Lipstick and Laptop

by Helen

Ich war ja letzte Woche im Urlaub. Ein Urlaub in dem man Kühe anschauen konnte. Dementsprechend war die Küche dort auch eher gutbürgerlich – sprich ich habe meine komplette Ernährung auf Bratwürste, Steak, Pommes, etc. umgestellt. Gleichzeitig war das Wetter sehr sommerlich – sprich ich habe das ganze noch zwischendurch mit dem ein oder anderen Eiskaffee, Erdbeerbecher, etc. aufgegossen. Ach und da war auch noch der Abend an dem wir den Steinofen im Garten angeheizt und selbst Pizza gebacken haben (…).
Kurz gesagt wir nennen den Urlaub rückblickend nur noch die “Mopswoche”.

Zurück im Job stellt sich mir nun die Aufgabe, nicht nur das süße Urlaubsleben sondern auch die “süße” (aber gern auch mal fettige) Ernährung hinter mir zu lassen. In einem Büro Job ist das ganz schön schwer. Morgens ist noch alles in Butter (also im übertragenen Sinn). Auf dem Weg zum Büro gehe ich ganz schnell an den (fieserweise nach frischen Croissants duftenden) Bäckereien vorbei und strafe sie mit Verachtung. Ich schnappe mir eine Riesenwasserflasche und setze mich an meinen Schreibtisch.
In der Mittagspause beginnt das Problem. Zuerst führt mein Weg in der Kantine an der Heißtheke vorbei. Pommes springen mich von der Seite an, aber ich schüttele sie ab. Am Salatbuffet dann eine Riesenschlange, die Lust mich da anzustellen ist denkbar gering. Aber ich tue es heroisch. Als ich endlich (mit fünf bis zehn Minuten Verspätung) an den Tisch zu den Kollegen stoße, erwartet mich Häme: “Wieder nur Salat?” (zwinkert mir der eine zu). “Das haben sie doch gar nicht nötig!” (schmeichelt der andere).

Dann die Riesenherausforderung: Der gefürchtete Zwischenstopp auf dem Rückweg von der Kantine beim Kiosk. Es juckt in den Fingern mir nur ein kleines Duplo zu kaufen, aber ich weiss, wenn der Schokoladenfluch erstmal wieder Einzug an meinem Schreibtisch gefunden hat, denke ich den ganzen Nachmittag nur noch an Süßkram. Abends dann der Ausstand vom Chef-Chef. Der lässt sich nicht lumpen und fährt gleich ein ganzes Grillbuffet samt Antipasti und Dessert Buffet auf. Ich löffle einen Obstsalat und murmele den erstaunten Kollegen ein “Bin später noch Verabredet” entgegen. Dass ich mich zwischen den ganzen schmazenden Kollegen mehr als komisch fühle, ist ja klar…
Aber in so einem Büro ist immer irgendwas. Ein Geburtstag und es gibt Kuchen. Ein Ein- oder Ausstand und es gibt Sekt und Häppchen. Ein netter Kollege kauft Brezeln oder Schokokekse für alle. Wenn ich wollte könnte ich ständig futtern und fühle mich ziemlich unsozial wenn ich (ab und zu!) ablehne. Denn da bin ich irgendwie auch eitel. Klar aus mir wird kein Topmodell mehr, aber deshalb will ich trotz Schreibtisch Job eine gute Figur machen. Irgendwann muss ich da einfach die Notbremse ziehen und den Spott oder das Unverständnis der Kollegen einfch aushalten. Sonst bleibe ich irgendwann einfach in der Mopswoche hängen ;-) .

One Response to “06.Juli – Die Mopswoche”

  • the schnack Says:

    Kenn ich auch nur zu gut…

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