Lipstick and Laptop

by Cloe

Es ist einfach manchmal schwer seinen Gegenüber zu verstehen. Insbesondere dann, wenn dieser es bewusst, meist aber unbewusst schafft, die eigenen „Knöpfe“ zu drücken. Ja, genau diese Negativen, die Enttäuschung, Unverstanden sein und womöglich noch Ausgrenzung hervorrufen. Als Frau wie Mann im Business fast alltäglich. Dann noch der Frust nicht zu wissen, wie man damit umgeht, ist die Krönung eines Feierabends, den man sich versaut hat. Mit diesem Thema bin ich mal wieder zu meinem Mentor gelatscht, völlig frustriert über meine schlechten Gefühle, wusste ich doch, dass mir persönlich niemand was Böses will.

Seine Antwort: Übe den Perspektivenwechsel. Sich einfach mal in die Situation und Lage des Gegenübers versetzten. Den Hergang der Situation aus diesem Blickwinkel verstehen. Oh Gott, wie mir das schwer fällt, muss ich doch meine eigenen Wunden lecken und habe wenig Lust ein Größtmaß an Verständnis für denjenigen aufzubringen, der mir die Suppe eingebrockt hat. Doch es funktioniert und ich kann es nur empfehlen. Diese Sicht sieht weit harmloser aus, als man es sich vorgestellt hat, ist oft auch nur mit Ängsten und Problemen behaftet. Das hilft einfach sich besser zu fühlen, wer auch immer in dieser Situation hätte Verantwortung und Verständnis zeigen sollen. Ein emotional enstresstes Gespräch am nächsten Tag hilft oft die missverständliche Situation zusätzlich aufzulösen, ohne große Erwartungen. Fazit: mit dem Perspektivenwechsel scheint die Sonne einfach wieder schneller im Gemüt und der Feierabend ist gerettet.

by Cloe

Ich hatte letztens mit meinen lieben Freundinnen und ein paar aufgeschlossenen Herren eine anregende Diskussion rund um das Thema Frauen und Männer im Business, wie wir ticken, wie wir uns sehen und was für Herausforderungen wir doch alle miteinander haben. Bei einem Bier und Prosecco am Abend. Ganz locker, frei, ohne Zwang. Ohne direkte Arbeitskollegen zu sein, ohne Ziel und Zweck. Das Thema lief sehr spannend, anregend, manchmal lustig und hier und da auch etwas holprig. Wir konnten uns alle auf die Schippe nehmen und ich freute mich über einen unterhaltsamen Umgang mit dem Thema.

Ich musste aber auch zusätzlich zwischen den Zeilen feststellen, dass Frau an dem Abend sehr genau wusste, was alles doof ist, oft klare Forderung stellte und mit der einen oder anderen überflüssigen Emotion fast zickig und enttäuscht wirkte. So erlebe ich es auch oft im Alltag. Der Frust, nicht verstanden zu werden in einer Welt, die Frau am liebsten bereichern möchte, auch einen Platz haben will. Auf der anderen Seite die Männer an diesem Abend, offen, neugierig mehr zu verstehen – den Platz unter den „Frauenversteher“ zu ergattern. Und auch hier wieder Muster aus dem Alltag, die ich nur allzugut kenne: Mann ging die Diskussion analytisch, fast strategisch an und diskutierte „Mehrwerte“, „Einsatzorte“ und Unique Selling Positions (USPs) der Frau durch. Irgendwie kam mir das alles sehr „technisch“ vor, der menschliche, verständnisvolle Teil ging mir abhanden und wurde göttlich von einem Mann gekrönt: „Also ich finde abschließend, dass der Produktionsfaktor Frau seine Berechtigung findet, in Return on Investment (ROI) Berechnungen aufgenommen zu werden“. Wir brachen alle in lautes Gelächter aus und damit war das Eis gebrochen für eine wirklich spannende Diskussion. Im Business Alltag sollten wir viel öfter den Punkt erreichen, wo der Knoten der Oberflächlichkeit und politischen Spielchen platzt und eine wirklich menschliche Diskussion im Miteinander erreicht werden kann. Diese bringt nämlich den wirklichen, ja auch finanziellen Erfolg des Unternehmens.

by Liz

Meine Freundin regt sich tierisch über ihren Chef auf. Er beachtet sie kaum, interessiert sich nicht wirklich für ihre Themen und oben drauf macht er unangemessene Kommentare, kritisiert sie unverhältnismäßig oft und sehr scharf, ist aber nie für ein Gespräch bereit und scheut jeder Art der Konfrontation. Sie ist richtig frustriert. Eigentlich beschwert sie sich jedes Mal, wenn wir telefonieren, über ihren Job, ihren Chef und überhaupt – alles ist doof. Mal zweifelt sie an seinen Führungskompetenzen und dann redet sie sich wieder ein, dass sie wahrscheinlich nicht gut genug ist und seinen Ansprüchen einfach nicht gerecht werden kann. Einen normalen Umgang miteinander haben die beiden auf jedenfall nicht und es schien immer, dass sich daran auch nie etwas ändern wird.

Bis zu dem Tag, als die Neue kam: lange blonde Haare, schlanke Beine, schmale Taille und ein Dekolleté zum dahinschmelzen – so eine „90-60-90“ Frau eben. Der Chef war auf einmal wie ausgetauscht. Sagte morgens freundlich guten Tag, hielt die Türe auf, tanzte regelrecht um die neue Kollegin herum, Mittagessen hier, Besprechung da – und meine Freundin kotzte ab. „Hübsche Frauen haben es einfach leichter“, meint sie. Ist es wirklich so?

Wenn wir mal ehrlich sind, dann umgibt sich jeder gerne mit „schönen“ Menschen. Leute, die eine besondere Ausstrahlung haben, einen irgendwie mitreißen können, immer lachen oder einfach nur hübsch anzusehen sind. Schön hat nicht nur etwas mit dem äußerlichen Aussehen zu tun. Es ist das Gesamtpaket von äußerlicher Schönheit, Ausstrahlung, Charisma und Selbstbewusstsein! Ich versuche meine Freundin zu motivieren, sage ihr, wie toll sie ist, erinnere sie daran, was sie alles kann und leistet. Ich bin mit ihr shoppen gegangen, habe sie motiviert wieder mehr auf ihr Äußeres zu achten. Denn auch sie war einmal eine dieser „Bombe-Frauen“, die den Gang entlang kamen und nach der sich alle Männer und Frauen umgeschaut haben. Sie hat dieses innere Leuchten und ihr Selbstbewusstsein nur irgendwie ein wenig verloren. Nun gilt es, es wieder zu aktivieren und zu finden. Denn jeder kann strahlen, leuchten und positiv auf das Umfeld wirken. Es liegt einfach nur an unserer ganz persönlichen Einstellung und Haltung.

Ich sage daher: Ja, schöne Frauen haben es leichter! Also los, finde deine Schönheit! :)

by Cloe

Gestern hat Liz so einiges auf den Punkt gebracht. In Ihrem Artikel “Achtung Stutenbissig” hat sie das Thema zu was oder wem einige Frauen werden können, nur nicht zu einem authentischen weiblichen ICH thematisiert. Werden viele leitende Frauen wirklich zu schlechten Männer? Oder machen sogar Männer die Frauen zu einem schlechten Abgleich ihrer selbst? Hier ein Hinweis auf die “Ban Bossy” – “Verbannt Bossy” Kampagne von Sheryl Sandberg, CEO von Facebook, die sich hier mit Beyoncé, Condoleezza Rice und Victoria Beckham zusammengetan hat. Sie möchte verhindern, dass das Image des Begriffs „Bossy“ an Frauen haftet und ihnen schadet. Bossy steht für herrisch, rechthaberisch und barsch. Schon kleinen Mädchen, die Stärke zeigen, mehr im Mittelpunkt stehen und die Dinge in die Hand nehmen, werden in den USA und auch im Rest der Welt – ja auch in Deutschland – schnell mal der Begriff „bossy“ um die Ohren gehauen, der eine klare Abwertung und Frauenfeindlichkeit aufzeigt.

Schon im Kindesalter lernen kleine Mädchen, die nicht als herrisch, barsch oder rechthaberisch gelten wollen – und wer will das schon – sich daher zurückzunehmen. Sollten sie doch weiblich weich wirken. Missverständlicherweise hören laut Sandberg Mädchen diesen Begriff als „Negativ-Prädikat“ vier Mal soviel wie Jungs. Jungs werden in der Regel für Dominanz und Durchsetzungsstärke belohnt. Das ist aber nicht Sinn der Sache. Männer zeigen im Business häufig noch die Sorge bei einer Chefin, dass diese sich zu bossy aufführen könnte.

Ich bewundere Mrs. Sandberg, dass sie über den Kampf gegen diesen Begriff in Bezug auf junge Mädchen eine ganze Diskussion über Frauen und Männer im Business am Leben hält. Sie zieht eine Aufmerksamkeit auf sich über einen einfachen Aufsatz ihres erlebten Kindheits-Traumatas. Sie kämpft für den Schutz von kleinen Mädchen UND Jungs, die über diesen Begriff ihre Prägungen erhalten, die beiden im Berufsleben später mal wieder im Wege stehen werden.

by Liz

Ich frage mich schon manchmal, wie ich als Führungskraft auf mein Team oder andere Kollegen im Haus wirke. Nur finde ich es schwierig, diese Frage offen zu stellen – vor allem wann, zu welchem Anlass macht man das? In der Regel versuche ich das im Personalgespräch ein wenig heraus zu finden. Da geht es um Stärken, Schwächen, Dinge die gut laufen und weniger gut. In diesem Zusammenhang gebe ich Feedback und fordere zum Feedback auf – das klappt an sich ganz gut.

Viel interessanter finde ich aber die spontanen, unüberlegten Reaktionen. Das ist viel authentischer und kommt direkt aus dem Bauch herausgeschossen. So auch letztens bei einem Abendevent. Nachdem das Geschäftliche besprochen war, wurden die Themen weicher und privater. Ich war dann so frei und habe in die Runde gefragt, ob jemand Erfahrungen mit weiblichen Führungskräften oder Vorgesetzten gemacht hat und wenn ja, wie sie es empfunden haben. Ein Herr meinte sofort „Oh ja ich. Sowas von Stutenbissig, zickig und launisch – das war ganz schlimm. Bei der Frau wusste man nie woran man ist. Zudem war sie total „bossy“.“ Ganz ähnlich war die Reaktion bei den zwei anderen Männern in der Runde. Vor allem launisch seien die Damen gewesen und so gar nicht weiblich. Natürlich fragte ich da etwas näher nach, was denn mit „nicht weiblich“ gemeint war. Sie seien so verkrampft gewesen und hätten sich oft wie Männer verhalten – das habe einfach nicht authentisch gewirkt.

Wird Frau so, weil sie sich ständig gegen Männer behaupten muss? Ist das vielleicht das Ergebnis eines nicht sichtbaren Machtkampfs? Ich denke, gerade Frauen in „Machtpositionen“ haben eine riesige Chance, etwas zu bewegen und zu verändern. Eben weil wir Frauen sind! Wir haben die emotionale Intelligenz praktisch gepachtet. Wir können mit unserem Charme und Feingefühl jedes Thema und jede Krise meistern. Allerdings sollte sich keiner dabei verstellen müssen. Sobald man in eine Rolle schlüpft, läuft irgendwas falsch. Authentisch sein, Stil und Klasse zeigen, wertschätzend miteinander umgehen, aber durchaus hart in der Sache sein – ich glaube das ist der richtige Mix und führt zum Erfolg. Was meint ihr?

by Cloe

Der Blog thematisiert die unterschiedlichsten Problemstellungen im Thema Frauen im Management, das leidige Thema der Frauenquote und Frauen im Business im Allgemeinen – sowie alle wichtigen Beteiligte drum rum. Ein Zwischenfazit von mir: Die wirklichen Hindernisse liegen doch da, wo viele nicht hinsehen wollen, weil es so kompliziert und vielschichtig erscheint – im „Kleinen“: Das Miteinander von Mann und Frau an sich im ganz normalen Alltag und nicht der Live-Spot auf die einzige Vorstands-Dame, die es da irgendwie mit Ausnahmeprozesse hin geschafft hat. Wo sind die Regeln des Aufstieges von Frau in der normalen Breite? Wenn man hier nicht anfängt Transparenz und Klarheit reinzubringen, dann wird es noch einen sehr langen Weg in dieser Diskussion geben.

Wie soll also die Damen-Quote bis ins Top Management erhöht werden, wenn es im „alltäglichen Kleinen“ permanent hakt und oft Stillstand und Frustration provoziert? Wenn bspw. beim Vorstellungsgespräch Frau schon Schwierigkeiten bekommt oder unbewusst selber welche kreiert; sich selbst im Wege steht? Wenn Frauen untereinander die falsche Einstellung lebendig halten, wie z.B. das gemeinsam auf einer Ebene arbeiten ist toll, das Erheben einer Frau gegen das Krabbenkorb-Prinzip gar Stress bei vielen auslöst? Wie wollen Sie die Quote erhöhen, wenn es noch so viele unterschiedliche Verständnisse im Verhältnis Mann zu Frau gibt? – ein 60 jähriger Mitarbeiter kommt aus einer anderen Generation mit einem anderen Frauenbild als der neue Absolvent mit 25. Wer unterstützt ihn dieses weiterzuentwickeln, zu adaptieren oder einen neuen Umgang damit zu finden? Wer begleitet Frauen mit Ihrem Gegenüber und seiner/ ihrer Einstellung nachsichtig umzugehen, Wege und Strategien zu entwickeln ein verständnisvolles Miteinander zu entwickeln, herrschen im Business doch eher Wettbewerbsregeln und oft nicht zuletzt immer noch: „der Stärkere setzt sich durch?” Dies einfach mal als Gedankenanregung.

by Liz

Elternzeit ist längt nicht mehr nur ein Modell für Frauen. Immer mehr Männer verabschieden sich für einige Monate vom Job und nehmen sich eine Auszeit fürs Kind. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass mittlerweile jeder dritte Vater die Elternzeit nutzt. Ein Kollege sagte letztens zu mir: „Ich freue mich richtig auf die Zeit mit meinen Kindern. Endlich habe ich Zeit, sie täglich zu begleiten und an ihrem Leben ganz intensiv und aktiv teilzunehmen.“ Laut einer Forsa-Studie befürchten die Männer aber gleichzeitig auch, durch die Auszeit Nachteile im Berufsleben zu haben. Die meisten Väter belassen es daher bei einer Mindestdauer von zwei Monaten. Diejenigen, die länger als zwei Monate in Elternzeit gehen, bekommen laut der Studie oft Probleme mit dem Arbeitgeber. Tatsächlich befürchten 41 Prozent der abhängig beschäftigen Väter, dass die Elternzeit sich sehr oder eher negativ auf die Karriere auswirken könnte.

Es ist schon interessant, dass man erst im Zuge der Elternzeit von Vätern über die Ängste bezüglich eventueller Nachteile in der Karriere liest. Vielleicht ist es mir früher nicht so sehr aufgefallen, aber zumindest habe ich das Gefühl, dass das Karriere-Thema immer nur in Verbindung mit dem Thema „Vater und Elternzeit“ auftaucht. Frauen geht es doch seit eh und je so – aber das entspricht ja nicht dem traditionellen Rollenverständnis. Es wird wirklich Zeit, dass die Arbeitswelt familienfreundlicher wird! Traditionen und Rollenverteilungen ändern sich, wie man sieht.

by Cloe

Kennt ihr das auch? Irgendwie klappen die meisten Sachen nur unter Druck. Man fühlt sich tagelang schlecht, weil man schon längst hätte anfangen sollen. Im privaten wie beruflichen. Ob noch die letzte Urlaubsorganisation, lernen für eine Prüfung oder das Erstellen einer Präsentation – alles zu einer bestimmten Deadline. Doch wenn das Ding mal steht und fertig ist, ist auf die letzte Minute dann komischerweise doch eine brillante Leistung entstanden. Was habe ich mich nicht alles verrückt gemacht, bereue es doch immer wieder so knapp dran zu sein.

Bis ich festgestellt hatte, dass es in vielen Themen bei mir einfach nicht anders geht. Im Kopf laufen  viele Prozesse gleichzeitig ab und ich behaupte: ich kann einfach nicht vorher beginnen, bis mein Kopf, meine Seele und mein Gefühl sich nicht geeinigt haben, wohin in diesem Thema die Reise geht. Einfach so anfangen ist so ausgeschlossen. An alle, denen es auch so geht: Der Kopf arbeitet schon lange an Ideen und Konzepte und versucht einfach eine Vorstellung davon zu generieren, was er denn eigentlich tun soll. Eine Vision eben, die Größeres und Perfektes kreieren soll. Solange die nicht sitzt, ist „einfach Anfangen“ pure Zeitverschwendung. Je weniger man sich hier verrückt macht, umso besser, denn diese negativen Gefühle sind an dieser Stelle Zeitverschwendung. Oder wie stolz ein guter Freund die Angelegenheit voller Ehrfurcht letztens betitelte, als ich mal wieder nach einer doch klasse Leistung meinen kreativen und anstrengenden Prozess davor beweinen musste: „Cloe, auch bei dir werden Diamanten nur unter Druck gepresst.“ Er hat einfach nur Recht und diese Vorstellung ist doch viel besser als die Gedanken grundsätzlich etwas Falsch zu machen… :)

by Liz

Ich bekomme mehrmals die Woche Einladungen zu Workshops, Seminaren, Tagungen und Kongresse zugeschickt. Auffällig ist, dass die eingeladenen Redner und Diskussionsteilnehmer überwiegend männlich sind. Wo sind die Frauen? Genau diese Frage wurde auf dem letzten Kongress laut gestellt. Die Verantwortlichen schauten sich fragend an und stammelten etwas in Richtung „das wurde nicht bewusst so festgelegt, aber die Arbeit in unserem Arbeitskreis ist halt schon arg zeitintensiv und zeitaufwändig“. Die Frauen im Plenum waren nicht wirklich zufrieden mit dieser Antwort. Die Veranstalter versprachen aber die Anmerkung und Anregung, mehr Frauen fürs Podium zu gewinnen, mitzunehmen.

Haben Frauen weniger Zeit für das Engagement in einem Arbeitskreis oder gar für die Karriere oder ist das nur ein falscher Rückschluss von Männern, die oftmals das Feld anführen und dominieren? Kann man heutzutage Karriere und Familie wirklich sinnvoll vereinen? Wieviel Zeit muss sich Frau nehmen, um von Mann nicht „abgehängt“ zu werden?

by Liz

Den Spruch „Shut up and look expensive“ habe ich von Cloe ausgeliehen. Ich liebe ihn einfach! Ich bin selbst so oft in Situationen, wo ich ihn mir zu Herzen nehme und befolge. Und nicht selten gebe ich ihn als guten Ratschlag an Dritte weiter. Auf einem Expertentreffen neulich hätte ich diesen Satz gerne einer jungen Nachwuchskraft ans Herz gelegt.

Auf dem Treffen kam ich mit verschiedenen interessanten Leuten ins Gespräch. Es hat richtig Spaß gemacht, sich mal wieder auf Fachebene auszutauschen. Ich finde solche Runden immer wieder praktisch, weil man ohne viel Mühe abklopfen kann, wie man sich im Vergleich zu der Konkurrenz schlägt. Konkurrenz ist dabei vielleicht nicht ganz passend, denn immerhin stehen wir nicht im Wettbewerb zueinander. Aber ich finde es eben toll, wenn man seine Strategien und Maßnahmen mit denen der anderen vergleichen kann. Entweder man lernt etwas dazu, macht es beim nächsten Mal besser, oder man wird eben bestätigt – was ungemein motiviert und gut fürs Selbstbewusstsein ist.

Aber zurück zur Nachwuchskraft. Sie war sehr jung, kam direkt von der Uni, keine Berufserfahrung (das merkt man recht schnell im Gespräch, ob vorhanden oder nicht) und dennoch versuchte sie zu jedem Thema, das in der Runde angesprochen wurde, etwas zu sagen. Meistens passte es einfach nicht und alle schauten sich fragend an. Irgendjemand überspielte die Situation dann meistens und ging entweder auf ihre Geschichte ein oder begann ein neues Thema. Sie wirkte dabei so verkrampft, angespannt und das Gespräch war regelrecht erzwungen. Sie tat mir einfach nur Leid. Nix sagen und klug dreinschauen wäre auf jedenfall besser gewesen. Zustimmend den Kopf nicken, abwarten, zuhören und nur dann was sagen, wenn man inhaltlich wirklich etwas Sinnhaftes und wertiges beitragen kann. Ganz nach dem Motto „Shut up and look expensive“ eben. Ich denke, wir alle hätten sie dann viel ernster genommen und sicherlich auch interessiert zugehört. Ab und zu muss man eben das „Pokerface“ aufsetzen – machen alle so! :)