies 150 Euro, die ihr uns Frauen (klar weiß ich dass es auch Männer gibt, die ihre Kinder betreuen, aber diese Anzahl ist so gering, dass ich sie jetzt der Einfachheit halber mal unter den Tisch fallen lasse)  zu zahlen gedenkt, wenn wir lieber insgesamt drei Jahre nach der Geburt unseres Kindes daheim bleiben, statt es in eine öffentliche Betreuungseinrichtung zu geben. Aber schauen wir uns doch mal an, welche Typen von Frauen es da draußen gibt:

Mutti 1: Hat einen Job, der ihr keinen Spaß macht und ziemlich anstrengend ist und noch dazu nicht wirklich viel in die Familienkasse bringt (sie ist gar selbst Erzieherin, arbeitet bei Rewe an der Kasse oder in einem Altersheim). Ihr Mann verdient als Mechaniker am Band im Schichtbetrieb das dreifache von ihr. Durch Ehegattensplitting ist ihr Job nur noch ein lächerliches Taschengeld. Durch das erste Kind, Kindergeld, Familienmitversicherung und Steuerfreibetrag rechnet sich ihre Arbeit sowieso nicht mehr. Klar das Betreuungsgeld ist ein Bonbon on top, dass sie gerne mitnimmt. In den Job zurückzukehren würde sich für sie allerdings sowieso nicht lohnen, zumindest solange noch Kinder in der Ausbildung sind.

Mutti 2: Mag ihren Job ganz gern und verdient sogar ok (sie ist Sozialpädagogin in einer Behinderteneinrichtung, Innenarchitektin oder freie Redakteurin bei einem Stadtmagazin). Ihr Mann verdient als Abteilungsleiter sehr gut, so dass das Ehegattensplitting ein bisschen was abwirft, während ihr Gehalt dennoch weiterhin nennenswert ist. Da sie ihren Job mag, wäre sie nie auf die Idee gekommen nicht mehr zu arbeiten und auch als sie ihr erstes Kind bekommt, hat sie ein mulmiges Gefühl dabei, ein Jahr in Elternzeit zu gehen. Das erste Jahr mit dem Baby verfliegt wie im Flug und ihr Job fehlt ihr immer weniger. Ihr Mann hatte eigentlich vor gehabt die zwei Vätermonate zu nehmen, doch in letzter Minute kommt ein wichtiger Auftrag eines Großkunden dazwischen. Eigentlich hätte Mutti 2 während dieser zwei Monate langsam wieder in ihren Job einsteigen wollen. Eigentlich. Doch jetzt steht sie alleine da, ihr Gatte ist in Singapur und den Traumkrippenplatz hat sie auch nicht bekommen. Soll sie ihr Kind jetzt in eine andere Einrichtung geben ohne richtige Eingewöhnungszeit? Sie entscheidet zum Wohle des Kindes ein weiteres Jahr daheim zu bleiben. Die 150 Euro sind ihr völlig wurscht. Was zählt Geld, wenn es um das Wohlergehen des wichtigsten Menschen auf der Welt geht?

Mutti 3: Verdient auf gut-deutsch sauviel. Hat eine mega Karriere hingelegt. Keiner weiss so recht, was ihr Mann eigentlich arbeitet und es ist auch egal, da Mutti 3 soviel Geld verdient, dass das Einkommen ihres Mannes, egal ob wenig oder viel, nicht relevant für sie ist. Sie bekommt ein Kind und lässt es entweder Privat betreuen, betreut es selbst zu Hause, stellt eine Nanny ein, gibt es in eine tolle Krippe, ihr Mann betreut es oder sie nimmt es mit in Meetings und stillt es vor dem gesamten Executive Committee. Egal was sie tut, eines ist sicher, sie wird sich doch nicht von lächerlichen 150 Ocken beeinflussen lassen, wie sie ihr Leben gestaltet!

Was lernen wir aus diesen drei Geschichten (und den zahlreichen anderen Geschichten da draußen)? Das Betreuungsgeld löst nicht die elementaren Probleme, die Frauen und Familien heute haben. Es ist eine Kurzschlussreaktion, die komplett an der deutschen Realität vorbei geht. Es kommt zu Mitnahmeeffekten von Geld, das an vielen anden Stellen viel, viel besser eingesetzt wäre! Daher habe ich die Petition gegen das Betreuungsgeld unterschrieben.

by Helen

Insbesondere für meinen alten Job war ich ständig auf Achse. Zuerst hört sich das ja toll an. Wichtig! Ich! Geschäftsreise! Ist es auch. Man bereist Orte, die man ohne den Job vielleicht nie kennen gelernt hätte – und man muss noch nicht mal dafür zahlen.
Leider lernt man auch Orte kennen, die man vielleicht nie kennen lernen wollte (Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg) oder Orte, bei denen man länger unterwegs war, als dann vor Ort (Bangalore, Indien). Außerdem ernährt man sich schlecht (Meetingkekse!)…
Und man darf auch nicht vergessen Business Trips sind kein Urlaub. Oft hat man keine Zeit und hockt in einem dunklen Verlies – aka Meetingraum und kriegt nix mit von der Welt. Einmal war ich eine Woche in Paris und habe nichtmal den Eifelturm gesehen. Damit euch das nicht so geht motiviere ich euch hiermit euch Paris anzusehen. Bitte folgen…

by Helen

Ich arbeite in einem der oberen Stockwerke des Bürogebäudes. Ich fahre viel Aufzug. Dabei überhört man viele, viele interessante Gespräche.
Heute zum Beispiel mal wieder:

7. Stock:
Zwei Männer steigen zu. Beide mit besorgter, ernster Miene.
Zusteiger 1 (leicht irritiert): “Das geht so einfach nicht, so wird das nie was!”
Zusteiger 2 (schon eher resigniert): “Und die Präsentation, die die da abgeliefert haben…” (er schüttelt verzargt den Kopf, um seine Worte zu unterstreichen)
Zusteiger 1: “Ja, da merkt man einfach was das Problem ist. Die haben einfach keinen richtigen Chef!”

4. Stock:
Mittlerweile ist meine Neugier geweckt und ich bin wirklich gespannt, um welchen unserer Lieferanten es hier wohl gehen kann, der diesen Herren so gründlich den Arbeitstag verhagelt hat.

2. Stock:
Zusteiger 2 (nach Gedankenschwangerer Pause sehr düster, fast schon verzweifelt): “Ja, das ist ist es! Denen fehlt ein richtiger Chef, so einer wie der Matthäus damals.”
Zusteiger 1 (abschließend): “Die EM können wir jedenfalls vergessen!”

Erdgeschoß!

Na hoffentlich erfüllen sich diese düstere Prophezeiungen nicht!
In diesem Sinne – guten Anstoß wünscht Helen.

by Helen

“Managermeeting” der Führungskräfte meines Bereichs: mein Kollegenkreis stimmt eine To Do Liste ab, die in den letzten Monaten abzuarbeiten war.

Beim dritten Punkt bleiben wir hängen.
Kollege 1: “Na, das Thema hat sich ja jetzt wohl von selbst erledigt.”
Kollege 2: “Ja aber gemacht haben wir es nicht!”
Kollege 3 (schmunzenld): “Nee, das haben wir geschickt ausgesessen.”
Kollege 1 (verteidigend): “Naja, ein bisschen was gemacht haben wir ja aber schon!”
Kollege 3 (weiterhin schmunzelnd): “Stimmt, wir sind aktiv gesessen.”

Motivation! Chaka! Schöne Woche wünscht Helen.