Lipstick and Laptop

by Helen

Mensch, Gott sei Dank hat mir das mal jemand erklärt. Und ich habe mir die ganze Zeit Gedanken gemacht, warum (bei offensichtlich gleicher Intelligenz beider Geschlechter) fast alle attraktiven Jobs auch heute noch von Männern besetzt sind. Und damit meine ich jetzt nicht nur die Vorstandsposten, die immer in aller Munde sind. Sondern auch die ganz normalen 0-8-15 Posten, die aber überdurchschnittlich gut bezahlt sind. Immer wenn irgendwo (im Verhältnis zur Tätigkeit) überdurchschnittlich viel Geld oder Macht zusammen kommen hat ein Mann seinen Popo auf dem Posten. Und umgekehrt – also wenn ein Job unterdurchschnittlich bezahlt wird, dann hat den garantiert eine Frau. Aber Frau Hakim findet trotzdem, dass wir Frauen es heutzutage viel besser haben als alle andere.

Wenn wir halt irgendwann in die Röhre gucken dann liegt das nicht an irgendwelchen bösen Systemen, am nicht Können von Frauen oder am falschen Studiengang oder der ominösen gläsernen Decke.

Nein, das liegt an der Präferenztheorie! Über die hat sich nämlich eine Frau Catherine Hakim ihre Gedanken gemacht.
Und die gehen so:

Also es gibt laut Hakin drei Wahlmöglichkeiten für Frauen.
Typ 1 ist der Familienpräfernz Typ: Hausfrau und Mutter
Typ 2: ist der Karriere Typ: Wettbewerbsfähigkeit sichern und Karriere machen
Typ 3: ist der Mischtyp: Arbeitet in Teilzeit und kümmert sich ansonsten um die Familie

Konkret heisst das bei Hakim: “Aus der Gruppe der Frauen, die ihre Priorität auf den Beruf legen, kommen im Wesentlichen die Frauen, die die öffentliche Arena suchen durch Aktivität in Politik, Kunst, Sport und so weiter.” (Hört sich doch schön an, oder? Man darf als Karrieretyp auch mal vor die Tür ;-) )

Ich bin echt erleichtert, dass mir das so jemand mal erklärt, dass ich das verstehen kann.
Echt prima in einer Gesellschaft zu leben, in der ich die Auswahl zwischen gleich drei (!!!) verschiedenen Optionen habe, während Mann ja nur eine Sache haben kann – nämlich eine geschickte Kombination aus Typ 1-3. Da haben wir Frauen es natürlich viel besser!

by Helen

Sorry Mädels in der Anzugfrage muss ich hart bleiben. Bitte zieht euch auch bei warmem Wetter vernünftig an. Klar ab 30 Grad darfs bei mir auch schon mal eine 7/8-Hose sein (selbstverständlich mit Strümpfen und Pumps) oder ein (schickes) T-Shirt (statt Bluse) unterm Jacket, aber Flip-Flops oder Spagehtti-Träger? Oder habt ihr den Abteilungsleiter schon Mal in Bermuda-Shorts und T-Shirt im Büro gesehen? (Und wenn ihr das schon gesehen habt, dann hat er immer noch den Vorteil, dass er ein seniorer Mann ist – als Frau könnt ihr euch das nicht erlauben.)
Immer wenn ich die Mädels in unserer Firma in ihren Mini-Röcken oder knall-bunten T-Shirts sehe denke ich automatisch das müssen Werkstudentinnen oder ausgeflippte Sekretärinnen sein (Warum haben manche Sekretärinnen diesen Hang zu ausgeflippten Klamotten? Ok, anderes Thema). Ich kann jemanden, der mir in einem weißen T-Shirt (mit der Aufschrift “Lets go to the Beach” und einem schwarzen BH daraunter) einfach nicht ernst nehmen. Kleider machen Leute. (Punkt). Auch im Hochsommer!

by Helen

Habe gerade eine im Konzern in der Sommerzeit so beliebte Abwesenheitsnotiz bekommen:
“Ich bin seit dem 01.08.2012 nicht im Büro. Ich werde am 30.08.2012 zurückkehren.
Allen ein schönes Osterfest !”

Alles klar…..

by Helen

Im Moment ist das Thema Arbeitszeit vs. Freizeit ja viel diskutiert. Ist Zeit, in der man zwar frei hat, aber trotzdem für das Unternehmen erreichbar ist Arbeitszeit? Wenn man abends vom Blackberry aus noch eine E-Mail tippt versaut einem das den Feierabend oder sorgt es dafür, dass man entspannter ist, weil man nichts unerledigt herumliegen lassen muss und am nächsten Tag dann dran denken muss? Dass diese Frage nicht pauschal zu beantworten ist, zeigt sich schon allein daran wie die Unternehmen damit umgehen. VW schaltet seinen Mitarbeitern sogar den Server ab, um sie in der Freizeit zum “frei haben” zu zwingen.

Jetzt könnte man natürlich sagen: Ich bin doch schon groß und auch sehr klug und kann selbst entscheiden, wenn das Telefon klingelt, ob ich dran gehen will oder nicht, bzw. ob ich abends noch eine E-Mail schreiben will oder nicht. Stimmt ja auch – im Prinzip. Aber wie das mit Prinzipien so ist: Jeder hat seine eigenen und nur weil man prinzipiell eines hat, heisst das noch lange nicht, dass man sich immer dran hält. (Im Prinzip brauche ich auch keine Schuhe mehr…anderes Thema).

Ich selbst bin in der Freizeitfrage von einem Extrem ins andere gefallen. Als ich in der Beratung gearbeitet habe, hatte ich quasi eine Standleitung zu meinem Chef, der mich ständig (und damit meine ich nahezu jeden Abend) zwischen acht und neun Uhr abends angerufen hat. Abendliche Treffen im Büro, Meetings, die auf 22 Uhr angesetzt wurden, am Wochenende “noch schnell was fertig machen”, inclusive. Und ich hatte sowas von keinen Bock mehr auf diesen Arbeitsstil. Zumal das allermeiste davon deshalb notwendig war, weil er sich selbst nicht organisieren konnte. Er verbrachte ganze Arbeitstage mit Tramezzini und Espressi beim Nobelitaliener neben seinem Büro, um dann abends irgendwann in die Gänge zu kommen. Auf Kosten meiner Freizeit. Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber trotzdem nachdem ich nach ca. 2 Jahren Zusammenarbeit anfing, seine abendlichen Panikanrufe nicht mehr zu beantworten. Jetzt im Konzern habe ich Kollegen, die sich mit ihrer ständigen Erreichbarkeit brüsten (was aber in einer Firma mit einer geregelten Kernarbeitszeit schlicht und ergreifend nicht ntowendig ist). Ich gehe Abends nicht an mein Firmenhandy und nur meine eigenen Mitarbeiter und engsten Kollegen haben meine Privatnummer, auf der ich immer erreichbar bin (gewählt hat sie bis jetzt keiner). Ich lebe gut damit und trauere meinen around-the-clock Zeiten keine Träne nach. Ein schlechtes Gewissen habe ich weitestgehend auch nicht mehr. Bis letzte Woche. Ich habe vor Monaten meinen Sommerurlaub beantragt, drei Wochen im September. Das ganze über ein elektronisches System, das mein Chef per Knöpfchen bestätigen muss. Mein Stellvertreter ist im August drei Wochen weg, mir erschien es nur logisch, dass wir uns gegenseitig vertreten und nich gleichzeitig weg sind. Nun saß ich in einem Meeting mit meinem Chef und dessen Chef. Es wurde eine Präsentation besprochen, die zur Wiedervorlage noch einmal bearbeitet werden muss. “Bis nach unserem Urlaub” (beide sind jetzt drei Wochen weg). Ich gab daraufhin den Hinweis, dass dies dann aber in der letzten Augustwoche passieren muss, da ich danach drei Wochen weg bin. Um es kurz zu machen, mir wurde deutlich zu verstehen gegeben, dass es nicht positiv gesehen wird, im September (also nach der Schulferienzeit) drei Wochen Urlaub zu machen. Und schwups war es wieder da: das schlechte Gewissen. Und so oft ich mir den letzten Tagen vorgebetet habe: 1) Alle haben drei Wochen Urlaub, 2) Der Urlaub war beantragt, er hat ihn freigegeben, 3) Niemand hat dir vorher gesagt, dass du auf keinen Fall im September Urlaub machen darfst. Trotzdem habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen und das dumpfe Gefühl irgendetwas falsch gemacht zu haben.

by Helen

Für mich als relativer Konzern-Neuling immer wieder faszinierend. Ich bekomme Abwesenheitsmeldungen, in denen mir eine Rückkehr des Empfängers Ende August angekündigt wird. Hier im Konzern durch Urlaubstage und Überstunden sind vier Wochen Sommerurlaub keine Seltenheit. Es ist als ob die Firma statt Winterschlaf einen Sommerschlaf einlegen würde. Ich habe zwar viel zu tun, da ich sehr viele Schnittstellen “nach Außen” habe und hier auch im Sommer viel passiert, aber ich erreiche niemanden, um die Themen abzustimmen. Rufe ich “Hallo” kommt nur das Echo in Form einer Abwesenheitsnotiz zurück. Umso besser kann ich auch mal um fünf ins Freibad.
Ich wünsche euch einen sonnigen August und einen schönen Urlaub!