Lipstick and Laptop

by Liz

Wenn Du Dich als junge, erfolgreiche Frau langsam aber sicher in die Reihe der Führungskräfte einordnest und dort Deinen Platz findest, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der erste „Gockel“ laut räuspert und versucht, Dich und Deine Kompetenz in den Schatten zu stellen. Meist läuft das ganz subtil ab, etwa verbunden mit einem Scherz (natürlich auf Deine Kosten), einem gönnerhaften Kompliment oder gar Klapps auf die Schulter. Die Message ist immer die Gleiche: Kleines, überlass das Spielfeld den harten Jungs. Management ist nichts für Frauen – und schon gar nichts für Frauen mit Lipstick und High-Heels.

Mädels, lasst Euch auf Eurem Weg in die Führungs-Etage nicht von solchen „Gockeln“ aufhalten oder gar irritieren. Letztendlich können Männer mit starken Frauen nur sehr schwer umgehen – das ist eine Tatsache! Bist Du selbstbewusst, geradlinig, kommunikativ und kompetent, wirst Du als „arrogant und überheblich“ abgestempelt. Man(n) tuschelt etwas von „Selbstüberschätzung“ und manch einer wird Dir raten, die „Dinge etwas langsamer anzugehen“. Mir wurde sogar nachgesagt, ich sei „schon ganz schön überzeugt von mir selbst“. Meine Antwort ist: JA, das bin ich! Sonst wäre ich nicht hier wo ich heute stehe!

Selbstbewusstsein und das Wissen um seine Kompetenz, Intelligenz und Stärken ist nichts Negatives. Lasst Euch das niemals einreden! Männer können mit selbstbewussten, kompetenten Frauen schlichtweg nicht umgehen. Irgendwie scheinen wir ihnen Angst zu machen. Wir könnten ihnen womöglich noch den Rang ablaufen… wohin nur mit so viel Emanzipation? Also wird versucht, unsere Flügel zu brechen, uns zu verunsichern und in Selbstzweifel zu versinken. Leider geht diese Strategie oftmals auf. Wir Frauen tendieren dazu, extrem selbstkritisch zu sein. Wir haben enorme Anforderungen an uns selbst und wenn wir diese nicht erfüllen, machen wir uns endlose Vorwürfe. Letztendlich ist es genau dass, was uns daran hindert, die Treppe hinauf zu steigen. Wir stehen uns selbst im Weg.

Ich kann Euch nur raten, cool zu bleiben! Wenn Du nach oben willst, musst Du lernen, diesen Gegenwind auszuhalten. Wenn Du nicht an Dich selber glaubst, wer soll es dann tun? Daher Mädels, es ist Zeit für die High-Heels, den Lippenstift, Nagellack und das schicke Kostüm (das mal wieder Dein Konto stark strapaziert hat). Es ist Zeit, Farbe zu bekennen. Steht dazu, seit mutig und geht unbeirrt Euren Weg! Lipstick & Laptop ist in!

by Liz

Ein 11 bis 12 Stunden Arbeitstag unter Hochdruck, voller Stress und einem vollen Terminkalender, keine ordentliche Mittagspause (vielleicht schaffe ich es auf einen Apfel zwischendurch), Unmengen von Süßigkeiten (denn: das 15 Uhr Loch kennt keine Gnade), keine Zeit einkaufen zu gehen (oder Aldi, Lidl, Rewe und Co. haben bereits geschlossen), Fastfood am Abend und schon sitzt die Anzughose nicht mehr wie sie soll!
Das mit dem Sport nehme ich mir Woche für Woche ganz fest vor, ehrlich! Mir ist schon klar, dass ich meine sogenannte „Work-Life-Balance“ in den Griff bekommen muss. Aber nach einem langen, stressvollen Tag im Büro fehlt mir meistens die Motivation. Und, den Bauch-Beine-Po-Kurs im Fitnessstudio habe ich eh wieder verpasst, weil ich spät dran bin. Ich will einfach nur schnell nach Hause, den Magen füllen (möglichst ohne Zeit in der Küche verbringen zu müssen) und die Beine hochlegen. Laptop bleibt aus, Telefon wird auf lautlos gestellt und schon zappe ich mich durchs abendliche TV-Programm. Mal ehrlich, von gesundem Ausgleich und „Work-Life-Balance“ kann man hier echt nicht sprechen, oder vielleicht doch?!

Um im Job Leistung bringen zu können, um nachhaltig erfolgreich zu sein und es zu bleiben, MUSS ein Ausgleich her! Dabei geht es weniger um die Leistung im Job, sondern vielmehr um das persönliche Wohlbefinden. Es geht darum, durchhalten zu können! Mister „Burnout“ wartet praktisch um die Ecke, ihm gilt es entgegen zu wirken, oder gar zuvor zu kommen! Denn eines ist klar, soweit darf es gar nicht kommen. Mister „Burnout“ bringt mich nicht vom Weg zu einer erfolgreichen Karrierefrau ab!!

Für die einen ist es der Sport, für die anderen ist es eher etwas Kreatives wie Schreiben, Fotografie, Malerei oder das Häkeln. Findet heraus, was euch runter bringt, was euch Spaß macht, was euch ablenkt und euch den Stress des Arbeitsalltages vergessen lässt.

Es hat eine Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, was „Work-Life-Balance“ für mich wirklich bedeutet. Mindestens vier verschiedene Fitness-Studio-Mitgliedschaften später habe ich endlich erkannt, dass ich meinen persönlichen Ausgleich nicht zwingend im Fitnessstudio finde. Für mich ist es nicht der Bauch-Beine-Po-Kurs und auch nicht der Crosstrainer, der mich befreit und wieder klar denken lässt.
Ich gehe mittlerweile einmal die Woche direkt nach der Arbeit Schwimmen, im Sommer lege ich mich nach meinen 20 Bahnen gerne noch ein wenig in die Abendsonne auf die Wiese und lese ein Buch. Ich fahre auf dem Heimweg am nahegelegenen See vorbei und spaziere eine Runde durch den Wald. Mit meiner Spiegelreflexkamera gewappnet schlendere ich durch den Park, die City oder meine Nachbarschaft und fotografiere all das, was mein Auge erfasst. Und ja, manchmal ist es auch einfach nur die Couch und das abendliche TV-Programm, das mir erlaubt abzuschalten, nicht über die Arbeit nachzudenken und Ruhe zu finden.

Alles ist erlaubt! Das wichtigste ist, die BALANCE herzustellen. Es geht darum, den Kopf frei zu bekommen und einfach mal los zu lassen.
Im Arbeitsalltag müssen wir stets professionell sein, müssen Haltung wahren, Stärke, Kompetenz und Selbstbewusstsein ausstrahlen. Auf dem Crosstrainer, dem Fahrrad, auf der Bank in der Sonne, dem Waldwanderweg oder auf der Couch muss ich niemandem mehr gerecht werden außer mir selbst!

Finde heraus was dich befreit – ohne Rücksicht auf andere! Your life, your balance!