Lipstick and Laptop

by Liz

Ihr habt bisher einiges aus meinem Leben als junge Führungskraft erfahren. Wie ich Führungskraft geworden bin, wisst ihr allerdings nicht. Ich dachte mir, es ist sicherlich auch einmal spannend zu hören, wie mein Weg an die Spitze aussah. Denn auch dieser Weg war nicht immer mit Rosenblättern ausgelegt. Außerdem lernt ihr mich so auch ein bisschen besser kennen.

Ich gehörte früher zu den Schülern, die zwar beliebt waren, etwas auf dem Kasten hatten, aber manchmal eben etwas länger brauchten, komplexe Sachverhalte zu erfassen. Ich kam immer ans Ziel, aber eben nicht als Erste. Entgegen der offiziellen Empfehlung schickten mich meine Eltern nach der Grundschule auf die Realschule, was sich als sehr weise und förderlich herausstellte. Denn dort gehörte ich von Anfang an zu den Schülern, die als erstes die Ziellinie überquerten. Ich führte meine Klasse als Sprecherin an und entwickelte ein gesundes Selbstbewusstsein. Es war nicht überraschend, als ich nach Abschluss der Mittleren Reife aufs Gymnasium wechselte. Dort musste ich zwar einiges aufholen, konnte aber mithalten und ein gutes Abitur hinlegen.

Anders als viele meiner Freunde begann ich nicht sofort zu studieren, ich entschied mich erstmal für ein Jahrespraktikum in einem Verlag. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Ich lernte dort so viel Grundlegendes, arbeitete mich vom Archiv langsam hoch, in die Text- und Bildredaktion, schrieb erst kleine Beiträge und später ganze Artikel für die Magazine, die im Verlag erschienen. Ich konnte mein Hobby und meine Leidenschaft, das Fotografieren, einbinden und wurde gegen Ende meines Praktikums sogar als Redakteurin entsandt um für einen Beitrag zu recherchieren, zu fotografieren und dann darüber zu schreiben. Es war eine großartige Zeit.

Nach meinem Jahrespraktikum im Verlag nutzte ich die Chance, für ein Jahr als Au-Pair in die USA zu gehen. Auch dieses Jahr war sehr prägend für mich – vielleicht weniger aus beruflicher Sicht, aber dafür umso mehr was meine Persönlichkeit angeht. Ich ging nebenbei aufs College, erkundete das Land und fing an auf Englisch zu träumen. Während dieser Zeit wurde mir immer klarer, dass ich Medienwissenschaften studieren wollte. Und das setzte ich nach meiner Rückkehr aus den USA dann auch um. Praktika und Praxiserfahrungen waren Voraussetzung und wurden auch während des Studiums gefordert. So konnte ich in verschiedene Branchen und Bereiche Einblicke erhalten und mich ausprobieren. Wenn mich heute junge Menschen um Rat fragen, empfehle ich ihnen immer wärmstens, während des Studiums so viele Praktika wie möglich zu absolvieren. Es ist so viel leichter herauszufinden, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, welche Themen einen am meisten interessieren und was einem Spaß macht. Nur wer seine Arbeit liebt und gern macht, kann Hochleistungen erbringen!

Mein Weg führte mich in die Automobilindustrie. Ich fing als Praktikantin an, wurde ständige Werkstudentin, schrieb meine Diplomarbeit im Unternehmen und wurde schließlich direkt nach meinem Studium übernommen. Das klingt alles so einfach, war es aber nicht immer. Ich habe hart gearbeitet, im Studium wie im Job, um den Weg so gehen zu können. Aber ich war schon immer sehr engagiert in allem was ich anpackte. Mir machte die Arbeit Spaß und ich wusste, es war eine große Chance, die Wissenschaft mit der Praxis zu verbinden. Ich konnte meine Erfahrungen aus der Praxis bei den Klausuren und Prüfungen einbringen und profitierte im Job von dem Fachwissen, das ich im Studium erlangte. Ich denke, es gehört sicherlich auch immer ein bisschen Glück dazu und Menschen, die dein Talent erkennen und dich unterstützen.

Weiter gehts morgen….

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