Lipstick and Laptop

by Helen

Die “gesunde” Frauenquote oder nicht jede Frau will Chefin werden.

Ganz wichtig: eine gesunde Frauenquote sollte meiner Meinung nach das Verhältnis von Männern und Frauen widerspiegeln, das auch das Verhältnis in der Belegschaft eines Unternehmens abbildet. Ein Automobilkonzern hat keine Belegschaft, die zu 50% aus Frauen besteht, daher ist es auch nicht sinnvoll in den Führungsebenen 50% Frauen einzusetzen. Denn dann würde man tatsächlich das statistische Problem schaffen, dass eben nicht die bessere Person den Job bekommt, sondern die Person mit dem „richtigen“ Geschlecht.
Dies ist bei einer gesunden Quote ausgeschlossen. Warum? Stark vereinfacht bedeutet dies folgendes: Statistisch betrachtet muss es in großen Gruppen gleich viele sehr gut, mittelmäßige oder schlechte Mitarbeiter geben. Besteht eine Belegschaft zu 80% aus Männern und zu 20% aus Frauen, gibt es bei einer ausreichend großen Belegschaft innerhalb dieser Gruppen zum Beispiel 50% gute und 50% weniger gute Mitarbeiter. Bei einer Belegschaft von 10.000 Mitarbeitern gibt es dadurch 4000 gute Männer aber nur 1000 gute Frauen. Wenn man von einer Führungsspanne von 1:4 ausgeht (d.h. auf eine Führungskraft kommen neun Mitarbeiter), dann bräuchte man 2000 Führungskräfte, d.h. man müsste um eine 50%-Quote zu erfüllen alle 1000 „guten“ Frauen befördern. Dies ist unrealistisch, da es sehr schwierig wäre aus der Gesamtmenge alle „Guten“ zu identifizieren und es ist ja auch gar nicht sichergestellt, dass alle „guten“ Frauen Führungskräfte werden wollen. Das führt automatisch dazu, dass man auch solche Frauen befördern müsste, die nicht zur Gruppe der „guten“ gehört, während gleichzeitig aus der Gruppe der „guten“ Männer noch 3500 potentielle Kandidaten „übrig“ wären. Bei einer „gesunden“ Quote bräuchte man 400 Frauen und 1600 Männer, was ein wesentlich realistischeres Bild für die Chancengleichheit ergibt.

One Response to “17.September – Die “gesunde” Quote”

  • Ralph Says:

    Hallo,
    ich bin ein Freund der Frauenquote, möchte aber zwei Modelle vorschlagen.
    Quote überall: Frauenquoten werden festgelegt. Gelten aber dann überall in der Branche, nicht nur da wo es Spass macht. Alle eEbenen müßen mit der gleichen Quote Frauen oder Männer besetzt sein.
    Qoute mitnehmen:
    die Quote die im Studium erreicht wird ist in den nachfolgenden Firmenbereichen einzuhalten. Bei 5% Maschinenbauerinnen können in Führungsebenen später keine 40% werden.
    So wären auch die immer mehr benachteiligten Männer durch Quoten verankert und keine Frau muß sich zur Quotenfrau erklären lassen.
    Am Rande: Warum sind Gleichstellungsbeauftragte eigentlich immer Frauen? ;-)

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