Lipstick and Laptop

by Cloe

Im vorherigen Blog habe ich euch erzählt, dass ich mehr für mich, meine Seele, meine Gefühle und auch Handlungsmuster tun möchte, um ein besserer Mensch mit mir und meinem Umfeld zu werden. Und auch eine bessere Führungskraft. In Gedanken bin ich oft bei meinen 30 Mitarbeitern, für die ich eine Respektsperson bin. Eine Person, die über ihr Geld und Ansehen in der Firma kräftig mitbestimmt. Diese Machtposition macht sie abhängig von mir. Von mir und meinen Handlungen.

Das Seminar hat mich einmal von links nach rechts gekrempelt. Aber so richtig. Ich bin jetzt noch ganz von meinen Eindrücken geflashed und persönlich gespannt, wie ich das Erlernte anwenden werde. Seminare sind so etwas für sich. Wenn man sich auf die Inhalte nicht einlässt, dann bringt es auch nichts. Wenn man alles gleich wieder vergisst und im Alltag nicht benutzt, verblasst das Wissen schnell wieder. Ich habe mir vorgenommen letzteres diesmal unter allen Umständen zu vermeiden. Die fachliche Qualifizierung rutscht in meinem Leben eindeutig in den Hintergrund. An mir selber arbeiten hat nun Prio. So habe ich im Seminar all meine Konzentration und Offenheit genutzt, mich auf jede Übung einzulassen. Und das mit den Gefühlen ist wirklich keine so einfache Sache…

Was habe ich gelernt? Ehrlich? – Oh mein Gott, ich hätte nie gedacht, dass die Transparenz über das eigene Handeln so aufschlussreich sein kann. So schockierend aber auch so unglaublich erleichternd ist es die Dinge beim Namen nennen zu können. Der Weg in die eigene Kindheit und zurück – zu den antrainierten Handlungsstrategien aus einer jungen und verletzlichen Zeit, das war spannend. Es war keine “Musik von vorne”, keine nur Zuhören und Beschallt-werden Vorträge wie es so oft in schlechten Seminaren ist, es war vielmehr eine eigene erfahrungsorientierte Reise mit mir selbst. Die Wirkung ist unglaublich, es bleibt viel mehr hängen. Was mich noch verwundert hat: es war egal in welchem Job du arbeitest, wie dein familiäres Umfeld ist, es ging allein darum, dass deine emotionale Prägung aus der Kindheit dein heutiges Leben beeinflusst. Überall. Und damit auch meinen Job und meine Führung.

Was konkret? Ich habe z.B. gelernt, warum und vor allem wann ich Kontrolle ausübe. Ich glaube damit mehr Sicherheit zu erlangen, aber mein Umfeld unter Umständen damit einenge. Wie ich unbewusst zu viel Macht ausübe, die nicht nötig ist. Ich habe die Alternative dazu gelernt und sie ist viel befreiender und schöner. Auf der anderen Seite habe ich habe gelernt, dass ich mich schnell abgelehnt fühle, dass ich in diesem Zusammenhang glaube nur dazuzugehören, wenn ich viel leiste. Ich habe gelernt mich und meine Leistung viel mehr zu schätzen und vor allem mich selber zu akzeptieren. Ich habe zudem auch gelernt, dass exakt genauso wie ich niemand anders fühlt, dass jeder sein eignes Päckchen an Handlungsstrategien im Alltag mit sich herumträgt. Andere Ängste und Gefühle mit ein und den selben Dingen erlebt.

Daraus ergibt sich für mich ein neues Selbstbewusstsein mit mir und meinen Mitarbeitern umzugehen. Für mich heißt es daher in meiner allergrößten Erkenntnis zunächst: verspüre ich ungewöhnlich Druck, oder Verzweiflung, sollte ich meine Muster und Handlungen überdenken, warum dies so geschieht und ob es nicht ausschließlich nur mit mir und meinen Ängsten zu tun hat. Das kümmern um mich selbst die Lösung ist. Nicht unbedingt die Probleme und Schuld bei anderen zu suchen sind. Ich sehe meine Mitarbeiter in einem völlig anderen Licht, haben doch auch sie ihre eigenen Ängste und Handlungsmuster, die sie anwenden, um in einem vermeintlich sicheren Rahmen zu handeln. Das muss ich ihnen auch eingestehen und nicht dagegen ankämpfen. Kaum jemand meint die Dinge persönlich gegen jemand anderen, dienen die eigenen Handlungen doch immer nur dem Selbstschutz. So beeinflussen wir uns täglich gegenseitig mit viel Anstrengung.

Mein Fazit: Achtsam mit mir selbst und meinen Mitarbeitern umgehen. Erkennen, ob es wirklich ein Problem gibt. Und final erkennen, ob es auch wirklich mein Problem ist. Die Methoden, die ich an die Hand bekommen habe, werde ich fleißig üben. Es entsteht eine entkrampfte Situation. Mehr innere Freiheit und weniger Zwänge. Und das kann ich auch auf meine Mitarbeiter übertragen.

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