Lipstick and Laptop
by Helen
Erstmal: Ich bin keine “Frühstücks-Person”. Ihr wisst schon, diese Meschen (ja, auch Frühstücks-Personen sind Menschen), die so Sätze sagen wie:
“Wenn ich aufstehe, fühl ich mich ganz schwach und brauch erstmal was zu Essen.”
oder
“Frühstück? Das ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.”
oder
“Frühstücke wie ein König…bla bla bla”
Brezel und Latte Macchiato

Erstmal frühstücken...

Wenn ich frühstücke dann kann das nur zwei Gründe haben:

1) Es ist 11 Uhr, ich bin gerade gejoggt und eine Runde im Pool geschwommen und komme an einen herrlich-gedeckten Frühstückstisch mit frischen eisgekühlten vollreifen Pfirsischen (oder Kirschen oder Mangos oder….) und frisches Brot und….ok ich hör auf. Mit anderen Worten: ich bin im Urlaub!

2) Ich bin auf einer zwei tägigen Klausur und gönne mir fünf Minuten mit Butterbreze und Latte, bevor es losgeht (und mit “es” meine ich den Wahnsinn, der auf Klausuren so überlicherweise stattfindet)

Und nun dürft ihr raten: Urlaub oder Wahnsinn?

Die gute Nachricht ist: ihr bekommt den brühwarmen Wahnsinn demnächst hier zu lesen ;-) !

by Liz

In meinem Job bin ich erfolgreich. Mein Weg bisher war weder leicht noch bin ich besonders privilegiert. Harte Arbeit, Fleiß, Durchhaltevermögen und der starke Wille, einmal besser dazustehen, als die eigenen Eltern – das ist es, was mich stets angetrieben hat.
Während dem Studium, der zahleichen Praktika und Auslandsaufenthalten, hatte ich stets die Unterstützung meiner Familie und Freunde. Das änderte sich langsam und zunächst fast unmerklich mit dem ersten festen Job. Lange Arbeitstage, weniger Zeit für Freunde und Familie – das stieß auf Unverständnis, wurde langfristig aber so hingenommen, man arrangiert sich eben, passt sich an.

Dann bin ich die Karriereleiter eine Stufe empor gestiegen – nicht weit hinauf, einfach nur auf die nächste Stufe, Teamleitung mit Personalverantwortung. Und plötzlich wurde das eigene, engste, persönliche Umfeld zur Krabbenkorb-Nummer. Zweifel, Ängste, Sorgen prägten die Konversationen mit meinen Freunden und meiner Familie: „Hast du dich nicht überschätzt?“, „bist du sicher, du packst das?“, „ist das nicht eine Nummer zu groß für dich?“.
Und diese Fragen, ja diese ganz offenkundigen Zweifel wurden nicht von „neidischen Kollegen“ ausgesprochen, sondern von Freunden und von der eigenen Familie. Das hat mich erst einmal umgehauen. Zugegeben habe ich das niemals! Nach außen war ich immer selbstbewusst und habe mich nicht irritieren lassen, bin meinen Weg gerade und mit starken Schritten voran gegangen. Aber abends, alleine im Bett liegend, sind mir diese Worte wieder durch den Kopf gegangen. Wieder und wieder… Sollte ich die Zweifel und Bedenken ernst nehmen? War da was dran? Meine Familie kennt mich am besten, sie wollen immer nur mein Bestes! Sollte ich ihre Sorgen ernst nehmen? Übertreibe ich es vielleicht? Überschätze ich mich? Gedanken über Gedanken in meinem stillen Kämmerlein… Gedanken, von denen keiner etwas wusste, von denen keiner wissen sollte.

Eigentlich war ich doch stolz, ich hatte mein erstes Etappenziel erreicht, ich war die Führungskraft geworden, die ich immer werden wollte. Klar, die ersten Monate waren kein Kinderspiel. Das weiß jeder! Neue Strukturen, neue Vorgesetzte, neue Kollegen, andere Prozesse, andere Unternehmenskultur… So vieles, auf das man sich einstellen muss. Dazu kommt der Druck, den man sich selber macht, denn immerhin will man beweisen, dass man verdienterweise diesen Job bekommen hat, dass man „die Richtige“ ist. Klar gab es da viele Tage, an denen ich abends vollkommen fix und fertig einfach nur regungslos auf der Couch lag. Was sage ich da, Tage!?? Eher Wochen und Monate…

Um zum eigentlichen Punkt zurück zu kommen: Hier ging die Krabbenkorb-Nummer erst richtig los. Meine Familie hat mich besorgt angesehen, „Liz, Du hast dich verändert. Der Job ist zu viel für dich, du hast dich doch überschätzt. Das mit der Führungsposition war vielleicht doch nicht das Richtige!?“. Der Sog zurück in den Krabbenkorb wurde stärker und ich versuchte mit Mühe und Not, mich oben am Korb-Rand zu halten, mich nicht hinunter ziehen zu lassen.

Wie kommt man aus dieser massiven Krabbenkorb-Nummer raus? Diese Frage habe ich mir wieder und wieder gestellt, fast verzweifelt bin ich daran… Letztendlich habe ich mich verstärkt mit den Freunden getroffen und ausgetauscht, die die gleichen Ambitionen und das gleiche Potential hatten wir ich. Wir haben uns regelmäßig getroffen, ausgetauscht, um Rat gebeten und uns auch einfach mal nur ausgekotzt. Das war’s! Mehr brauchte es nicht!

Stark, selbstbewusst und zielgerichtet war ich schon immer. Was gefehlt hatte, waren Menschen an meiner Seite, die meine Ziele und Ambitionen nachvollziehen und verstehen konnten, die diesen Weg teilten und ihn selber gehen wollten. Sie haben mich in meinem Weg bestätigt, haben mich bekräftigt und haben mir Mut gemacht, diesen Weg weiter zu gehen. Wir haben festgestellt, dass wir alle die gleichen oder ähnlichen „Probleme“ hatten, – auch mit meiner Familien-Krabbenkorb-Nummer stand ich nicht alleine da! Sie haben mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin und dass ich alles schaffen kann, wenn ich es nur wirklich will.

Danke Helen und Cloe – ihr beide gehört genau zu diesem Kreis. Ohne Euch, hätte ich zwischendurch vielleicht aufgegeben. Now up to the next level!!! :)

by Cloe

Wie versprochen die Anekdoten: Klein-Cloe vertieft an wichtigen Aufgaben in der Rolle der Assistenz der Geschäftsführung inmitten einer süddeutschen Ortschaft, inmitten einer männerdominierten Branche und inmitten einer privat eher mit konservativen Werten geführten gesellschaftlichen Struktur. Ein vielbeschäftigter Projektleiter, der selten am Standort war, legte mir hektisch ein Paket voller Kuchenstücke auf den Tisch, sagte kurz seinen Namen, in welchem Raum er die Kuchenstücke mit Kaffee für 15 Personen bräuchte und verschwand. Ich hatte diesen Menschen vielleicht 2 Mal gesehen, mehr jedoch nicht und wusste auch nicht, wer er war. Ich bin mir an dieser Stelle bestimmt nicht zu schade Kaffee für Kunden zu machen – im Gegenteil – in mir fließt absolutes Unternehmertum-Blut und dies bedeutet auch, den besten Kaffee den Kunden servieren zu können – egal in welcher Position. Mir schoss nur folgendes durch den Kopf: Er kennt mich nicht, es sitzen in diesem Raum noch weitere 10 männliche Kollegen und die Dinger landen doch tatsächlich auf meinem Tisch… Es fehlte ja sogar die konkrete Bitte um Hilfe und die kurze Anerkennung, dass dies sicher nicht mein Job sei, er sich jedoch über Unterstützung freuen würde. Total verdattert unterstütze ich den Herren, versuchte ihm  jedoch irgendwie klar zu machen, dass mein Chef wichtige aufbereitete Finanzdaten von mir derzeit erwarte und dass es für solche Unterstützung gewiss Regelungen in seinem Bereich gäbe. Mir fehlte schlicht die Zeit und mir dämmerte es, dass  er mich als Pauschal-Sekretärin für sämtliche Kaffeedienste in Zukunft in Anspruch nehmen wollte. Das machte er auch sehr deutlich und der Stress war vorprogrammiert. Sich zu erklären war nicht schön, aber wir beide mussten den Tatsachen dann ins Auge sehen. Irgendwie sprach sich die ganze Sache wohl rum und plötzlich stand der eine oder andere Familienvater und Ingenieur ganz ungläubig vor meinem Tisch mit direkter Frage: “Sag mal, bist du jetzt so etwas wie eine “Karriere-Frau” und was sind hier so deine Aufgaben?” Es war wie die Begegnung mit der dritten Art, in meinem Bereich gab es scheinbar nur das Modell Männer mit Kindern und ihren Hausfrauen zuhause. Die Aufklärungsarbeit war mühevoll und gefühlt habe ich mich selber mehr als verwirrt, ich war mir selber nicht mal sicher was überhaupt eine Karriere-Frau ist, ich wollte nur meinen Job gut machen. Der Abgleich meiner Erziehung und meiner studentischen Erfolge weltweit bisher, passte jedoch einfach nicht zum „Welcome“ meiner Kollegen… aber mit Geduld und gegenseitigem Verständnis ging auch dies zu klären… :)

Ein weiteres Mal  und in einer anderen Firma, ebenso einen wichtigen Schritt auf der Karriereleiter weiter höher mit eigenem verantwortungsvollen Aufgabengebiet als Managerin, kam ein etwas älterer männlicher Kunde in mein Büro, welches ich mir mit dem Vertriebsleiter und seiner Sekretärin teile. Hier herrschte grundsätzlich Taubenschlag, ich schaute also höflich von meinem Computer hoch und nickte zur Begrüßung, ich wollte nicht mit jedem Small-talk starten, sonst würde ich mit meiner Arbeit nie fertig werden. Mein Kollege begrüßte den Herrn und sagte, dass seine Sekretärin gerade krank sei – sie müssten sich einen Kaffee selber schnell aus der Küche holen und in das Meeting gehen, das sei hoffentlich kein Problem. Der etwas ältere Herr hatte dann wirklich Schnappatmung bekommen, ist rot angelaufen und hat mit einem MEGA-strengen Blick in meine Richtung geschaut und diesen Satz ausgesprochen, den ich nie vergessen werde: „Sie als Sekretärin können hierbei noch ruhig sitzen bleiben und mich meinen Kaffee selber holen lassen?“ Er war wirklich entsetzt. Mein Kollege hat suverän die Situation geklärt, dass ich eben nicht seine Sekretärin sei uns einander vorgestellt. Hat geholfen. Die Krönung: Beide haben dann mir einen Kaffee mitgebracht :) .

Es zeigt mir: Die Steinzeit lauert auch heute noch überall, gegen unsere einprogrammierten Stereotypen ist einfach spontan kein Kraut gewachsen… Also locker bleiben und miteinander reden, reden und reden. Am Besten beim Kaffee :)

by Cloe

Bringen wir es doch mal auf den Punkt: jede Frau, die grob plus/ minus nach 1975 geboren wurde, ist schon lange auch per Gesetz gesellschaftlich prima verankert, absolut gleichberechtigt aufgewachsen und sollte im Grunde keine Spur von Benachteiligung im ganz großen Stil erfahren haben. Blick auf unser aller jüngste Vergangenheit: wir alle haben den Krabbelkreis, Kindergarten, Schule und Ausbildung, ggf. Studium hinter uns gebracht – hier werden Mädels wie Jungen nach denselben Prüfungsinhalten und –kriterien geprüft. Lehrer sind pädagogisch im Bestfall optimal geschult, um die Individualität jedes Schülers zu fördern und auf das (ja, auch berufliche) Leben vorzubereiten. In Studien wird erkennbar, dass Mädchen in der schulischen und studentischen Laufbahn sogar im Durchschnitt die Fleißigeren sind, notentechnisch sogar viel besser abschneiden. Fazit: Girls janz weit vorn, ihnen steht die Welt offen. Und mal ehrlich, keinem Elternteil würde es an dieser Stelle auch noch im Traum einfallen ihrer Tochter blockierende und verwirrende Ansichten wie „Du brauchst dich in der Schule nicht anstrengen, du landest doch eh als Hausfrau mit Kindern hinter dem Herd“ oder „deine Noten in der Schule sind schlecht – macht doch nichts – bald versorgt dich doch ein oberwichtiger und viel kompetenter/ intelligenter Mann finanziell“, einzutrichtern… Als Frau, und da spreche ich aus eigener Erfahrung ist man in den ersten 25 Lebensjahren eh viel zu sehr damit beschäftigt sich zu bilden, seinen Weg zu finden, sich selber zu verstehen und sich mit Mädels wie Jungs gleichen Alters auseinander zu setzen. Speziell frauenfeindlich merkwürdige Situationen sind sicher auch zu finden, aber vielleicht leichter aus dem Weg zu gehen oder zu vergessen – das Leben ändert sich einfach zu schnell.
Doch irgendwann kommt eine grobe Settle-Phase, in der auch Frau längere Zeit an einem Ort beruflich hängen bleibt. Die einen früher, die anderen später. Ab jetzt werden im Job auch die Männer auf einen aufmerksam was da die junge Frau denn nun so mittelfristig vor hat. Hat sie ein Studium wird es für das Umfeld spannend. Will sie nur sehr gut ausgebildet eine Assistenzfunktion für immer wahrnehmen, eine interessante Expertenlaufbahn einschlagen oder doch gar Führungs- und Managementaufgaben wahrnehmen? Ab dem Alter 26/27 wird es dann spannend für alle Beteiligte drum rum. Als Mädel macht man noch fleißig seinen Job, will inhaltlich lernen, ist wissbegierig und stochert auch im Privaten oft noch in der Findungsphase rum. In dieser Phase sind mir zwei faszinierende, aber auch zutiefst verwirrende Dinge passiert, die schlicht die Steinzeit wieder in das fortschrittliche „Heute“ katapultieren… see Teil 2 tomorrow :)

by Liz

Puhhhh, der Bewerbungs-Marathon ist zu Ende – und ich melde mich zurück, mit neuen Geschichten und Anekdoten im Gepäck. Hinter mir liegen mindestens 20 Bewerbungsgespräche, zwei bis drei Gesprächsrunden pro engeren Kandidat und jede Menge neuer Erkenntnisse und Erfahrungen. Bisher war ich es, die sich um einen Job beworben hat und den vielen Fragen stellen musste. Nun saß ich mehr oder weniger zum ersten Mal auf der „anderen Seite“ des Tisches. Und ich sage Euch, es war interessant, aber auch extrem anstrengend.

Es gibt einiges, was ich aus den Gesprächen für mich persönlich ziehen kann. Von Gespräch zu Gespräch bin ich selbst sicherer geworden, habe meine Fragetaktik geändert, konnte mich immer besser auf die einzelnen Kandidaten einlassen und sie „analysieren“. In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich aber weniger von meinen eigenen Erkenntnissen berichten, sondern Euch da draußen versuchen ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben. Tipps, wie ihr Euch am besten präsentiert, wenn ihr selbst in ein Bewerbungsgespräch geht.

Wenn ihr Euer Bewerbungsfoto macht, dann geht zu einem professionellen Fotografen! Nach wie vor zählt zuerst der äußere Eindruck – ich weiß, dass will keiner hören und vielleicht ist es auch nicht besonders ehrenwert. Aber so ist es nun einmal. Bei 150 Bewerbungsunterlagen auf dem Tisch, schaut man sich zuerst das Foto an. Und wenn Ihr Euch da schon unvorteilhaft präsentiert, landen Eure Unterlagen schneller auf dem Stapel „uninteressant“ als Ihr denkt. Ja, fair ist das nicht und über ein Potential sollte nicht das Foto, sondern die Qualifikation und Berufserfahrung entscheiden. Aber glaubt mir, so und nicht anders läuft das eben! Also: schmeißt Euch in ein passendes Outfit, geht zum Fotografen und stellt sicher, dass Ihr euch ausschließlich von eurer Schokoladenseite präsentiert!

Die Ausbildung ist wichtig, keine Frage. Aber ganz ehrlich, die Noten entscheiden nicht, ob man einen Job bekommt oder nicht! Viel wichtiger sind die Praxiserfahrungen, vor allem, wenn man Absolvent und Berufseinsteiger ist. Ich kann Euch nur wärmstens ans Herz legen, bereits während des Studiums verschiedene Praktika zu machen, als Werkstudent zu arbeiten oder Euch zumindest für die Semesterferien einen Job zu suchen. Ein super Zeugnis, der 1er Abschluss – das alles ist schön und gut, aber am Ende wähle ich den Kandidaten, der am meisten Praxiserfahrung gesammelt hat, auch wenn die Noten nicht 1A sind.

Ich hatte oft den Eindruck, dass sich die Bewerber in ihren Outfits nicht wohlgefühlt haben. Ich kann das gut nachvollziehen, besonders als Berufseinsteiger läuft man nicht besonders oft im Hosenanzug und mit Bluse durch die Gegend. Das mag sich schon etwas seltsam anfühlen. Wählt ein Outfit, in dem Ihr Euch wohlfühlt, denn sobald Ihr zur Tür hereinkommt, sind die Blicke auf Euch gerichtet. Man merkt sofort, ob Ihr Euch wohl fühlt oder nicht und einen unsicheren Eindruck möchtet Ihr definitiv nicht hinterlassen!

Außerdem ist mir aufgefallen, dass viele der Bewerber nicht richtig wussten, wie sie in das Gespräch einsteigen sollten. Ich habe in der Regel immer kurz eingeführt, dann aber schnell das Wort dem Bewerber überlassen und darum gebeten, sich vorzustellen und von sich zu erzählen. Es gab nur wenige Kandidaten, die rhetorisch glänzten – und was meint Ihr, wen ich in die zweite Runde eingeladen habe? Überlegt Euch vorher, wie Ihr Euch präsentieren wollt, was die anderen über Euch erfahren sollen. Welches Bild soll entstehen, wie wollt Ihr gesehen werden? Überlegt euch, welche Fähigkeiten Ihr in den Vordergrund stellen wollt, welche Praxisbeispiele oder besonderen Erfolge Ihr hervorheben möchtet. Ihr müsst euch verkaufen können!

Wenn wir in die zweite Runde gehen, bitten wir die Bewerber, eine kleine Swot-Analyse von sich zu machen. Wir geben ihnen fünf Minuten Zeit und bitten sie, ihre Stärken und Schwächen aufzuschreiben. Danach wird präsentiert. Ich weiß, es ist unglaublich schwer, über seine Schwächen zu sprechen. Aber, wir alle haben Schwächen! Es zeigt Stärke und Selbstreflexion, wenn Ihr in der Lage seid, auch über eure Schwächen zu sprechen. Und Leute, Perfektionismus als Schwäche zu nennen zählt nicht – Ihr glaubt nicht, wie viele der Kandidaten ihren Perfektionismus als Schwäche verkaufen wollen. Denkt nach, seit ehrlich, habt Mut! Und vor allem, macht Euch in Ruhe darüber Gedanken, vorher, zu Hause…

Für heute belasse ich es dabei. Ich bin sicher, es werden noch einige weitere Tipps folgen. Hoffe, es hilft dem einen oder anderen von euch weiter.

by Helen

Ich war ja letzte Woche im Urlaub. Ein Urlaub in dem man Kühe anschauen konnte. Dementsprechend war die Küche dort auch eher gutbürgerlich – sprich ich habe meine komplette Ernährung auf Bratwürste, Steak, Pommes, etc. umgestellt. Gleichzeitig war das Wetter sehr sommerlich – sprich ich habe das ganze noch zwischendurch mit dem ein oder anderen Eiskaffee, Erdbeerbecher, etc. aufgegossen. Ach und da war auch noch der Abend an dem wir den Steinofen im Garten angeheizt und selbst Pizza gebacken haben (…).
Kurz gesagt wir nennen den Urlaub rückblickend nur noch die “Mopswoche”.

Zurück im Job stellt sich mir nun die Aufgabe, nicht nur das süße Urlaubsleben sondern auch die “süße” (aber gern auch mal fettige) Ernährung hinter mir zu lassen. In einem Büro Job ist das ganz schön schwer. Morgens ist noch alles in Butter (also im übertragenen Sinn). Auf dem Weg zum Büro gehe ich ganz schnell an den (fieserweise nach frischen Croissants duftenden) Bäckereien vorbei und strafe sie mit Verachtung. Ich schnappe mir eine Riesenwasserflasche und setze mich an meinen Schreibtisch.
In der Mittagspause beginnt das Problem. Zuerst führt mein Weg in der Kantine an der Heißtheke vorbei. Pommes springen mich von der Seite an, aber ich schüttele sie ab. Am Salatbuffet dann eine Riesenschlange, die Lust mich da anzustellen ist denkbar gering. Aber ich tue es heroisch. Als ich endlich (mit fünf bis zehn Minuten Verspätung) an den Tisch zu den Kollegen stoße, erwartet mich Häme: “Wieder nur Salat?” (zwinkert mir der eine zu). “Das haben sie doch gar nicht nötig!” (schmeichelt der andere).

Dann die Riesenherausforderung: Der gefürchtete Zwischenstopp auf dem Rückweg von der Kantine beim Kiosk. Es juckt in den Fingern mir nur ein kleines Duplo zu kaufen, aber ich weiss, wenn der Schokoladenfluch erstmal wieder Einzug an meinem Schreibtisch gefunden hat, denke ich den ganzen Nachmittag nur noch an Süßkram. Abends dann der Ausstand vom Chef-Chef. Der lässt sich nicht lumpen und fährt gleich ein ganzes Grillbuffet samt Antipasti und Dessert Buffet auf. Ich löffle einen Obstsalat und murmele den erstaunten Kollegen ein “Bin später noch Verabredet” entgegen. Dass ich mich zwischen den ganzen schmazenden Kollegen mehr als komisch fühle, ist ja klar…
Aber in so einem Büro ist immer irgendwas. Ein Geburtstag und es gibt Kuchen. Ein Ein- oder Ausstand und es gibt Sekt und Häppchen. Ein netter Kollege kauft Brezeln oder Schokokekse für alle. Wenn ich wollte könnte ich ständig futtern und fühle mich ziemlich unsozial wenn ich (ab und zu!) ablehne. Denn da bin ich irgendwie auch eitel. Klar aus mir wird kein Topmodell mehr, aber deshalb will ich trotz Schreibtisch Job eine gute Figur machen. Irgendwann muss ich da einfach die Notbremse ziehen und den Spott oder das Unverständnis der Kollegen einfch aushalten. Sonst bleibe ich irgendwann einfach in der Mopswoche hängen ;-) .

by Cloe

Fusionen und Restrukturierungen sind nix Neues, auch nicht in meinem beruflichen Leben. Und es ist immer wieder wahnsinnig faszinierend was es alles so gibt, wenn man von einer Struktur abgespalten und in eine Neue integriert wird. Meine derzeitige völlige Überforderung im Umgang: Essensgutscheine. Ja, es gibt sie. Jeden Monat einen Haufen. Jeweils 5,97 Euro wert. Bisher waren Kantinengänge mit 50% subventioniert, einfach zu händeln durch das Durchziehen eines Firmenausweises. Lange Rede kurzer Sinn, das gibt es nicht mehr durch eine Neuintegration in einen anderen Konzern, der so etwas nicht hat. Als Ersatz flattern Essensgutscheine ins Haus, bei dem 50% des Wertes die Firma übernimmt und 50% selber getragen wird. Einzulösen bei allen Restaurants, amerikanischen Schnell-Imbiss Ketten und Supermärkten in der Umgebung, die sich diesem System angeschlossen haben.

So, nu wackel ich mit Kunden, Vorgesetzten oder Dienstleistern mittags zum Business Lunch und ziehe bei Zahlung (es darf je Bezahlung nur einer verwendet werden) einen Essensgutschein raus, rechne die Differenz von 5,97 Euro zzgl. Trinkgeld aus und fühle mich dann wie? … mein Image ist hier doch definitiv im Eimer. Irgendwie haben diese Gutscheine diesen Touch der Bedürftigkeit, eines sozialen Ausgleiches oder auch der Versuch einer Art sozialen Gerechtigkeit – also irgendetwas, was einem zusteht. Und das verpackt in einem „Riesen-Act“ – der Aufwand der Bezahlung und die dazugehörige Verwaltung ist gefühlt riesig und steht nicht im Verhältnis zum Mehrwert.
Dieses Gefühl wollte ich hier einfach mal loswerden, vielleicht habe ich mich in ein paar Monaten daran gewöhnt und alles ist gut. Bis dahin dann doch die Gutscheine  am Wochenende im Supermarkt einlösen - hier auch gerne im Schlabber-Look – Jogginghose und Pulli grüßen :) .

by Lipstick&Laptop Dreamteam

Wir sind immer noch dabei unsere Seite mit Inhalten zu füllen. Mit stolz verkünden wir, dass wir in stundenlanger Schreibarbeit unseren Bewerbungsbereich um Tipps für das Assessment Center erweitert haben. Ihr könnt nachlesen, wie ihr ein Online Assessment überlebt, wie ihr die Gruppenarbeit positiv beeinflussen könnt und auf welche AC Fragen und Aufgaben ihr euch unbedingt vorbereiten solltet.

Viel Spaß beim Lesen wünschen,

Cloe, Helen und Liz