Lipstick and Laptop

by Helen

“Love what you do – do what you love!” Das hört sich schön an. Und positiv und erfüllend. Aber ich frage mich im Moment immer wieder, ob das eine realistische Perspektive ist. Klar man sollte seinen Job nicht hassen. Oder jeden Morgen mit Bauchweh hingehen. Aber “lieben”? Nicht mal in meiner Freizeit “liebe” ich alles, was mir so tagtäglich über den Weg läuft. Geschweigedenn auf der Arbeit.

Im Moment beschäftige ich mich mit dieser Frage ein wenig intensiver. Zum einen macht Cloe ja jetzt den Schritt in eine neue Richtung. Zum anderen bekomme ich gerad eine Riesenmöhre vor die Nase gehängt, die mir den Ausstieg aus meinem Job im Moment schwieirig macht. Obwohl und das muss ich zugeben: Ich meinen Job nicht liebe. Ich leide nicht unter meinem Job, aber hätte ich einen Lottogewinn in der Tasche, ich würde nicht in meinem Job weiterarbeiten ;-) .

Und das ist, finde ich, ein spannendes Thema: Ist das ok so? Muss ich meinen Job lieben? Oder werde ich irgendwann auf mein Leben zurück blicken und mich fragen, warum ich Jahre lang etwas getan habe, dass ich eben nicht liebe? Und kann ich überhaupt für immer authentisch und mit sehr hoher Qualität etwas tun, dass ich nicht liebe? Eine Antwort habe ich nicht…

Und dann kommt gleich die nächste Frage: Viele meiner FreundINNEN setzen sich mit ähnlichen Fragen auseinander. Überlegen zu wechseln, umzuschulen, selbstständig zu machen, etc. Die meisten Männer hingegen stellen sich meiner Meinung nach diese Fragen nicht so oft und nicht so intensiv. Irgendwie hab ich da meist das Gefühl, Frauen denken in sechs Monats-Rhythmen. Männer eher in fünf Jahres-Rhythmen. Irgendwie scheinen Männer viel gelassener und ruhiger. Nach dem Motto: Einfach mal machen, weniger Hadern. Woran liegt das eigentlich? (Mein Verdacht dazu: Männer sind so auf die Rolle als “Brotverdiener” gepolt, dass sie den Job gar nicht so sehe als “Selbstverwirklichungs-Vehikel” sehen, wie Frauen und rechnen daher von Vorneherein stärker damit, dass es im Job auch mal Durststrecken zu überbrücken gibt.)

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