Lipstick and Laptop

by Cloe

Die „Sei ein Mann und setz dich durch“ oder „Mädchen, sei lieb und fleißig“ – Falle erlegen wir doch irgendwie alle in unserer Kindheit. Dies sind Prägungen getragen mit und durch die Gesellschaft, jahrtausend alte Gene in uns und die Eltern fordern oft auch noch unbewusst Stereotypen-Verhalten und Rollenbilder ein. Frauen sind dadurch oft karrieremäßig gebremst, fordern weniger ein als Männer und warten getreu dem Motto „sei lieb und fleißig“ ab, dass ihr Fleiß gerecht belohnt wird. Aber um nicht immer auf die benachteiligten Frauen einzugehen, hier das selbe Prinzip bei Männern. Folgender Link hat mich bewegt, Jungs bekommen genauso wie Mädchen Sätze gesagt, die sich wiederholen und als „Anker“ tief festigen können. Dieser Link thematisiert die Männerwelt:

In der Einführung des Videos heißt es vom Autor bewegend: “Be a man” is something we’ve all heard at one time or another, (…). Being a “man” in that sense means something completely different to me (…) than what that phrase implies. I can’t even begin to describe the toll that the concept of masculinity has taken on my life. And it’s felt everywhere. It’s time we make changes, starting from within ourselves.“

Ein Aufruf sich mit den Prägungen und Leitsätzen auseinanderzusetzen, die fest in einem verwurzelt sind. Auch Jungs dürfen weinen, sollen sich mit ihren Gefühlen auseinander setzen dürfen. Sie müssen nicht jederzeit den starken Mann darstellen, der sich und alles andere unter Kontrolle hat, sich durchsetzt. Das ist wichtig, denn im Business Leben gibt es sicher Spielregeln und Verhaltenscodexes. Hinzu kommen aber unsere angelernten Muster, die wir wohl ewig mitschleifen, wenn wir Ihnen nicht bewusst begegnet und sie für uns „entmystifizieren“. Auch diese haben Auswirkungen auf die Business Welt und die nehme ich in meinem Alltag wahr. Ich erlebe “ganz harte Männer”, die „eiskalt und durchsetzungsstark ihren Weg gehen“, dies aber offensichtlich doch nur vordergründig so ist. In Gesprächen unter vier Augen, in ganz seltenen und vertraulichen Momenten sind die Kollegen wahnsinnig nett, zeigen Gefühle und sind ganz normale Menschen, die mit sich und der Welt kämpfen. Wie alle anderen auf der Welt auch. Meist vermeiden sie diese Momente ein zweites Mal. Wahrscheinlich aus Scham. Die Fassade wird von vielen nach Außen hochgehalten. Beobachtet habe ich aber auch, dass diese Fassade so langfristig nicht erfolgreich ist. Insbesondere im Umgang mit Frauen im Business schon gar nicht. So wie Frauen bspw. niemals mit einer extremen Haltung des Abwartens vorwärts kommen werden.

3 Responses to “11. Dezember – Entmystifizierung der Prägungen”

  • Ralph Says:

    Hallo,
    lustigerweise sind die Mütter für die Prägung größtenteils verantwortlich. Geschlechtsseitig betrachtet: Selbst ein Bein gestellt ;-)
    Zieht sich dann durch, Kindergarten, nur Erzieherinnen. Grundschule, mit Glück ist wenigstens der Rektor männlich, sonst nur Lehrerinnen.
    Die prägendsten Jahre sind Frauen am Ruder.
    Selbst bei der späteren Einstellung trifft man überwiegend auf Personalerinnen.
    Eigentlich haben Frauen alles in der Hand. Prägung, Einstellung und Beförderung. Warum klappt es nur nicht?

    Nachdenkliche Grüße
    Ralph

  • Lipstick and Laptop » 13. Februar – Der Spiegel der Lego-Welt Says:

    [...] einem meiner letzten Einträge habe ich über die Prägungen unserer Kindheit gesprochen, es ging um Leitsätze, die männliche und weibliche Rollenbilder erziehen. Diese werden [...]

  • Lipstick and Laptop » 04. März – Frauenfeindliche Entgleisung (1/2) Says:

    [...] bereits beschrieben, kommen jeden morgen viele unterschiedliche Menschen in die Firma, die ihre Prägungen, Muster, Denkhaltungen und ja ihre Verletzungen mitbringen, die sie verarbeiten müssen, damit leben [...]

  • Leave a Reply