Lipstick and Laptop

by Liz

Ich gebe es zu, zum Jahresende war ich ganz schön ausgelaugt. Das letzte Jahr war hart und anstrengend, wir haben einige Großprojekte erfolgreich gestemmt und vieles bewegt. Leider haben wir wenig Wertschätzung erfahren, das Jahr über. Nur sehr selten hörten wir ein Lob oder erhielten Anerkennung für unsere Leistung. Privates kam oft zu kurz, der Preis für die beruflichen Erfolge war ganz schön hoch muss ich feststellen, jetzt, wo ich zurück blicke und das Jahr nochmal Revue passieren lasse. Das frustet und fördert nicht wirklich die Motivation. Ich habe das daher bei meinem letzten Gespräch mit meinem Chef ganz offen und direkt angesprochen.

Mein Chef gehört zu der Sorte „Mein Job ist mein Leben“. Er ist ein purer Workaholic. Freizeit gibt es nicht, nur im Urlaub – und selbst aus dem Urlaub erhalten wir hin und wieder Diktate und Emails. Es hat mich daher nicht wirklich überrascht, dass er mich nicht verstanden hat, als ich ihm sagte, dass ein permanentes „immer höher, weiter und schneller“ auf die Dauer nicht durchzuhalten ist und dass wir ab und zu auch mal ein Wort der Anerkennung und des Lobes brauchen. Ich habe betont, dass wir alle einen Ausgleich benötigen und nicht 24/7 funktionieren können. Seine Antwort: „Sie müssen mehr delegieren und abgeben. Überlassen sie das operative Geschäft ihren Mitarbeitern. Sie müssen mich viel häufiger begleiten und Projekte abgeben.“

Ich habe ihn mit einem großen Fragezeichen angeguckt. Abgeben? An wen denn? Häufiger auf Termine begleiten? Und wer bereitet dann diese Termine inhaltlich vor? Projekte abgeben? Auch hier frage ich mich, an wen denn? Arbeite ich tatsächlich zu operativ? Muss ich als Abteilungsleiterin mehr abgeben, weniger selber arbeiten?
Ich habe mich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. Klar höre ich ganz genau hin, wenn mein Chef mir sagt, was er konkret von mir erwartet. Es ist auch klar, dass ich seinen Ansprüchen gerecht werden möchte. Ich versuche dabei allerdings immer auch mir selbst treu zu bleiben. Das mit dem Abgeben kann ich sicherlich noch besser als bisher. Ich gebe zu, vieles selbst zu machen, da dominiert halt auch die Perfektionistin in mir. Ich denke, daran kann ich im neuen Jahr sicher arbeiten. Auch werde ich versuchen, die Projekte stärker zu priorisieren und auch mal eine Anfrage abzulehnen oder an andere Abteilungen hausintern abzugeben. Auch werde ich schauen, dass ich meinen Chef mehr begleitet, denn so bin ich näher an ihm dran und kann „meine Themen“ auch mal nebenbei auf dem Weg oder am Rande einer Veranstaltung mit ihm besprechen. Es ist sicherlich auch förderlich, wenn es darum geht, in zu beraten und ihm meine Kommunikationsstrategien zu vermitteln. In der Vergangenheit war es nicht immer einfach, an ihn ran zu kommen und oftmals beschränkte sich unsere Kommunikation auf ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel, einem Telefonat oder Austausch per Email. Ja und auch mein Privatleben soll wieder mehr Raum einnehmen. Die Work-Life-Balance ist immerhin wichtig, damit ich überhaupt zur Hochleistung auffahren kann.

Dass sind nun also meine Vorsätze für das neue Jahr – beruflich gesehen! Ich halte Euch auf dem Laufenden, ob ich es tatsächlich so durchziehen kann und wie es mir dabei ergeht.

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