Lipstick and Laptop

by Cloe

Die Bildzeitung vom 18. Februar lässt Fakten sprechen und erstellt einen interessanten Artikel mit Frau Claudia Kimich – Verhandlungsexpertin und Autorin. Schon im Berufsstart sind es ca. 22% Gehalt mehr, die Männer im Durchschnitt verdienen als Frauen und das zieht sich dann immer weiter bis zur Rente hin, noch größere Unterschiede nicht ausgeschlossen. Zwei Bespiele des Mann/ Frau Vergleichs rausgepickt aus dem BILD-Artikel – ein Überblick über die Jahreseinkommen in den verschiedenen Altersklassen: Mit 25 Jahren verdient eine männliche Führungskraft 61.142 Euro und eine weibliche 50.206 Euro. Die Fachkraft männlich in dem Alter 37.205 Euro und weiblich 30.427 Euro. Mit 40 Jahren verdient eine männliche Führungskraft 104.442 Euro, die weibliche 86.268 Euro. Die Fachkraft in dem Alter verdient als Mann 54.561 Euro, als Frau 40.014 Euro. Der Supergau: mit 60 Jahren verdient eine männliche Führungskraft 124.728 Euro und ich bin fast vom Stuhl gefallen, in diesem Alter verdient die weibliche Führungskraft mit 83.649 Euro weniger als mit 40 Jahren, während es für Männer stetig nach oben ging mit dem Alter.

Lange Rede, kurzer, aber intensiver Sinn: das ist frustrierend. Woher sollen Frauen die Motivation aufbringen genauso viel oder oft mehr zu leisten als die Männer und dann dementsprechend signifikant weniger zu verdienen? Wir sprechen hier nicht von einer Handtasche im Monat, sondern von mehreren! Das Problem sei unter anderem, dass Frauen in der Karriere oft einen Schritt zurück treten als sich aufreiben zu wollen und auch den Job- und Ortswechsel weniger als die Männer durchziehen. All das kostet Gehalt. Die Selbsteinschätzung des Könnens wird von Frauen viel kritischer gesehen als bei Männern und in der Selbstdarstellung stapeln Frauen tiefer als die Männer. Und dass der Wohlfühlfaktor und „geliebt zu werden“ für Frauen wichtiger ist, unterstützt auch nicht gerade die hohen Gehälter.

Die Lösung liegt in einer besseren Vorbereitung bei Gehaltsverhandlungen, um nicht all den Stolperfallen auf den Leim zu gehen. Vorbereitung ist alles. Genauso das Nennen von konkreten Gehaltsvorstellungen und den eigenen Nutzen dazu. Mütter sollten ihre Kinder als Vorteil sehen und ihr Organisationstalent, den Überblick behalten zu können und mehrere Bedürfnisse gleichzeitig befriedigen zu können, positionieren. Und nicht vergessen und im Gespräch betonen: Frauen sind erwiesen gut für Unternehmen. Hier das volle Zitat aus dem Artikel, dem nichts mehr hinzuzufügen ist: „Sie (die Frauen) arbeiten nachhaltiger, sind wechselwillig und verbessern das Betriebsklima. Ein gelöster Konflikt, ein gewonnener Geschäftspartner und ein von der Kündigung abgehaltener Kollege sind für einen Chef unbezahlbar!“

Leave a Reply