Lipstick and Laptop

by Cloe

Also ich war mal wieder baff. Ich war auf einer Messe unterwegs – gut gelaunt, bereits tolle Kontakte geknüpft und mich fleißig neu inspirieren lassen, was der Markt alles so bietet. Die Zukunft des Business ist doch so spannend. So ein Messetag schlaucht aber auch und so begebe ich mich in die Business Lounge zum Ausruhen. Ich entdecke diesen eigens eingerichteten Bereich schon am Anfang der Messe und freute mich vorher schon auf eine Pause: luxuriös eingerichtet mit bequemen Sesseln, etwas zu essen, jede Menge Zeitschriften und ruhige, entspannende Musik. Genau das richtige, um dem Messetrouble mal zu entfliehen. Ich muss sagen, so was stereotypisches hatte ich dann aber lange schon nicht mehr gesehen. Die gesamte Umgebung, alle Details waren auf den klassischen Business-„Mann“ ausgelegt, nicht auf die Business-Frau. Ich fühlte mich prompt nicht willkommen, eher geduldet. So muss sich wahrscheinlich ein Mann im Beauty-Salon nur für Frauen fühlen, wenn er mal warten muss:

Beim Essen fiel mir zunächst auf, dass nichts dabei ist, was in meine Ernährung passt – es gab Brezel, schwerer mayonnaise-haltiger Kartoffelsalat, kleine Buletten und Würstchen, Bier und ein paar zuckerhaltige (keine light) Getränke und natürlich diese kleinen fiesen Blätterteighäppchen mit Zuckerkirschen und Zuckeräpfelchen drinne. Nicht für meinen weiblichen Stoffwechsel geeignet. Wo war die Cola-light, ausreichend Wasser, Obst, leichtes Essen wie Joghurt und Salat? Frustriert nach einem Messetag nicht noch vollgestopft und zehn Kilo schwerer zu sein, verzog ich mich ohne Essen auf einen Sessel und setzte auf Entspannung. Neben mir der Tisch voller Zeitschriften. Aber: nix für Frauen. Auto-Zeitschriften, Heimwerker-Zeitschriften, GQ, Men’s Health, ja sogar der Playboy war da. Für mich maximal ein paar wenig gute Wirtschaftsmagazine. Zugegeben, ich habe sicher nicht die gnaze Masse an Bunte, Gala und In-Touch erwartet. Aber so gar keine Zeitschrift, die mich als Frau abschalten lässt? Beim Entspannen muss ich nicht unbedingt den neuen Harvard-Business Manager lesen. Musste ich aber dann. Und den Playboy kannte ich schon.

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