Lipstick and Laptop

by Helen

Gestern habe ich ja schon mal ein bisschen erzählt, dass ich mir im Moment die Frage stelle, ob und wie man sich mal in eine etwaige Familienpause verabschieden kann. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß ja, dass ich gerade in eine neue Abteilung „umstrukturiert“ worden bin. Gleichzeitig hat mein altern Bereich mir auch eine Stelle angeboten und ich war stark am überlegen, ob ich diese neue Stelle annehme oder mit meiner Stelle in den neuen Bereich wechsle. Der neue Bereich ist sehr attraktiv allerdings erwartet mich ein neues Umfeld, incl. neuer Chefs, etc.

Meine Überlegung: Gehe ich mit, bin ich wieder ein relativ unbeschriebenes Blatt  – was nicht gerade förderlich für die persönliche Weiterentwicklung ist. Denn wenn deine Chefs dich nicht kennen, wer fördert dich dann? Dennoch hat mein Bauchgefühl mir geraten, dem neuen Bereich eine Chance zu geben. In diesem Bereich werden nämlich sehr attraktive Themen bearbeitet, was meinen Job wiederrum sehr interessant machen kann. Zu verlieren hatte ich nichts und ich suchte mit den neuen Chefs und der Personalleitung das Gespräch und fragte ganz konkret nach, wie meine Weiterentwicklung im neuen Bereich aussehen kann. Früher hätte ich das nicht gemacht, ich hätte erst versucht Leistung zu zeigen und zu beweisen, dass ich wirklich etwas kann. Heute weiß ich, dass man sich parallel dazu auch positionieren muss und klipp und klar sagen wo man hin will – und das am besten von Anfang an. Der Plan ging auf und ich konnte sehr gute Gespräche führen. Mittlerweile steht für mich die Entscheidung, mit in den neuen Bereich zu gehen.

Im Laufe dieser Gespräche bin ich allerdings über ein Thema gestolpert: Darf man als Frau offen mit dem Thema Familienplanung umgehen? Oder ist das ein Tabu? Ich persönlich bin ja immer ein ehrlicher Typ – und mir ist es als Vorgesetzte auch zehn Mal lieber ein Mitarbeiter sagt mir offen woran ich bin. Außerdem bin ich der Meinung, dass sich die Chefs doch auch ausrechnen können, dass die meisten Frauen irgendwann mal Kinder bekommen – oder nicht? Ist es also legitim in so einem Gespräch zu sagen, dass man sich Gedanken darüber macht, wann man so ein Thema geschickt einplanen könnte in den nächsten Jahren? Jedes Mal wenn ich eine Andeutung in diese Richtung machte waren die Reaktionen der „männlichen“ Chefs soweit in Ordnung. Andere Frauen auch auf höheren Führungsebenen signalisierten mir allerdings, dass es geschickter wäre „auf gar keinen Fall“ über so ein Thema mit den Chefs zu sprechen. Keine Ahnung, was hier der richtige Weg ist. Aber irgendwie kommt es mir ein bisschen antiquiert vor ein Thema zu Tabuisieren – oder ich bin total naiv  – eins von beiden wird’s wohl sein….

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