Lipstick and Laptop

by Cloe

Ich hatte letztens mit meinen lieben Freundinnen und ein paar aufgeschlossenen Herren eine anregende Diskussion rund um das Thema Frauen und Männer im Business, wie wir ticken, wie wir uns sehen und was für Herausforderungen wir doch alle miteinander haben. Bei einem Bier und Prosecco am Abend. Ganz locker, frei, ohne Zwang. Ohne direkte Arbeitskollegen zu sein, ohne Ziel und Zweck. Das Thema lief sehr spannend, anregend, manchmal lustig und hier und da auch etwas holprig. Wir konnten uns alle auf die Schippe nehmen und ich freute mich über einen unterhaltsamen Umgang mit dem Thema.

Ich musste aber auch zusätzlich zwischen den Zeilen feststellen, dass Frau an dem Abend sehr genau wusste, was alles doof ist, oft klare Forderung stellte und mit der einen oder anderen überflüssigen Emotion fast zickig und enttäuscht wirkte. So erlebe ich es auch oft im Alltag. Der Frust, nicht verstanden zu werden in einer Welt, die Frau am liebsten bereichern möchte, auch einen Platz haben will. Auf der anderen Seite die Männer an diesem Abend, offen, neugierig mehr zu verstehen – den Platz unter den „Frauenversteher“ zu ergattern. Und auch hier wieder Muster aus dem Alltag, die ich nur allzugut kenne: Mann ging die Diskussion analytisch, fast strategisch an und diskutierte „Mehrwerte“, „Einsatzorte“ und Unique Selling Positions (USPs) der Frau durch. Irgendwie kam mir das alles sehr „technisch“ vor, der menschliche, verständnisvolle Teil ging mir abhanden und wurde göttlich von einem Mann gekrönt: „Also ich finde abschließend, dass der Produktionsfaktor Frau seine Berechtigung findet, in Return on Investment (ROI) Berechnungen aufgenommen zu werden“. Wir brachen alle in lautes Gelächter aus und damit war das Eis gebrochen für eine wirklich spannende Diskussion. Im Business Alltag sollten wir viel öfter den Punkt erreichen, wo der Knoten der Oberflächlichkeit und politischen Spielchen platzt und eine wirklich menschliche Diskussion im Miteinander erreicht werden kann. Diese bringt nämlich den wirklichen, ja auch finanziellen Erfolg des Unternehmens.

Leave a Reply