Lipstick and Laptop

By Cloe

Ich habe oft viel zu schnell viel zu viele Projekte an der Backe, bin für so vieles zu begeistern und kann manchmal nicht Nein sagen, da die Vision schon vor meinen Augen schwebt. Beruflich wie privat. Danach habe ich dann aber die Arbeit und den einen oder anderen Monat verteufle ich mich für all meine Begeisterung. Falle dann ab und wann in ein tiefes Loch, weil ich das alles nicht mehr schaffe. Und nein, ich bin keine Mama, die nebenher noch so einen kleinen Fratz zu einem wundervollen Menschen groß zieht. Bekannte, eigentlich immer nur Männer, die ebenfalls soviel Themen an den Hacken haben, schauen mich irgendwie immer ganz relaxed an und verstehen gar nicht, dass ich typisch Frau mal kurz durchdrehen kann, gefühlt nix mehr auf die Reihe bekomme, auch mal alles hinschmeißen will und meinen nervösen Emotionen schlicht den Lauf lasse.

Ihre Bemerkung dann: „Wieso, soviel hast du doch gar nicht, musst halt nacheinander alles in der Woche unter bekommen. Und was nicht klappt dann halt nächste Woche. Aber insgesamt bekommt man alles locker hin, bist ja noch jung.“ Na super, diese Sätze hasse ich. Wikipedia sagt die Effizienz steht für u.a. für „Wirtschaftlichkeit, eine optimale Verwendung von Produktionsfaktoren – siehe Pareto-Optimum, ein Maß für den Energieaufwand, das Verhältnis zwischen Nutzenergie und energetischem Aufwand, Wirkungsgrad.“ Ich glaube wir Frauen haben nicht immer den idealen Wirkungsgrad bei optimalem Energieaufwand (nicht alle, aber so allgemein). Wir haben hier einen viel zu sorgfältigen und strengen Ansatz an uns selbst. Ich habe festgestellt, dass Männer oft intuitiv besser delegieren können, eher davon ausgehen, dass Hilfe kommt und die großen Projekte natürlich nicht im Detail selbst ausarbeiten. Beruflich wie privat. Sie sehen alles lockerer und gehen dabei immer noch ein Bierchen trinken. Ja, manchmal wird es dann auch nicht so super, eine Feier organisiert von einem Mann hat dann eben nur den Kasten Bier, das Grillfleisch und Ketchup. Aber wer sagt denn, dass dies im Ergebnis keine tolle Party wird. Müssen nicht immer acht verschiedene Salate gemacht werden. Das wäre dann die berühmte 20/80 Regel. Mit 20% Aufwand 80% Output erreichen. Ein 100% Output erreichen würde ein 100% Aufwand bedeuten und damit im Verhältnis einen geringere Effizienz darstellen. Mein Empfinden: so sind aber eher Frauen unterwegs.

Das selbe bei Bewerbungen. Meine männlichen Freunde schauen sich eine Stellenbeschreibung an, bei der sie 20% schon mal gemacht haben, und 80% können sie sich super vorstellen. Dann wird sich beworben und mit vollem Selbstbewusstsein am ersten Tag den Job gemacht als ob schon immer drauf gehabt. Das weibliche Pendant liest eine Stellenbeschreibung, bei der sie schon zu 90% alles kann und zweifelt an ihrer Qualifikation weil ja noch 10% fehlen – und stellt beim Vorstellungsgespräch wahrscheinlich auch noch ihr Licht unter den Scheffel und plaudert ihre Zweifel aus.

Ich und viele weibliche Bekannte machen uns oft verrückt und wollen alles zu 150% machen. Hier einfach auch nochmal von Siegern lernen ;) egal, ob von Mann oder Frau – ruhig die großen Dinge stemmen, auch mal delegieren oder Hilfe holen und ein völlig ausreichendes Ergebnis wird kommen. Loslassen heißt hier die Devise und sich nicht im Detail verzetteln. Lebenszeit uneffizient einsetzen, muss man nicht.

Leave a Reply