Lipstick and Laptop

by Helen

Liz hat ja neulich hier die Frage gestellt, ob Frauen weniger Zeit für Karriere haben. Im speziellen ist ihr aufgefallen, dass bei Veranstaltungen oft nur Männer auf dem Podium sitzen oder Vorträge halten. Ich frage mich im Moment generell, ob man als Frau einfach weniger Zeit für Karriere hat. Im Sinne von weniger Jahre zur Verfügung, um Karriere zu machen. Bei meinem Alter steht jetzt schon seit einiger Zeit die „3“ vorne (Wie lange genau wissen Liz und Cloe ;-) . Ich habe keine Kinder und so langsam dämmert sogar mir – das könnte irgendwann ein Thema werden. Und dieses „irgendwann“ ist mittlerweile nicht mehr so abstrakt und weit, weit weg wie vor einigen Jahren.

Klar es gibt Elternzeit und Kinderbetreuung und so weiter. Nur irgendwie bekomme ich im Umfeld mit, dass so eine Familie einfach nicht planbar ist. Und wie schnell hat man das „Pech“ und kann eben nicht bis zur letzten Sekunde arbeiten oder schon nach sechs Monaten zurück kommen. Außerdem bekomme ich mit, wie stellenweise über weibliche Kolleginnen in der Elternzeit gesprochen wird. In der jährlichen Mitarbeiterbewertung kommt da schon mal ein Spruch wie: „Die brauchen wir doch gar nicht anzuschauen, die ist doch im Mutterschutz.“ Ich weiß, das ist überhaupt nicht böse gemeint von den Kollegen, sondern diese denken schlicht pragmatisch und es ist ja Fakt: Heute und jetzt ist die Mitarbeiterin nicht anwesend. Dennoch kommt sie ja irgendwann wieder…

Im Konzern unterliegt die Weiterentwicklung der Mitarbeiter auf die nächste Karrierestufe natürlich gewissen Spielregeln und Prozesse – verpasst man eine Leistungsbewertung, bzw. wird in einer Leistungsbewertung eben nur „gleich“ bewertet, z.B. weil man wegen Baby-Pause gerade nicht da ist, hat man ratz-fatz ein bis zwei Jahre verloren. Noch schwieriger wird es, wenn in dieser Zeit auch noch der Chef oder die ganze Struktur wechselt – dann ist man ein völlig unbeschriebenes Blatt für den „Neuen“ und muss quasi wieder von Null anfangen.

Alle diese Faktoren machen ein „gutes Timing“ für die Familienphase fast unmöglich. Und damit finde ich schon, dass Frauen ziemlich unter Druck stehen schneller Karriere zu machen. Denn wer vor den entscheidenden Schritten wenn auch nur kurz weg ist, verliert unter Umständen gute Chancen.

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