Lipstick and Laptop

Wir wünschen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Euer L&L Team!

By Cloe

Ich bin Freigestellt und kann meine Freizeit genießen. Oder? Eine Anekdote, die mein Gefühls-Auf-und-Ab beschreibt: Ich gehe um 10 Uhr zu Edeka, habe nichts mehr zu essen im Haus. In meinem „nicht-gehetzt-relaxten-Einkaufs-Schlender-Modus“ fallen mir zum ersten Mal die Leute um mich herum auf und die Atmosphäre im Supermarkt. War ich doch bisher als Berufstätige immer die Letzte kurz vor Ladenschluss, gehetzt, irgendwas in den Korb schmeißend und in einer langen Schlange von Gleichgesinnten an der Kasse stehend.

Mein Bild jetzt: keine langen Schlangen an der Kasse, relaxte Verkäuferin, die gemütlich die Regale vollräumen, eine kleine Gruppe schlendernder Rentner, eine ganz kleine Gruppe schwänzender Schüler, eine etwas größere Gruppe von Müttern mit ihren Kindern bis 4 Jahre alt, die gar nicht mal so gestresst aussehen, wie ich immer dachte. Und vielleicht 2 Studenten, schätz ich wegen des Alters. Und ich. Ich merke, dass ich meine Peer-Group verloren habe. Wie die Gesellschaft doch leicht zu segmentieren ist. Ich muss schmunzeln und beschließe die Zeit positiv zu nutzen, die Dinge um mich herum bewusster wahrzunehmen und vor allem alles nicht so ernst zu nehmen. Lächelnd habe ich meine Einkäufe gemacht… Ich gehöre jetzt einer kleineren Randgruppe an. Na dann :)

by Helen

Am vergangenen Wochenende war ich toll im Schwarzwald wandern. Und während wir so stundenlang durch bepuderzuckerte Landschaft marschierten, hatten wir viel Zeit mal über alles Mögliche zu quatschen. Dabei war auch ein Bekannter, der ein kleines Unternehmen führt – zwei Chefs, vier Angestellte. Start-up, alles selbst aufgebaut, Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, das volle Programm. Eigentlich jemand, der wirtschaftlich betrachtet von unserer Regierung jedes Jahr zumindest mal eine Weihnachts-Dankes-Grußkarte erhalten sollte. Über Umwege kamen wir schließlich auf das Thema Frauenquote und Frauen in Unternehmen und dass es eigentlich sinnlos ist, in Vorständen eine Quote zu fordern, solange es für Betriebe eigentlich immer noch ein Nachteil ist eine Frau einzustellen, wenn diese noch in der Familienplanungsphase ist. Und dann erzählte er mir etwas, dass sogar für mich noch neu war. Wenn Frauen Kinder bekommen wird es für den Betrieb erstmal richtig teuer. Eine seiner Mitarbeiterinnen war dieses Jahr Mutter geworden und es hatte ihn in Summe 15.000 Euro gekostet. 15.000 Euro – für ein Unternehmen mit 300.000 Euro Umsatz sind das 5%!!! Das ist ja der Wahnsinn dachte ich – und hakte nach: Das Elterngeld zahlt doch aber der Staat? Ja, ja sagte er klar, aber: Den Mutterschutz zahlt der Arbeitgeber zum Teil selbst (teilweise die Krankenversicherung), außerdem ist die Kollegin während der Schwangerschaft mit Ultraschallterminen, Krankheitstagen usw. öfter weg – eine Vertretung muss her. Dann muss ein Nachfolger gefunden werden. Die Stelle muss ausgeschrieben werden oder gar ein Headhunter beauftragt werden. Auch die Einarbeitungsphase mit etwaiger Überlappungszeit muss einkalkuliert werden. Das soll jetzt nicht falsch verstanden werden. Mein Bekannter beschwerte sich überhaupt nicht darüber. Er hatte große Wertschätzung für die Mitarbeiterin und ihre Familiensituation. Aber klar ist natürlich auch, dass dies gerade für ein Start-up oder eine kleine Firma eine große Belastung darstellt. Und hier greift keine Quote – bei der nächsten Einstellung muss ein unternehmerisch denkender Mensch dieses Risiko einkalkulieren. Und damit ist eine Frau nicht gleich attraktiv auf dem Arbeitsmarkt wie ein Mann – Zwangsverordnung durch eine Vorstandsquote hilft das wenig.

by Cloe

Ich habe gekündigt und bin monatelang freigestellt. Was nun? Wäre ich 25 und hätte nicht schon Verantwortung für Ehemann und lokale Verpflichtungen, ich würde meine Wohnung kündigen und einfach ein paar Monate nach Spanien ziehen. Nein, besser Australien. Oder eine neue Sprache in China lernen. Aber irgendwas hält mich zurück. Mein Change Prozess.  Ich war keine Praktikantin, die nach einem halben Jahr ging und das nächste Abenteuer während des Studiums aussucht. Ich war 10 Jahre in einem Karriere Rhythmus in dieser Gegend, in einer Branche. Einfach Zelte abreißen, hat sich nicht gut angefühlt.

Also den Alltag in der selben Umgebung eben anders meistern. Das ist meine große Challenge. Die Vorbereitung auf eine neue berufliche Herausforderung und der mentale Ausstieg aus dem bisherigen. Andere Ziele und Projekte in den Alltag reinbringen – lieber nicht, besser die Laufenden zuende bringen. Habe ich als mega Aktion-Dame mit vielen Interessen in der Vergangenheit ein paar mal zuviel “ja” gesagt, habe nun so einiges am Laufen. Promotion, Fachartikel und ein ganzes Buch liegen noch auf dem Schreibtisch. Trotzdem. Mein Vorsatz: aus Vollgas nicht wieder noch mehr Vollgas machen, aber auch kein Standgas. Denn Stillstand ist für mich Rückschritt. Ich spüre, dass sehr bewegende Wochen auf mich zukommen werden…

by Cloe

Herrlich, eine Bekannte von mir aus England postet folgende Status-Meldung heute früh auf Facebook:

“After 6 years of study at Monash I can say that I passed every single subject in my degree and soon I’ll be starting as a real-life Mechanical Engineer. All those glass ceilings, closed doors and boys clubs are just notions, just ideas. They’re not tangible. You can’t see, feel or touch them. They can only exercise power over you if you let them, if you choose to believe in them. So screw you, glass ceiling. I can open the door for myself. And I’ll join the boys club.”

Abgesehen davon, dass ich unglaublich stolz auf Sie bin, ihren Abschluss geschafft zu haben – war dies eine Status-Meldung, die mich zum Lächeln gebracht hat. Ihre Einstellung zum “Boys Club” – so leicht und unbeschwert, hat mich befreit. Befreit, die eigenen schwierigen und komplizierten Erlebnisse in der Männerdomäne nicht mehr zu schwer zu nehmen. “Man kann jeden Tag alles anders und besser machen”. In Erinnerung an diesen Spruch, drück ich auch bei mir mal wieder auf “Reset” und schließe mich den Einstellungen der jüngeren Nachzüglerin an. Denn die Welt bleibt nicht bei den prägenden Erlebnissen der Vergangenheit stehen, sondern entwickelt sich nun mal weiter. Danke dir Louise für die Anregung das eigene Mindset immer wieder zu hinterfragen und anzupassen!

by Cloe

Das Management hat beschlossen mich freizustellen, nach meiner Kündigung habe ich einen Termin mit der Personalabteilung, die meinen Bereich intern schnell nachbesetzen möchte. Freistellung ist üblich, bei uns aber aber eben Nasenfaktor. Hat die unterschiedlichsten Gründe. Ich schätze mein Shareholder war emotional immer noch nicht amused, dass ich gehe. Auch das Thema Wettbewerber spielt immer eine Rolle.

Ein Glücksfall? – bis zu meinem Ausstieg aus der Firma in ein paar Monaten bin ich freigestellt bei vollen Bezügen. Ich kann es kaum glauben. Handy abgeben, Dienstwagen behalten. Nach Hause fahren. Zwei Stunden zum Packen der persönlichen Sachen, Verabschiedung bei meinen Mitarbeitern und das Haus verlassen. Es gab viele Überraschungstränen, es hat mich gerührt, wie betroffen meine Mitarbeiter waren. Ich hätte es Ihnen gerne viel früher gesagt, aber mit einer Freistellung hatte ich nun nicht gerechnet. Über den Flur noch ein paar erstaunten Kollegen Bescheid geben und raus aus dem Gebäude. Das wars.

Ich bin wie in Trance nach Hause gefahren und kann es nicht glauben. Es fühlt sich an wie ungeplant aus der Kurve gerissen zu werden und an den Rasenrand gesetzt. Mit einer Cola in der Hand. Zusehen und Fähnchen schwingen. Es fällt alles von mir ab: der stressige Führungsalltag, die privaten „Projekte nebenher“ und die neue berufliche Zukunft nehmen Platz im vollen Tag ein. Meine Promotion erhält die Chance zügig fertig zu werden. Aber auch die Angst steigt, in ein Loch zu fallen oder so vor sich hinzutrödeln und nicht mehr wissen wer ich bin oder was ich kann… Es wird sich zeigen.

by Helen

heute hab ich mir bei einer Kollegin was super cleveres abgeguckt. Das muss ich jetzt loswerden. Es ist ja ziemlich kalt geworden und regnen tuts auch noch. (Was soll das eigentlich?) Und da hilft nur eins – die Pumps und Stilettos müssen weichen, ehrlich gesagt würde ich am liebsten mit Wanderschuhen auf die Arbeit gehen. Aber da das wirklich schlecht zu meinem Outfit passt – helfe ich mir mit Stiefeletten über den Wintern. Die wiederum sehen nicht so toll zu Röcken aus wie Pumps. Klar gibt es auch schicke Stiefeletten, aber ich finde nichts geht über den klassischen schwarzen Stiletto. Und hier kommt die clevere Kollegin: Sie trägt zu Rock mit schwarzer Strumfhose eine Stiefelette, die mit einem abgesetzter Spitze und Ferse so aussieht wie ein schwarzer Pumps. Hier gehts zum Shop. Top!

Schuhtick - aber clever