Lipstick and Laptop

by Cloe

Gross werden ist schwer… Man sagt, die steilste Lernkurve erleben wir innerhalb der ersten 3 Lebensjahre: die Eltern und Umgebung erkennen können, krabbeln, laufen lernen, vernünftig sprechen lernen, fehlerfrei wichtige Abläufe auf die Reihe bekommen und nebenher körperlich wachsen. Das und vieles andere ist innerhalb der ersten Jahre eine absolute Höchstleistung. Eltern können das bestätigen, ihr Kind lernt schnell, aber eben auch in Begleitung mit den damit verbundendenden Emotionen des Frusts, Scheiterns – seine Begrenztheit spüren – aber auch Erfolgserlebnisse erleben und Fortschritte erkennen. Kleinkinder stehen jeden Tag vor enormen Herausforderungen. „Try and Error“ ist an der Tagesordnung und man hat keine Gebrauchsanweisung an der Hand. Das muss über eine gute Beobachtungsgabe und schnelle Erfahrungsverarbeitung laufen und natürlich mit Hilfe einer guten Begleitung der Eltern.

Klingt komisch, aber so ähnlich habe ich mich in meinem ersten Jahr als Führungskraft gefühlt. Ein verwirrender Vergleich, aber genauso war es, ich war regelmäßig verwirrt und schwer damit beschäftigt meine Eindrücke zu verarbeiten. Es war nicht immer leicht, so emotional. Man hat jahrelang eine super Leistung als Fachkraft hingelegt und wechselt die Rolle nun vollständig. Man fängt irgendwie von vorne an und es stehen keine „Eltern“ hinter einem. Im optimalen Fall hat man einen Chef, der sich noch an sein erstes Jahr als Führungskraft erinnert und Hilfestellung leistet. Oder auch nicht. Meiner hat mir leider das Leben eher schwer gemacht, naja, ich will ja nicht jammern ;) . Die Mitarbeiter schmeißen einen aus ihren „Reihen“ – man gehört nicht mehr dazu. So wie man es ja auch gewollt hat. Die Seiten sind gewechselt. Vom Kollege zum Vorgesetzten bedeutet eine völlig neue Rolle annehmen, die man kaum erlernen kann, auch wenn man ein Ratgeberbuch liest. Hier hat man es mit Menschen zu tun, die Erfahrung muss man machen. Wie führt man und wie kann man die Bedürfnisse der Mitarbeiter mit den Zielen der Unternehmung und den eigenen Wünschen Matchen? Ich habe mich gefühlt wie auf einem Hochseildraht, ohne Netz und Boden. Doch wenn das erste Jahr mal überstanden ist, dann wiederholt sich alles und es wird leichter. Eine gute Beobachtungsgabe und eine schnelle Erfahrungsverarbeitung hilft – es fängt an sich zu lohnen und Spaß zu machen. Mein Rat: Dranbleiben und nicht aufgeben! Und ein paar Fettnäpfchen sind auch als Führungskraft erlaubt… ;)

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