Lipstick and Laptop

by Cloe

Folgender Artikel aus Februar 2014 vom Manager Magazin – und ich halte viel vom Manager Magazin – zeigt eindrucksvoll die „Rolle rückwärts auf“. Platt gesagt, haben wir uns im Thema Frauenförderung in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf trotz höchster Anstrengung in den letzten Jahren eher zurückentwickelt. Frauen sehen keine steigenden Chancen und besinnen sich zurück auf das Mama werden ohne Karriere. Laut Umfrage steht es also schlechter als zuvor, es gilt immer noch laut Artikel: „Wer als Frau Instrumente zur besseren Vereinbarkeit in Anspruch nimmt, muss “mit Karrierenachteilen rechnen”. Schwacher Trost: “Für Männer sei es noch schwieriger, sich familienorientiert zu geben.“

Und nun? Es wirkt so demotivierend, sieht es doch aus als wäre das ganze Thema ein persönlicher Anstrengungs-Kraft-Akt an dem alle Beteiligten nur verlieren. Unternehmen haben immer noch Angst nicht die ganze Leistung zu bekommen und fürchten Mutterschaft und deren Administration in die Praxiswelt nicht gewinnbringend unterzubringen zu können; Frauen zerreißen sich zwischen guter Mama werden und sich beruflich nicht zu viel nehmen zu lassen; Kinder schauen womöglich den Eltern unter Organisationsstress mit Sorge zu und Männer haben auch keine Lösung, würden sie “Hausmann und Kinder-Betreuung” voll umsetzen, erleiden doch auch sie Nachteile in Wirtschaft und Gesellschaft. Abgesehen davon muss im letzten Fall die finanzielle Absicherung durch die Frau auch voll abgeleistet werden können. Und das Thema gleiche Bezahlung, Quote und Frauenkarriere ist ja nun auch kein unbeschriebenes Blatt voller Harmonie.

Es wirkt so wahnsinnig schwer. Doch durchkämpfen auf Kosten der Gesundheit und Zufriedenheit? Im Artikel heißt es kämpferisch: “Wir müssen auf die veränderten Bedürfnisse der Frauen reagieren, sonst verlieren wir sie.” Warnend heißt es weiter: “Wir müssen aufpassen, uns nicht in eine Gesellschaft zu verwandeln, in der alles andere als Erwerbstätigkeit als störend empfunden wird.” Eindrucksvoll schließt der Artikel mit der Kurz-Debatte: „Frauenförderung bedeutet nicht gleich Mütterförderung“. Heißt, die Quote würde die Karriere von Frauen fördern, die sei statistisch aber in Kinder mit folgender Entwicklung belegt: Von den zwölf Damen, die derzeit in einem der Dax-30-Vorstände anzutreffen sind, sind sieben kinderlos.

Für mich gibt es gerade kein Empfehlungsfazit. Nur offene Fragen. Die Mächtigste davon ist: Und nun? Wie mach ich das jetzt mit der schwierigeren Karriere und den Kindern dazu?

Leave a Reply