Lipstick and Laptop

by Cloe

Ja, ich greife ins Klischee, das schafft wirklich nur eine Frau: Meine Mitarbeiterin, hochintelligent, viel zu schnell, fleißig, irgendwie immer gut drauf und gemäß ihrer Jobanforderung zehnmal besser im Ergebnis als sie müsste. Das klassische fleißige Bienchen, wie man es sich nur wünschen kann. Sicher auch ambitioniert in eigenen Zielen, einfach so liefert sie die Ergebnisse schließlich auch nicht ab. Typ: ewig Studentin mit einem großen Wissensdurst. Möchte gefordert und gefördert werden, legt viel Wert auf Weiterbildung und die ganz großen Projekte, bei denen sie mitgestalten darf. Alles da. Regelmäßige Feedbackgespräche, gemeinsame Kurz-Workshops, um Ergebnisse noch runder zu machen, perfekte Vorabsprachen, um beim großen Auftritt vor dem großen Management zu glänzen.

Nun ein weiteres Feedbackgespräch: “Chefin, also irgendwie passt mir schon seit längerem etwas nicht.” Meine erste Vermutung durch ihre sehr gute Leistung: neben einer Gehaltserhöhung die konkrete Weiterentwicklung zu einer Expertenfunktion oder sogar Führungsfunktion, da ich eine Unterforderung vermute. Ne, Fehlanzeige. Die Dame hat folgende Kritik an mich: „Ich werde viel zu selten von Ihnen kritisiert. Da stimmt doch was nicht“. Damit hatte ich nicht gerechnet. Kurzum: Wenn ein Mann selten kritisiert wird – jetzt mal klischeehaft gedacht – dann ist dies die Bestätigung seiner Genialität und Grund genug für die nächste Gehaltsforderung. Richtig so!  Nicht so bei vielen Damen, die in ihrer Perfektion nach Sicherheit streben. Sicherheit über das was sie tun. Trotz Studium, diversen Trainings herrscht oft die Erwartung an einen absoluten Standard und eigens erarbeitete Ergebnisse werden angezweifelt. Mädels, solange keiner sagt etwas ist nicht gut genug oder läuft schlecht. Dann läuft auch nichts schlecht. Ist so. Hier einfach mal aus der Männerwelt etwas abschauen, es kann viel gelernt werden bei den Jungs! :)

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