Lipstick and Laptop

Wie aus Schwächen Stärken werden
Liz berichtet hier ausführlich, worauf sie bei ihren letzten Bewerbern geachtet hat.

Auffallen um jeden Preis
Was Helen so bis erlebt hat:

In vielen Bewerbungsratgebern liest man, dass man versuchen sollte, bei Bewerbungen irgendwie aufzufallen, hervorzustechen oder sonstwie dem Gegenüber eine bleibende Erinnerung zu verschaffen. Das sehe ich persönlich anders. Natürlich sollte man seine Stärken betonen und Gemeinsamkeiten zwischen sich und der Aufgabe/dem Unternehmen/dem potentiellen Chef herausstreichen, damit man nicht in der Masse untergeht. Aber man sollte nicht versuchen um jeden Preis aufzufallen. Der Spruch “jede Werbung ist gute Werbung” gilt hier nicht. (Natürlich gibt es kreative Branchen, in denen das vielleicht anders ist, aber generell rate ich von jeglichen Experimenten bei der Bewerbung ab).

Drei negativ Beispiele aus meinem Fundus von Bewerbungsgesprächen:

1) Dieses Beispiel spielt in grauer Vorzeit. Ort des Geschehens der Mini-Betrieb meines Vaters. Eine Bewerberin schickte ihre Bewerbung in einem Briefumschlag, der mit lauter (sehr vielen) 5 Pfennig Briefmarken (ja genau gute alte D-Mark Zeit) beklebt war. Zu Übersehen war das nicht – ok, der Punkt ging an die Bewerberin. Kommentar meines Vaters: “Wer so eine Auffälligkeit nötig hat, hat wohl nichts anderes womit er überzeugen kann” und schwups landete der Umschlag auf dem Haufen für die Absagen (den ich als 12-Jährige wiederrum Retour schicken musste, wofür ich (unglaubliche) 5 D-Mark bekam *Nostalgie*).

2) Spielt in der Neuzeit. Ein Ex-Kollege von mir bewarb sich bei einem namhaften deutschen Sportwagenhersteller (mehr sei nicht verraten). In einem Anflug von exzessivem Fan-tum dekorierte er die gesamte Bewerbungsunterlage, inklusive Lebenslauf mit Bildern von allen Modellen der Firma und deren internen Modellbezeichnungen (es waren sehr viele!). Im Vorstellungsgespräch bekam er relativ direkt gesagt, dass die Firma Mitarbeiter sucht und keine verrückten Fans. Er bekam eine Absage. Selbiges gilt natürlich auch, wenn man sich bei einer Modekette bewirbt. Hier sollte Frau nicht unbedingt als Grund für die Bewerbung nennen, dass man gerne dort einkauft (eventuell und ganz vielleicht ist mir das selbst schon mal passiert ;-) )

3) Spielt in der relativ akuten kurzfristigen Vergangenheit. Ich war Vertreter der Fachabteilung im Vorstellungsgespräch. Das Gespräch lieft gut, der Bewerber hatte einen positiven Eindruck hinterlassen. Dann kam es zum “Sushi Insident”: der Bewerber schenkte mir (beim ERSTEN Kennenlernen!) eine Schachtel selbstgemachtes Sushi, da er auf einem Online Portal Profil von mir gelesen hatte, dass ich Sushi mag. Ich fühlte mich irgendwie gestalkt. Ich kann mich bis heute nicht entscheiden ob ich es hyper-aufmerksam oder hyper-gruselig finden soll. Auf jeden Fall hinterlies es ein komisches Gefühl. Nicht nachmachen!

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