Lipstick and Laptop

by Helen

Vor ein paar Tagen habe ich ja darüber berichtet, dass ich nicht so recht weiß, ob ich eine Stelle annehmen soll, die mir angeboten wird. Einfach weil mich die Tätigkeit und die Rahmenbedingungen überhaupt nicht locken. (Das entscheidende Gespräch wurde übrigens nochmal um eine Woche verschoben – Gott sei Dank ;-) !)

Ich versuche mich im Moment ein bisschen genauer zu hinterfragen, was eigentlich hinter meinen Entscheidungen steckt. Warum stört es mich so eine Stelle anzunehmen, die mich zwar nicht sehr interessiert, die aber für meine Karriere sicherlich förderlich wäre. Auch habe ich mir über den Jahreswechsel viele Gedanken gemacht, welche Dinge in meinem Leben welche Priorität bekommen. Auch ich bin nicht immun gegen den “Jahreswechsel-gute-Vorsätze-usw.-Virus”. Und ich habe überlegt, welche Dinge mich glücklich machen. (Passend hierzu habe ich auch ein empfehlenswertes Buch gelesen: „Handbuch zum Glück“) Zum Glück habe ich festgestellt, dass gemessen an meinen eigenen Glücksmaßstäben viele Dinge in meinem Leben bereits im Lot sind. Ich habe seit ein paar Jahren eine gute Balance gefunden, schaffe es mich selbst nicht zu vernachlässigen und ziehe positive Energie aus meinen persönlichen Beziehungen. Ich kenne die kleinen Glücksmomente, die ich in jedem Tag finden kann und ich suche diese bewusst (zum Beispiel mein morgendlicher perfekter Cappuccino –da kommt mir keiner in die Quere). Trotzdem gibt es natürlich auch bei mir Phasen der Unzufriedenheit, in denen ich mich nicht gut fühle, frustriert bin oder in denen ich mich leer fühle. Teilweise war mir schon selbst klar, woran das liegt, teilweise bin ich auch durch Abschalten und Buchlektüre in meinem Urlaub darauf gestoßen. Ich glaube mir fehlt stellenweise der „Sinn“, in dem, was ich tue. Denn klar ist auch: 50% meiner Tätigkeit im Konzern sind Dinge, die mit Unternehmenspolitik, Prozesskram, etc. zu tun haben. Die weder mir selbst noch dem Unternehmen einen direkten Nutzen bringen – geschweige denn, dass es der Menschheit irgendetwas bringt.

Das ist natürlich nicht immer so – durch meine (kleine aber feine) Machtposition kann ich Dinge bewegen. Zum Beispiel konnte ich in den letzten Wochen für drei Herzensmenschen Empfehlungen aussprechen – vielleicht führt das für diese Menschen zu großen, tollen beruflichen Chancen. So etwas beflügelt mich. Dennoch brauche ich auch in meinem täglichen Arbeiten einen gewissen Sinn. Und diesen Sinn will ich finden und vergrößern. Vielleicht auch außerhalb des Jobs – wenn da nur der Zeitfaktor nicht wäre, denn klar ist auch die meiste Zeit meines Tages opfere ich für die Arbeit und das drumherum. Daher muss ich an den Job auch heran, wenn ich mein Leben mit mehr Sinn anreichern will – und ein Job, der mich nicht lockt oder irgendwie reizt wird meine Balance eher ins umgekehrte ausschlagen lassen. Daher bin ich egoistisch und bleibe dabei ich will etwas Sinnvolles tun – und zwar in meinen eigenen Augen und nach meinen eigenen Maßstäben.

Ja, ja ein bisschen philosophisch bin ich schon geworden. Ich hoffe ihr Lieben konntet mir folgen… ;-)

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