Lipstick and Laptop

by Cloe

Ein neuer Shareholder, ein neues Top-Management und auch ich habe einen neuen Chef. Der kommt aus dem europäischen Ausland, fliegt drei Tage nach Deutschland ein, sitzt bei mir in meinem Büro, will Fortschritte sehen und kippt jede Menge ein. Jede Menge, jeden Tag. Ob persönlich oder dann an den anderen beiden Tagen per Mail, per Phone, per sms. Er ist wahnsinnig freundlich, meint es nur gut, alle Fragen und Anforderungen sind berechtigt.

Kleiner Spagat in dem ich mich bewege: Alte Strukturen und Muster, die sich alle ganz schnell verändern sollen – eigene Mitarbeiter, die hier früher oder später mitziehen müssen, ob sie wollen oder nicht. Zuzüglich eine ganze Organisation, die noch lange nicht so tickt wie die neue Führung es will, tiefe kulturelle Unterschiede, die sich gewaschen haben: Der Shareholder ist nicht deutsch und kommt aus einer ganz anderen Business-Niche, d.h. beide Parteien haben keine Ahnung voneinander und jetzt  muss ganz schnell optimiert werden. Die Richtung „wohin“ muss auch noch jeder verstehen. Gelernt sind bestimmte Muster und Handlungsweisen die Infrage gestellt werden, welche davon aber jetzt schlecht oder gut sind, weiß noch keiner so richtig. Man möchte alles anders machen, aber Stärken erhalten. Viele mischen mit, jede Woche gibt es andere Ansagen und der Druck steigt ins unermessliche. Die Ergebniszahlen stimmen auch nicht.

Hier hilft nur noch ganz tief durchatmen und die Masche „Melden befreit“ nutzen. Ob mein Chef das jetzt witzig findet oder nicht, ich lasse ihn täglich und ganz intensiv an meinem Doing teilhaben. Er muss das Unternehmen, die Vorgänge und ganz besonders mich verstehen. Ob er will oder nicht. D.h. er bekommt über jedes Hindernis, was mich nicht „liefern lässt“ Bescheid. Jeden Tag. Per Phone, per sms, per Mail oder persönlich. Da muss er jetzt durch, ob er will oder nicht. So bekommt er möglichst schnell ein Bild von dem, was geht, was nicht geht und viel wichtiger: was brauche ich von ihm oder irgendwelchen Hauselfen, wenn es sie denn gibt, um mal eben in kürzester Zeit Prozesse, Systeme und Organisation in einem hocheffizienten Change Management zu drehen. Ich glaube er ist schon wahnsinnig genervt von mir, da sich der Druck merkbar lockert. Na dann jetzt mal in Phase 3 des Teambuidlingprozesses…: Nach Forming, Storming nun zum Norming – welch Zusammenspiel und Regeln uns jetzt auch immer einfallen um letztendlich miteinander zu „performen“… in kürzester Zeit, versteht sich ;) .

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