Lipstick and Laptop

by Cloe

Die Fußballweltmeisterschaft. Schön war es. Und darüber haben wir bei einem Business-Mittagessen, zwei Herren, ich die Dame, gesprochen. Die Stimmung, das Mitfiebern und der tolle Sieg eines Teams, was gezeigt hat, gemeinsam zum Ziel zu kommen. Mit viel Leidenschaft und Zusammenhalt. Dann der Spruch am Mittagstisch: „Sagt mal und was sollten dann am Ende eigentlich die Spielerfrauen da auf dem Feld? Die passen da doch gar nicht hin, schon gar nicht in der tussigen Aufmachung“ (empörtes männliches ernst gemeintes Gesicht schaut mich an). „Die Kinder von Klose waren ja ok, aber die Tussis haben da doch echt nix zu suchen. Das ist doch ein Männerspiel und der Sieg ist mit seinen Fans und dem Trainer zu feiern“.

Ja wo haben denn die Frauen nun etwas zu suchen? Wer sagt denn jetzt, dass Frauen von Spielern im Anschluss und vor den Fernsehkameras nichts zu suchen haben? Gibt es da ein TV Etikette Handbuch, was die Ladies hätten vorher berücksichtigen sollen? Nein, deren Erscheinen war 100% mit Jogi, dem Verein und den Medien abgesprochen. Das wollte man doch so. Ein Bruch mit dem Selbstbild des Fußballs? Schwule Fußballer und nun auch noch Frauen auf dem grünen Rasen Minuten nach dem Sieg? Klingt ein bisschen wie nach etwas unglaublich Verruchtes. Ich muss ja schon etwas schmunzeln. Das mit dem Rollenbild ist doch überhaupt fürchterlich durcheinander gekommen. Und was meine Diskussion heute Mittag angeht, zeigt es doch, dass die Männer auch nicht mehr durchsteigen. Frauen wissen nicht, wie sie sich in den Männerdomänen behaupten sollen und Männer wissen in ihren Männer-Domänen nicht, wie sie die Frauen integrieren sollen, ohne gerade die spaßigen Dinge, die ihnen wichtig sind, aufgeben zu müssen. Nach den armen benachteiligten Frauen, kommen jetzt also die armen Männer, die man die letzten 50 Jahre irgendwie nicht mitgenommen hat in der Entwicklung der Frauen. Morgen muss ich dazu noch was spannendes aus den 50er und 60er Jahren berichten…

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