Lipstick and Laptop

by Helen


Erstmal vorweg: Wir von Lipstick & Laptop sind alle im „Lean In“ Fieber. Es ist mir ja peinlich es zuzugeben. Wir sind erst ein Jahr nachdem das Buch von Facebook Chefin Sheryl Sandberg (hauptsächlich in den USA) total gehypt wurde, auf den Trichter gekommen es auch mal zu lesen. Aber jetzt haben wir es endlich alle im Bücherregal und tauschen uns bei jeden Treffen eifrig zu unseren Erkenntnissen zu den einzelnen Kapiteln aus. Sicher werden hier über die nächsten Wochen noch die ein oder andere Idee rund um Lean In auftauchen.
Das Buch ist einfach eine sehr gute Zusammenfassung davon, was ich sowieso schon immer wusste ;-) . Aber es gab auch etliche „Aha-Momente“. Einer davon war für mich das Thema Mentorenschaft. Dabei beschreibt Sheryl Sandberg, dass jungen Frauen oft eingetrichtert wird, sie bräuchten unbedingt einen Mentor, um in der Karriere weiterzukommen. Das ist ja sicher auch zunächst einmal nicht falsch, führt aber dazu, dass viele sich hektisch auf die Suche nach einem solchen begeben. Und wie so oft im Leben sind Beziehungen nun einmal eine zweiseitige Angelegenheit und einfach blindlinks durch die Gegend zu springen und nach einem Mentor zu suchen, bringt daher eher wenig. Statt dessen sollte man seinen Blick dafür schärfen, ob man vielleicht bereits Mentoren hat, ohne es zu merken. Denn nur weil man vielleicht an eine (Business-) Beziehung nicht das Label „Mentor“ geklebt hat, kann es ja dennoch sein, dass es dennoch Mentoren gibt. Außerdem ist es ratsam darauf zu warten, ob sich solche Beziehungen „natürlich“ entwickeln. Über gemeinsame Projekte oder ähnliche Interessen und nicht über die laut ausgesprochene Frage: „Wollen Sie mein Mentor sein?“. Auch offizielle Programme, die Unternehmen gerne in Ihren mittleren Führungsebenen haben, taugen da manchmal wenig. Denn auch hier wird ja eine „Zwangspaarung“ vorgenommen – die meist nicht aus Gemeinsamkeiten, Sympathie oder Interesse entstanden ist.
Dieses Kapitel hat mir besonders aus dem Herzen gesprochen, da ich nie einen „richtigen“ Mentor hatte und auch Vorstöße in die Richtung mir immer sehr erzwungen vorkamen. Gleichzeitig ist jetzt aber wie aus den „Nichts“ eine erfahrenere und deutlich höher stehende Kollegin für mich massiv in die Bresche gesprungen und hat mir riesig weitergeholfen. Und das obwohl wir nur ein gemeinsames Mittagessen und eine handvoll Meetings zusammen hatten. Hätte ich diese Dame deshalb bisher als meine Mentorin bezeichnet? Sicher nicht. Aber sie hat sich mir gegenüber genauso verhalten, wie ich das von einem Mentor erwartet hätte. Ein guter Ratschlag beim Essen und ein wohlwollendes Wort für mich auf der richtigen Ebene. Durch Lean In habe ich jetzt gemerkt: Auch wenn etwas nicht das Label „Mentor“ trägt, gibt es viele solcher Beziehungen auch in meinem Umfeld. Ich muss nur genauer hinschauen…



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