Lipstick and Laptop

by Helen

Am vergangenen Wochenende war ich toll im Schwarzwald wandern. Und während wir so stundenlang durch bepuderzuckerte Landschaft marschierten, hatten wir viel Zeit mal über alles Mögliche zu quatschen. Dabei war auch ein Bekannter, der ein kleines Unternehmen führt – zwei Chefs, vier Angestellte. Start-up, alles selbst aufgebaut, Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, das volle Programm. Eigentlich jemand, der wirtschaftlich betrachtet von unserer Regierung jedes Jahr zumindest mal eine Weihnachts-Dankes-Grußkarte erhalten sollte. Über Umwege kamen wir schließlich auf das Thema Frauenquote und Frauen in Unternehmen und dass es eigentlich sinnlos ist, in Vorständen eine Quote zu fordern, solange es für Betriebe eigentlich immer noch ein Nachteil ist eine Frau einzustellen, wenn diese noch in der Familienplanungsphase ist. Und dann erzählte er mir etwas, dass sogar für mich noch neu war. Wenn Frauen Kinder bekommen wird es für den Betrieb erstmal richtig teuer. Eine seiner Mitarbeiterinnen war dieses Jahr Mutter geworden und es hatte ihn in Summe 15.000 Euro gekostet. 15.000 Euro – für ein Unternehmen mit 300.000 Euro Umsatz sind das 5%!!! Das ist ja der Wahnsinn dachte ich – und hakte nach: Das Elterngeld zahlt doch aber der Staat? Ja, ja sagte er klar, aber: Den Mutterschutz zahlt der Arbeitgeber zum Teil selbst (teilweise die Krankenversicherung), außerdem ist die Kollegin während der Schwangerschaft mit Ultraschallterminen, Krankheitstagen usw. öfter weg – eine Vertretung muss her. Dann muss ein Nachfolger gefunden werden. Die Stelle muss ausgeschrieben werden oder gar ein Headhunter beauftragt werden. Auch die Einarbeitungsphase mit etwaiger Überlappungszeit muss einkalkuliert werden. Das soll jetzt nicht falsch verstanden werden. Mein Bekannter beschwerte sich überhaupt nicht darüber. Er hatte große Wertschätzung für die Mitarbeiterin und ihre Familiensituation. Aber klar ist natürlich auch, dass dies gerade für ein Start-up oder eine kleine Firma eine große Belastung darstellt. Und hier greift keine Quote – bei der nächsten Einstellung muss ein unternehmerisch denkender Mensch dieses Risiko einkalkulieren. Und damit ist eine Frau nicht gleich attraktiv auf dem Arbeitsmarkt wie ein Mann – Zwangsverordnung durch eine Vorstandsquote hilft das wenig.

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