Lipstick and Laptop

by Helen

Wie schon gesagt ist mein Konzern sehr “Technik-lastig”. Als Frau ist man oft alleine auf weiter Flur, in Meetings. Ganz zu schweigen vom Führungskreis. Witzig ist wie “tief” das in den Köpfen drin ist. Regelmäßig werde ich “zum Mann gemacht”: “Herr Helen” steht dann auf Meeting Agendas. Oder eine E-Mail beginnt mit “sehr geehrter Herr Helen…”
Ich mache den Leuten da keinen Vorwurf, insbesodere dann nicht, wenn mein Vorname (der auch außerhalb dieses Blogs ein nicht zu verwechselnd-weiblicher Vorname ist!) nicht auftaucht. Da erwarte ich nicht, dass jemand nachschaut, ob ich ein Mann oder eine Frau bin. Aber es passiert mir auch, dass es verwechselt wird, wenn mein Vorname und meine Andrede (Frau) ganz klar auftauchen.

Diese Woche häufte es sich mal wieder:
Ich veranstaltete eine Führungskräfte Klausur und meldete mich als “Frau Helen…” an. Gestern stand am Meetingraum: Reserviert für Herr Helen.
Heute bekam ich eine E-Mail: Mein Mitarbeiter hatte geschrieben. “Bitte holen Sie die Unterschrift bei meiner Teamleiterin Frau Helen … ein.” Als Antwort bekam ich: “Sehr geehrter Herr Helen….” Ich erwähnte es im Kollegenkreis und mein Mitarbeiter meinte Achselzuckend: Hier arbeiten halt keine Frauen! (was natürlich nicht stimmt, da 20 % der Belegschaft Frauen sind). Aber es ist so selten, dass eine Frau eine Führungskraft ist, dass das Gehirn des E-Mail Schreibers, trotz ganz klarer Referenz auf Name und Geschlecht, daraus einen Mann machte. Klar kann man jetzt sagen, das war halt ein “Schnuddelfehler”, etc. Aber so einfach  ist das nicht. Es steckt auch kein böser Wille dahinter. Oft sind diejenigen, denen es passiert sogar selbst Frauen!  Das Unterbewusstsein sagt uns einfach: Ein Chef muss ein Mann sein. Ich bin mir sicher, würde ich hier als Sekretärin arbeiten, würde es mir garantiert kein einziges Mal passieren, dass man mich aus Versehen zum Mann macht.

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