Lipstick and Laptop

by Helen

Manche Dinge kann man nur mit Humor nehmen. Ich arbeite ja seit letztem Jahr in einem Rationalisierungsprojekt. Alles lief sehr gut. Mein Chef, der der offizielle Vertreter war, lies mir vollkommen freie Hand. Solange ich Ihn einmal alle zwei Wochen in einem kurzen Briefing abholte, war alles bestens. Mitte letzten Jahres, änderte sich dies dann. Wir bekamen einen „Neuen“ in den Bereich. Da er ohne Team und Aufgaben „plötzlich“ auftauchte, war klar – er kriegt die Sonderprojekte um den Hals. Und so bekam ich – neben meinem Linienvorgesetzten – noch einen Projekt-Chef. Natürlich wollte ich gut mit ihm zusammenarbeiten. Aber lange Rede kurzer Sinn – es stellte sich sehr schnell heraus, dass er eine ungesunde Mischung aus Kontrollsucht und Inkompetenz darstellte, die mich (und auch alle anderen drum herum) sehr schnell in den Wahnsinn trieb. Mittlerweile kam auch heraus, dass er nicht „plötzlich“ aufgetaucht war, sondern aus seiner letzten Aufgaben hinausgeflogen war. Ich brauche nicht viel Phantasie um mir vorzustellen warum. Ein halbes Jahr lang quälte er mich mit unnötigen ad hoc Aufträgen, Anzweifeln meiner Kompetenz bei gleichzeitigem verkaufen meiner Arbeitsergebnisse als seine eigenen, etc., etc. Daneben ist er so ein unangenehmer Typ, dass die Zusammenarbeit wirklich eine Qual ist. Und das schlimmste – er merkt es nicht mal. Feedback gegenüber ist er völlig resistent und die Schuld liegt immer bei den anderen.

Ich habe es mit Aussprachen und Neustarts versucht. Das einzige was wirklich fruchtete war eine Reko einzustellen. Das hat zwar meinen Fluchtinstinkten widersprochen, hat aber irgendwie wenigstens die gröbsten Ad Hoc Termine eingedämmt. Gut wurde die Zusammenarbeit trotzdem nicht. Heute war es wieder soweit und er wollte mal wieder einen komplett unnötigen Termin mit mir. Gott sei Dank hatte ich bereits einen vollen Kalender – allerdings mit einer freien halben Stunde nach dem Mittagessen. Trotzdem lehnte ich seinen Termin ab. Ich saß also nach dem Essen an meinem Platz, als ich ihn aus dem Augenwinkel an mir vorbeilaufen sah. Ich wusste er würde binnen Sekunden meine Ablehnung sehen und zurückkommen. Manchmal hilft halt nur noch Flucht. Hektisch warf ich Laptop und Co. In meine Tasche und hetzten zu den entgegengesetzten Aufzügen. Ich kam mir richtig Actionheldin-mäßig vor. Und konnte nur noch über die Situation lachen. Ging dann über Umwege zu meinem nächsten Meeting und richtete mich dort in der Kaffeeküche eines fremden Bereiches gemütlich ein – alles besser, als beim Terminschwänzen ertappt zu werden. Er versuchte dann noch über unterdrückte Nummer zu erreichen – aber das ist ja ein Anfängerfehler ;-) . Wow – mal wieder ein Problem, das ist total erwachsen und souverän gelöst habe….

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