Lipstick and Laptop

by Helen

Vorstellungsgespräche mit Bewerbern zu führen, ist auch eines dieser Managment-Mythos-Themen. Das sind für mich solche Dinge, die sich super toll anhören und man sich unendlich wichtig vorkommt, wenn man es zum ersten Mal machen darf. Dann stellt sich ganz schnell heraus, dass es oft eigentilch nicht wirklich super toll ist. Andere Management-Mythos-Themen sind für mich “als Standbetreuer auf Messen fahren”, “für ein einziges lächerliches Meeting mit dem Flugzeug für einen Tag wohin fliegen”, “an Strategieworkshops des Management teilnehmen”, etc. (Das ist zu einem Drittel mein Blog, daher darf ich auf hohem Niveau jammern so lange ich will ;-)

Zurück zum Thema Vorstellungsgespräch: Manche sind interessant, da auf der anderen Seite jemand sitzt, der interessante Dinge zu erzählen hat, aber oft sind die Bewerber (verständlicherweise) hypernervös und erzählen von ihrem BWL/Maschinenbaustudium und sorry das ist unter uns gesprochen nicht so prickelnd.
Am Tag des Sushi Vorfall hatte ich mal wieder ein oder zwei Bewerbungsgespräch zu führen. Unter anderem mit DEM Bewerber. Er war nett, kam gut rüber, hatte relevante Erfahrungen zu der Stelle vorzuweisen. Ergo ein gutes Erstgespräch mit Potential auf ein zweites. Als das Gespräch vorbei war, stand ich auf, um den Bewerber noch zur Tür zu begleiten, da fing er an, in seiner Tasche, die neben ihm auf dem Stuhl lag, herumzukramen. Ich war leicht irritiert, wartete aber ab, ob er sich bequemen würde aufzustehen, wenn er was immer er suchte gefunden hätte. Schließlich zog er ein Päckchen heraus, das in eine Plastiktüte eingewickelt war. Es entpuppte sich als gefüllte Sushi-Box. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich in jenem Jahr wahrscheinlich schon an die einhundert Bewerbungsgespräch geführt. Ich dachte ich hätte alles erlebt, aber in diesem Moment war ich einfach nur perplex.

Er erklärte mir, dass seine Frau Japanerin wäre und als er gelesen hätte (auf einem Online Portal Profil), dass ich Sushi mag, hätte Sie sich erboten eine Box für mich zu machen. Ich war so verdattert, dass ich mich einfach nur bedankte und versuchte den Bewerber halbwegs anständig zu verabschieden, bevor ich völlig irritiert meine Bürokollegen zusammentrommelte, um Beweisstück A (die Sushi-Box) zur Schau zu stellen. Bis heute bin ich mir nicht schlüssig ob ich das ganze total aufmerksam oder total psycho-stalking-mäßig finden soll…

2 Responses to “13.Januar – Der Sushi Vorfall”

  • toperfolg Says:

    Tag , toller Blog ! Wir betreiben selber mehrere Wordpress Blogs und wissen genau was für eine harte Arbeit dahinter steckt!Schön zu sehen,dass noch nicht alle Ihre Blogs mit automatischen inhalten füllen.Wir hoffen auf weitere neue Artikel von euch und abonieren deshalb euren rss Feed .Vielen Dank Michaela

  • Amazon Tablet Says:

    Toller Post!

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