Lipstick and Laptop

by Helen

Höher, schneller, weiter – Grenzen das gibt es doch nur für die Anderen. So oder so ähnlich lief mein (Berufs-)Leben bisher ab. Ob im Studium, später im Jobeinstieg, bei der ersten Führungsposition oder jetzt nach fünf Jahren als Führungskraft – keine Herausforderung war vor mir sicher. Egal, ob ich am Wochenende durcharbeite, weil ich an meiner Doktorarbeit bastle, einen Vortrag halte oder Workshops für Studenten veranstalte. Mal eben für ein halbes Jahr auf einen anderen Kontinent? Alles kein Problem für mich.

Genau wie Cloe gestern schrieb: Es muss aber von Herzen kommen und Spaß machen. Und in letzter Zeit beschleicht mich immer öfter der Gedanke, ob es mir die Einschränkung im Privatleben wert ist, die nächste große Herausforderung anzunehmen. Beispielsweise schlug mir eine sehr geschätzte Kollegin auf der nächst-höheren Ebene vor, an einen internationalen Standort zu gehen. Sehr attraktive Stelle. Sie kennt den Standortleiter. Leider passt das bei mir privat überhaupt nicht gerade. Und so schlug ich die Möglichkeit aus. Und erntete von ihr einen – wie ich interpretierte ;-) – mitleidigen Blick. Und wisst ihr was – genauso hätte ich auch reagiert, wenn mir eine jüngere Frau erklärt hätte, dass sie wegen dem Privatleben eben nicht ein Jahr nach Timbuktu geht. Aber gleichzeitig spüre ich gerade meine eigenen Grenzen und dass ich diese für mich mittlerweile klarer ziehe. Auch wenn das bedeutet, dass ich nicht mehr jeden Sprung sofort mitmache. Gleichzeitig gewinne ich auch Gelassenheit und verfolge meine Ziele strategischer. Über den Seitenblick geärgert habe ich mich trotzdem… aber ich stehe zu meinem Bauchgefühl.

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