Lipstick and Laptop

by Cloe

Ja, manchmal darf man einfach nicht mitspielen. So als Frau. Die Business Regeln sind von Männern gemacht und hier und da ist man einfach ausgeschlossen. Nicht aus Boshaftigkeit, auch hier haben Männer und Frauen das ganze miteinander einfach noch nicht oft genug geübt. Das fängt schon an sich in einer Gruppe zu positionieren, um z.B. das Alpha-Tierchen zu identifizieren, bzw. um die eigene Top-Position zu „battlen“. Für Männer ist das nicht schlimm, in den ersten Minuten eines Meetings fängt hier ein bewusstes wie unbewusstes Positionieren und gegenseitiges abchecken statt – nach Hierarchie, Position und weiteren unbewussten männlichen Bewertungs- und Messkriterien. Die Jungs wissen worum es geht, ich als Frau nicht immer. Unbeholfen Mitmachen hilft da gar nicht, man wird hier als Frau oft nur belächelt, gewisse Kriterien zum Bemessen bringt man scheinbar durch das falsche Geschlecht nicht mit ;) . Außer man ist die Chefin über allen in der Runde, dann steht man ganz oben und kann sich die Positionierung darunter interessiert ansehen. Flapsig mit einem Augenzwinkern gesagt: Männer brauchen das, sonst geht es ihnen nicht gut. Wenn meine Position klar ist und nicht gefährdet, dann schaue ich mir in dieser Zeit nochmal meine Dokumente durch, mache mir Gedanken, wann ich es heute Abend noch zum Sport schaffe oder schreibe geschwind am Rechner meine Einkaufsliste zusammen.

Laut Knigge gelten keine Unterschiede mehr, was leider nicht immer zu spüren ist. Aber: keine Gedanken machen, noch eine Generation und es ist vollends geschafft. Je nach Branche, Firma oder Region gibt es schließlich auch Männer und Frauen, die gemeinsam im „Heute“ des Knigge angekommen sind: Im offiziellen Knigge-Rat heißt es nämlich (http://www.knigge-rat.de/themen_gesellschaft.html):

„Dame und Herr heute: Im Geschäftlichen zählen nicht das Geschlecht, sondern das Wissen, die Erfahrung und die Kompetenz. Mann und Frau richten sich gleichermaßen nach der Hierarchie. Ob Managerin, Abteilungsleiterin oder Sekretärin: Geschlechtsspezifische Sonderbehandlungen, Bevorzugungen und Benachteiligungen sind out.“

„Position und Status beachten: Wichtiger als das Geschlecht sind die Rolle, die Position und der Status, den eine Person inne hat sowie die üblichen Gebote der Höflichkeit: Der Chef wird vor der Sekretärin begrüßt, weil er ranghöher ist. Die Abteilungsleiterin betritt beim Geschäftsessen als erste das Restaurant, weil sie die Gastgeberin ist. Die Marketingassistentin schenkt zuerst dem Web- Designer eine Tasse Kaffee ein, weil er der Kunde und Gast ist. Die Auszubildende hält für den Auszubildenden die Tür auf, der gerade eine Kiste mit Ordnern in den Armen hält.“

„Lediglich, wenn es keine Hierarchie-Unterschiede gibt, ist es nett, der Dame den Vorzug zu geben. Ein Beispiel: Sie treffen eine Projektleiterin und fünf Projektleiter. In diesem Fall ist es höflich, zuerst die Dame zu begrüßen und ihr somit den Vorzug zu geben.“

Dieser letzte Satz bringt es auf den Punkt und zeigt damit die einzigartigen Vorteile als Frau auf – bitte im Gegenzug auch vollständig nutzen. So ist das Gleichgewicht wiederhergestellt und es entsteht kein Frust über Nachteile als Frau im Job. Manchmal ist anders auch besser. Mädels, die Dame in einer Gesellschaft genießt eigene Rechte und Behandlungsvorzüge, dann verhaltet euch auch wie eine Dame. Also, achtet auf eine gepflegtes Äußeres, adrette und vor allem weibliche Business-Kleidung – z.B. ein schickes, gut geschnittenes rotes Businesskostüm fällt auf – hier können die Männer einfach nicht mithalten. Euer Verhalten und Sprache ebenso anpassen. Eine Dame lässt sich die Tür aufmachen und muss nicht die schweren Aktenordner unbedingt alleine über den Flur tragen. Transportiert in ein Meeting – auch hier die Würde und Aufrichtigkeit einer Dame – hier und da gelingt es so besondere Beachtung bei einer Wortmeldung zu bekommen, eine wohlwollendere Behandlung zu genießen und bei Missgeschicken mit mehr Nachsicht belohnt zu werden. Also: Es lohnt sich im Business eine Frau zu sein. Bleibt eine Frau und erlangt durch Kompetenz und Erfolg das Ansehen und die Belohnung, die ihr verdient.

by Cloe

Ein neuer Shareholder, ein neues Top-Management und auch ich habe einen neuen Chef. Der kommt aus dem europäischen Ausland, fliegt drei Tage nach Deutschland ein, sitzt bei mir in meinem Büro, will Fortschritte sehen und kippt jede Menge ein. Jede Menge, jeden Tag. Ob persönlich oder dann an den anderen beiden Tagen per Mail, per Phone, per sms. Er ist wahnsinnig freundlich, meint es nur gut, alle Fragen und Anforderungen sind berechtigt.

Kleiner Spagat in dem ich mich bewege: Alte Strukturen und Muster, die sich alle ganz schnell verändern sollen – eigene Mitarbeiter, die hier früher oder später mitziehen müssen, ob sie wollen oder nicht. Zuzüglich eine ganze Organisation, die noch lange nicht so tickt wie die neue Führung es will, tiefe kulturelle Unterschiede, die sich gewaschen haben: Der Shareholder ist nicht deutsch und kommt aus einer ganz anderen Business-Niche, d.h. beide Parteien haben keine Ahnung voneinander und jetzt  muss ganz schnell optimiert werden. Die Richtung „wohin“ muss auch noch jeder verstehen. Gelernt sind bestimmte Muster und Handlungsweisen die Infrage gestellt werden, welche davon aber jetzt schlecht oder gut sind, weiß noch keiner so richtig. Man möchte alles anders machen, aber Stärken erhalten. Viele mischen mit, jede Woche gibt es andere Ansagen und der Druck steigt ins unermessliche. Die Ergebniszahlen stimmen auch nicht.

Hier hilft nur noch ganz tief durchatmen und die Masche „Melden befreit“ nutzen. Ob mein Chef das jetzt witzig findet oder nicht, ich lasse ihn täglich und ganz intensiv an meinem Doing teilhaben. Er muss das Unternehmen, die Vorgänge und ganz besonders mich verstehen. Ob er will oder nicht. D.h. er bekommt über jedes Hindernis, was mich nicht „liefern lässt“ Bescheid. Jeden Tag. Per Phone, per sms, per Mail oder persönlich. Da muss er jetzt durch, ob er will oder nicht. So bekommt er möglichst schnell ein Bild von dem, was geht, was nicht geht und viel wichtiger: was brauche ich von ihm oder irgendwelchen Hauselfen, wenn es sie denn gibt, um mal eben in kürzester Zeit Prozesse, Systeme und Organisation in einem hocheffizienten Change Management zu drehen. Ich glaube er ist schon wahnsinnig genervt von mir, da sich der Druck merkbar lockert. Na dann jetzt mal in Phase 3 des Teambuidlingprozesses…: Nach Forming, Storming nun zum Norming – welch Zusammenspiel und Regeln uns jetzt auch immer einfallen um letztendlich miteinander zu „performen“… in kürzester Zeit, versteht sich ;) .

by Cloe

Gehaltsverhandlung. Kann ich nicht so gut. Glaube es liegt an meinen weiblichen Genen, zumindest sind diese bei mir nicht förderlich. Ich fühle mich grundsätzlich wie ein Bittsteller. Aber warum nur? Es gehört zum Spiel dazu. Wer etwas leistet, soll auch sein Gehalt dazu bekommen. Fair enough. Aber freiwillig kommt natürlich kein Vorgesetzter auf einen zu und erwähnt kurz: Ach ja, mal wieder brillante Leistung, die 15.000 Euro on top dieses Jahr habe ich bei der Personalabteilung selbstverständlich schon eingesteuert. Ne, kommt nicht. Bei mir mal wieder Vorgesetztenwechsel, der Neue keine Ahnung von meiner Brillianz und fängt in der Beurteilung von vorne an. Spontan 20 Mitarbeiter dazubekomme, viel mehr Verantwortung, viel mehr Aufgaben, nebenher die Abteilung noch restrukturieren – ist klar – und in der Positionierung nochmal in der wichtigsten und generell gut bezahlten Abteilung gelandet. Grund für eine Gehaltsverhandlung. Ob ich es will oder nicht, ich fühle mich dabei wie ein Amokläufer, der mehr unsicher als sicher in den wildesten Erklärungen das neue Gehalt rechtfertigt. Womöglich den am Abend vorher noch mutigen Plan im Gespräch völlig über den Haufen schmeißt und dann – ganz übel – auch noch mit einer kleineren Zahl als geplant ins Rennen gegangen. Mädels, das klappt nicht. Das riecht der Gegenüber 5 Meter gegen den Wind, dass hier Unsicherheit herrscht. Ist so.

Doch es ist die eigene Unsicherheit, mit der man nur selber kämpft. Sonst keiner. Auch hier gilt die Devise: Von Siegern lernen. Einfach mal bei den Besserverdienern abschauen, mit welcher Haltung diese durch das Business laufen. Man muss es sich selber wert sein. Sonst ist es auch keinem anderen wert. Den eigenen Standpunkt gerne mit Zeit nochmal durchgehen. Beschäftigt euch mit euch selbst. Nehmt euch Zeit eure Position im Unternehmen, eure Ergebnisse im Vergleich zu bewerten, im Selbstmarketing zu beschreiben, neue ambitionierte Ziele zu setzen und dies auch zu kommunizieren. Nichts ist so attraktiv und überzeugend wie ein selbstbewusster Mensch, der weiss was er ist, was er kann und was er wert ist. Oder eben sie.

by Helen

Gestern habe ich mich ja bereits an dieser Stelle über den Frauenzeitschriften Artikel aufgeregt, den ich im Flieger auf dem Weg zu meinem Wochenendtrip gelesen habe. Darin ging es um Frauen, die aus einer Krise (wie zum Beispiel der Geburt eines Kindes ;-) ) erfolgreich in die Selbstständigkeit gestartet sind. Aber nur weil ich mich gestern schon darüber aufgeregt habe, hält mich das nicht davon ab, mich heute noch einmal darüber aufzuregen.
Es gibt in dem Artikel nämlich nur zwei verschiedene mögliche Plots: Die erste Variante ist folgende: Frau steckt tief in der Krise und hat plötzlich eine geistesblitzartige Idee. Im nächsten Satz hat Frau dann 300 Mitarbeiter und führt ein florierendes Unternehmen. In der zweiten Variante hat Frau ein tolles Hobby und durch Zufall kann sie plötzlich damit Geld verdienen und hat dann ebenfalls eine gut laufende Firma.
Es mag ja sein, dass es solche Storries gibt, aber für mich hört sich das ungefähr so an, als wenn man einen Hollywood Film anschaut, um sich Tipps für eine Ehekrise zu holen. Unrealistisch. Hier werden uns Frauen Einzelfälle als Vorbild verkauft und der Teil des Schuftens, Business Plan schreibens und Steuererklärungsmachen wird einfach mal so übergangen. Klar, ist ja auch eine Frauenzeitschrift und kein Wirtschaftsmagazin und wir wollen unterhalten werden und nicht lernen, wie man einen Business Plan schreibt. Für mich hat das aber etwas Chronisches: die Medien zeigen unrealistische Bilder aus einer Zuckerguss-überzogenen nicht existenten Traumwelt und die reale Frau fragt sich dann, warum sie diesem Ideal nicht gewachsen ist. Und steckt im schlimmsten Fall den Kopf in den Sand, weil aus ihrer eigenen Idee nicht durch Fingerschnippen ein mittelständiger Betrieb wird. Ich würde es bevorzugen, dass wir uns gegenseitig weniger Hochglanz und dafür mehr reale Vorbilder und Unterstützung liefern. Dann hätten wir wahrscheinlich alle etwas gewonnen.

by Helen

Über das lange Wochenende habe ich mir eine Auszeit gegönnt (Citytrip, eurpäische Metropole, Ernährungsumstellung auf Pizza, Pasta und Pistazieneis). Die Fluggesellschaft war so nett, kostenlose Zeitschriften zu verteilen und so – ganz in relaxter Urlaubsstimmung – griff ich nach einer Frauenzeitschrift. Wohlgemerkt einer Frauenzeitschrift des gehobeneren Segments (ohne Herzblattgeschichten und Kreuzworträtsel). Genüsslich blättert ich durch die Modestrecken und Parfumpröbchen, bis ein Artikel mir ins Auge fiel: Powerfrauen, die sich mit einer tollen Geschäftsidee erfolgreich selbstständig gemacht haben (weil sie durch äußere schwierige Umstände daszu gezwungen waren).

Als kleine Hinleitung zum Thema wurde in ein paar Sätzchen erörtet, warum Frau denn auf die Idee kommen könnte ihrer (Standard-Firma-Angestellten) Karriere, eine so radikale Wendung zu geben. Und da stand dann geschrieben, dass ja durchaus ein Schicksalsschlag passieren kann oder ein Kind das Leben verändert und Frau dann eben gezwungen ist, neue Wege zu gehen. Alles schön und gut, aber warum ist das in unserer heutigen Gesellschaft schon gleichzusetzen mit einem “Schicksalsschlag”, wenn Frau ein Kind bekommt? Warum finden es sogar Frauenzeitschriften  selbstverständlich, dass eine Weiterverfolgung der ursprünglichen Karriere dann nicht mehr möglich ist? Hat mich mal wieder genervt! Ich finde es ja wirklich toll, wenn Frauen (eigentlich Menschen im allgemeinen) sich selbstständig machen und davon dann auch noch leben können, aber warum muss man das so hervorheben, als sei dies ein nettes Nebenprodukt, weil Frau nach Geburt für den “normalen” Arbeitsmarkt nicht mehr zu gebrauchen war? Selbstverständlich wäre es doch eigentlich, dass Frau alle Wege offen stehen. Oder seh nur ich das so?

by Cloe

Gross werden ist schwer… Man sagt, die steilste Lernkurve erleben wir innerhalb der ersten 3 Lebensjahre: die Eltern und Umgebung erkennen können, krabbeln, laufen lernen, vernünftig sprechen lernen, fehlerfrei wichtige Abläufe auf die Reihe bekommen und nebenher körperlich wachsen. Das und vieles andere ist innerhalb der ersten Jahre eine absolute Höchstleistung. Eltern können das bestätigen, ihr Kind lernt schnell, aber eben auch in Begleitung mit den damit verbundendenden Emotionen des Frusts, Scheiterns – seine Begrenztheit spüren – aber auch Erfolgserlebnisse erleben und Fortschritte erkennen. Kleinkinder stehen jeden Tag vor enormen Herausforderungen. „Try and Error“ ist an der Tagesordnung und man hat keine Gebrauchsanweisung an der Hand. Das muss über eine gute Beobachtungsgabe und schnelle Erfahrungsverarbeitung laufen und natürlich mit Hilfe einer guten Begleitung der Eltern.

Klingt komisch, aber so ähnlich habe ich mich in meinem ersten Jahr als Führungskraft gefühlt. Ein verwirrender Vergleich, aber genauso war es, ich war regelmäßig verwirrt und schwer damit beschäftigt meine Eindrücke zu verarbeiten. Es war nicht immer leicht, so emotional. Man hat jahrelang eine super Leistung als Fachkraft hingelegt und wechselt die Rolle nun vollständig. Man fängt irgendwie von vorne an und es stehen keine „Eltern“ hinter einem. Im optimalen Fall hat man einen Chef, der sich noch an sein erstes Jahr als Führungskraft erinnert und Hilfestellung leistet. Oder auch nicht. Meiner hat mir leider das Leben eher schwer gemacht, naja, ich will ja nicht jammern ;) . Die Mitarbeiter schmeißen einen aus ihren „Reihen“ – man gehört nicht mehr dazu. So wie man es ja auch gewollt hat. Die Seiten sind gewechselt. Vom Kollege zum Vorgesetzten bedeutet eine völlig neue Rolle annehmen, die man kaum erlernen kann, auch wenn man ein Ratgeberbuch liest. Hier hat man es mit Menschen zu tun, die Erfahrung muss man machen. Wie führt man und wie kann man die Bedürfnisse der Mitarbeiter mit den Zielen der Unternehmung und den eigenen Wünschen Matchen? Ich habe mich gefühlt wie auf einem Hochseildraht, ohne Netz und Boden. Doch wenn das erste Jahr mal überstanden ist, dann wiederholt sich alles und es wird leichter. Eine gute Beobachtungsgabe und eine schnelle Erfahrungsverarbeitung hilft – es fängt an sich zu lohnen und Spaß zu machen. Mein Rat: Dranbleiben und nicht aufgeben! Und ein paar Fettnäpfchen sind auch als Führungskraft erlaubt… ;)

by Cloe

Ja, es gibt diese Mitarbeiter, die man einfach nicht versteht. Ich gebe dies hiermit zu. Als Mitarbeiter selber hat man grundsätzlich die Erwartung, dass der Chef einen kennt, Bedürfnisse und Erwartungen ideal im Blick hat und die berufliche Entwicklung in einem bestmöglichem Tempo gepaart mit persönlicher Weiterbildung auf dem Schirm hat. Soweit so gut. Es gibt die Zielvereinbarung, Weiterentwicklungspläne inklusive Schulungspläne, „Standortbestimmungen“ bei Soft- und Hardskills sowie die eigentlich wichtigen persönlichen Gespräche, in denen man herausfindet, was der Mitarbeiter eigentlich will. Idealtypisch stimmt das Level der gewünschten beruflichen Herausforderung des Mitarbeiters mit den verteilten Aufgaben überein. Wenn man halbwegs sozial intelligent ist und etwas Empathie in die Waagschale wirft, kann man soviel gar nicht viel falsch machen, da der Zielrahmen des Unternehmens sowieso gesetzt ist. Dachte ich immer. Aber es gibt auch solche Mitarbeiter, die irgendwie nicht greifbar sind, es vielleicht auch nicht wollen.

Unser Start war schon holprig, er Mann, ich Frau (tut ggf. gar nichts zur Sache). Er bräuchte gar keine Chefin und würde seinen Job autark alleine hinbekommen, wenn er mal einen Sparings-Partner bräuchte, dann würde er auf mich zukommen. „Wie bitte?“ Mutig, dachte ich. Ich fand heraus, dass er eigentlich meine Stelle wollte, aber irgendwie auch nicht. Ein „Hidden-Oponent“ dachte ich und hätte ihn bei der ersten Weiterentwicklungsmaßnahme aus meinem Team entwickelt, um ihm nicht im Wege zu stehen und besonders er mir nicht. Wollte er aber nicht. Er wollte bei mir bleiben. Aber warum zum Teufel? Wir rüttelten uns irgendwie ein. Aber über die Jahre auch nicht wirklich. Der Respekt wuchs, aber das ultimative Verständnis füreinander irgendwie doch nicht. Ich wusste nie, wie ich ihn motivieren konnte, was ihn bewegt oder welche Aufgabe perfekt passen würde. Ich beschreibe ihn mal als „unführbar und einzelgängerisch“. Die gibt es auch. Ich konnte in Erfahrung bringen, dass schon so einige Vorgesetzte ihm übel mitgespielt hatten und er scheinbar das Vertrauen endgültig verloren hatte. Seine Ergebnisse stimmten in der Qualität irgendwie grob, aber angenehm war es nie. Er machte immer nur die Aufgaben, die er wollte. Alle anderen konnte er erfolgreich wegdiskutieren. Letzte Woche ist er durch Restrukturierung in ein anderes Team gewechselt. Ich werde nicht schlau aus ihm. Muss ich vielleicht auch nicht. Ich glaube er hat sich tatsächlich in dem Maximum was geht, bei mir wohlgefühlt. Auch eine Erkenntnis. Das musste jetzt mal raus.