Lipstick and Laptop

by Cloe

Manchmal hetzen wir durchs Leben. Auch im Beruf. Immer neue Restrukturierungen, ständige Anpassungen an den immer schneller werdenden Wettbewerb. Pläne sind schon alt, wenn sie umgesetzt werden und Manager werden daran gemessen wie schnell sie ihre Mitarbeiter an neue Organisationsformen, Prozesse, Systeme und Kundenanforderungen gewöhnen können. Wir stecken im ewigen Change Management und manchmal ist es einfach zu viel. Das große Ende, der Burnout soll schließlich nicht kommen!? Auch in meinem Business Life stehen derzeit zahlreiche Veränderungen an, alle gleichzeitig und das schon seit Monaten. Die Erwartungen sind hoch und man kann sich dem nicht entziehen. An dieser Stelle wieder der Hinweis, regelmäßig Pause zu machen, sich unter Kollegen auszutauschen oder einen Mentor zu fragen, um die Lage richtig einzuschätzen; zu reflektieren und größere Crashs zu vermeiden. Die Verantwortung als Führungskraft lastet manchmal schwer. Gerade in der Sandwich-Position von oben Vorgaben zu bekommen, diese aber mit den Mitarbeitern auf der operativen Ebene auch realistisch und effektiv umsetzen zu müssen. Meine Sorge daher an meinen Mentor heute: „Es kommen nicht alle Mitarbeiter mit, es ist zu schnell und das Ergebnis wird schlecht.” Wieder ein tolle Antwort, die mir nach meiner letzten schlaflosen Nacht wirklich geholfen hat:

Er erzählte von einer Geschichte mit einem Indianer, „der mit einem Bus gereist ist und mehrere Male darum bat, aussteigen zu dürfen. Dann setzte er sich an den Wegesrand und stand erst nach einer Weile wieder auf um einzusteigen. Beim zweiten oder auch dritten Mal fragte ihn der Busfahrer, was er denn tue. „Ich warte auf meine Seele.“ war seine Antwort. „Sie ist nicht so schnell wie der Bus.“

Dies ist ein leicht verständlicher Vergleich – nicht schneller zu leben als der Geist es vermag, ist die Message. Veränderungen durch das Unternehmen zu hetzen, wenn es am Ende nicht bei allen gleichmäßig ankommt und mehr Verwirrung stiftet als Nutzen – was bringt dies? Hier steckt viel dahinter, doch so schwer umzusetzen…

by Helen

Wir (das heisst der Konzern) macht mal wieder ein Projekt. So richtig. Also mit Strategieberatung auf Vorstandsebene und allem drum und dran.
Und ich darf mitmachen und so sitze ich mit ganz vielen wichtigen Hierarchen in ganz wichtigen Projektsitzungen und wir besprechen ganz wichtige Dinge.
Als erstes habe ich mir mal am Wochenende einen neuen schwarzen Hosenanzug und eine neue weiße Bluse zugelegt. Wer kompetent ist, muss erst recht kompetent aussehen. (Oder ist es sogar umgekehrt: Wer kompetent aussieht, muss auch kompetent sein?) Egal, ich bin gewappnet und trage Beraterkluft.
Das zweite wichtige Thema ist die “Verbrüderung”. Und hier werde ich jetzt einen Versuchsballon starten. Es gibt eine andere Frau im Projekt. Sie ist gerade befördert worden und kämpft gerade augenscheinlich um ihren Platz im Rudel. Mein Gefühl das Thema kann nur in zwei Extremen enden: Entweder wir schaffen es eine Achse zu finden und drehen das Projekt in unsere Richtung, oder wir stehen spätestens ab dem dritten gemeinsamen Meeting als zickende Quotenfrauen da. Ich mache jetzt den ersten Schritt (auf sie zu). Und ich werde hier berichten, wie es gelaufen ist. Schaffen wir den weiblichen Schulterschluss? Erfolg oder Stutenbiss? Drückt mir die Daumen ;-) .

by Cloe

Seine Mitarbeiter zum Erfolg bringen, ist nicht einfach. Hier die 3er Kombi, die es regelmäßig zu überprüfen gilt: Können x Wollen x Dürfen. Der Mitarbeiter muss die Kompetenz haben und sein Werkzeug beherrschen, um eine Aufgabe inhaltlich fachlich perfekt lösen zu können. Soviel zum Können. Gibt es hier Defizite, heißt es Schulen oder weiter an der Seite eines Profis Erfahrungen sammeln. Das Wollen liegt am Mitarbeiter, Motivation von Außen hat hier seine Grenzen. „Energize your people“ heißt hier das Schlagwort. Ist der Mitarbeiter aber intrinsisch (also innen drin) so gar nicht motiviert, hat jede extrinsische (also von außen kommende) Motivation seine Grenzen. Will der Mitarbeiter nicht, kann man wenig machen. Das Dürfen ist der letzte Punkt. Gibt der Vorgesetzte nicht das Go, hindert er seine Mitarbeiter an der Ausübung oder gibt es gar unternehmensbezogene Rahmenbedingungen, dass gar keine Stellen, Vollmachten oder Möglichkeiten zur Umsetzung der Herausforderung gegeben sind, ist es mit dem maximalen Erfolg vorbei.

Frauen sagt man nach, mit sich und dem „Wollen“ zu hadern. Will ich Karriere machen? Will ich im Haifischbecken mitmachen? Will ich überhaupt den „Schweren“ Weg gehen? Will ich das tolle Projekt mit voller Verantwortung stemmen? „Können“ tun viele ihr Handwerkt. Und besonders die Frauen sind oft strenger mit sich, ob Ihnen nicht doch noch etwas fehlt. Männer sind hier schneller von sich überzeugt. Das Wollen ist bei Männern ebenfalls weniger ein Thema. Beide Geschlechter kämpfen eher um das „Dürfen“. Sind Stellen, Positionen überhaupt frei, gibt es Unterstützung seitens Vorgesetzten, Top Management und Mentoren? Dann ist der Weg frei. Mädels, hadert nicht so viel. Machen. Ihr habt es drauf. Stellt euch über die ersten zwei Determinanten des Wollen und Können nicht selber das Bein. Und beim Dürfen die Vollmachten regelmäßig einfordern. Wer will, bekommt.