Lipstick and Laptop

Hier erfahrt ihr was typische Situationen im Assessment Center sind und wie ihr euch am besten darauf vorbereitet.

Die Vorstellungsrunde (Your never get a second chance to make a first impression – Klar schon tausend Mal gehört, aber trotzdem ist sehr viel dran!)

Da sich im Assessment Center normalerweise Fremde gegenüber sitzen, gibt es in aller Regel eine kleine Vorstellungsrunde. Dabei stellen sich sowohl die Kandidaten vor, aber natürlich auch die Assessoren. Es ist wichtig, sich zu merken, welche
Assessoren aus welchem Bereich kommen (z.B. Personaler, Fachabteilung, externe Psychologen, etc.). Denn je nachdem was ihr Hintergrund ist, werden sie auf unterschiedliche Schwerpunkte wert legen. In der Gruppenarbeit teilen sich die
Assessoren oft zwischen den Gruppen auf und es ist schon ein Unterschied, ob man durch einen fachlichen Spezialisten oder einen fachfremden Psychologen bewertet wird.
Für die eigene Vorstellung ist es wichtig, diese zu üben. Sich souverän ohne Füllwörter (äh und ehm) und sympathisch vorzustellen. Vor dem Spiegel, vor Freunden – denn je lockerer man ist, desto freundlicher wirkt man auch. Um die
Vorstellungsrunde Abwechslungsreich zu gestalten, denken sich Personaler oft alternative „Vorstellungsthemen“ aus, d.h. statt Name und Wertegang soll man Name und Lieblingshobby vorstellen. Oder man soll zu seinem Namen eine Eselsbrücke
bauen (z.B. Mario Schmidt – ich bin kein Italiener heiße aber trotzdem Mario). Hier sollte man natürlich unverfängliche Dinge auswählen und es hilft auch sich bei Stuhlkreisen in die Mitte zu setzen, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass man als erstes an die Reihe kommt geringer und ermöglicht einem, dass man länger Zeit zum nachdenken und zurechtlegen der Vorstellung hat.

Assessment Center Aufgaben bearbeiten

Im Assessment Center kann es Einzelaufgaben geben, die sich zum Beispiel an den Aufgaben aus dem oben beschriebenen Online Test anlehnen. Man sollte immer darauf vorbereitet sein, Arbeitsergebnisse aus Einzel – aber auch Gruppenaufgaben
mit verschiedenen Medien zu präsentieren. Dazu ist es wichtig, dass man sich mit gängigen Präsentationsmedien auskennt, z.B. Powerpoint, Overhead-Folien (seit Beamer-fähigen Projektoren wieder beliebter), Flipcharts, etc. Auch hier hilft Übung – zum Beispiel einfach mal das grobe Thema der Abschlussarbeit (Diplomarbeit) als Grafik auf ein Blatt bringen als Vorbereitung.

Bei Gruppenaufgaben steht natürlich neben der Qualität der Lösung vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Gruppenmitgliedern im Vordergrund. Leider ist das ein Punkt, den man auch durch noch so gute Vorbereitung nicht kontrollieren kann. Wenn man in einer Gruppe mit „schlechter“ Gruppendynamik landet, kann dies die Zusammenarbeit nachhaltig negativ beeinflussen (mehr dazu im nächsten Abschnitt).

Bei Assessment Centern, bei denen auch die Führungsfähigkeit von potentiellen Mitarbeitern bewertet wird, wird normalerweise bei Gruppenarbeiten ein „Teamleiter“ bestimmt. Bei dieser Aufgabe sollten Sie darauf achten, vor allem ihre Fähigkeiten zu strukturierter Arbeitsweise und Anleitung in den Fordergrund zu stellen. Sollte die Aufgabe zum Beispiel zeitkritisch sein, sollten Sie selbst die Zeit im Auge behalten und regelmäßig die verfügbare Restzeit kommunizieren oder diese Aufgabe ggf. delegieren. In den meisten modernen Unternehmen ist auf unteren Führungsebenen
meist ein kollegialer Führungsstil gefragt, daher sollten Sie sich nicht in die Situation des „Anführers, der nicht mitarbeitet“ begeben. Überlegen Sie, ob es für die Aufgabe zweckdienlicher ist, dass Sie aktiv mitarbeiten oder dass sie den Überblick behalten, d.h. wenn es um eine Aufgabe geht, bei der unter Zeitdruck „einfachere“ Aufgaben bewältigt werden sollen, ist es sinnvoll selbst als Teil des Teams mitzuarbeiten (z.B. wenn unter Zeitdruck etwas gebaut werden muss, sortiert werden muss, eine Produktion simuliert wird, o.ä.). Müssen komplizierte Prozesse oder Aufgaben durchgeführt werden, macht es hingegen durchaus Sinn, dass jemand den Überblick behält, so dass die Koordination der Gruppe nicht gefährdet ist. Bedenken Sie, dass das allerdings nicht zwingend Sie sein müssen. Sollte es in der Gruppe jemand geben, der fachlich besser für die Koordination geeignet ist (z.B. besseres räumliches Vorstellungsvermögen, Erfahrung in der fachlichen Aufgabe, etc.), wählen Sie diesen Mitarbeiter aus. Bedenken Sie: Ein guter Chef zeichnet sich dadurch aus,
dass er die Talente der Mitarbeiter möglichst gewinnbringend für das Teamergebnis einsetzt. Wichtig ist auch die Leistung der Gruppe zu würdigen. Loben Sie ihre Teammitglieder und sorgen Sie für gute Laune. Das macht sie sympathisch und
steigert die Leistung der Gruppe.

Falls die Dynamik in der Gruppe nicht stimmt, ist es immer schwierig noch konstruktiv und gut zusammen zu arbeiten.
Lest hier weiter, wie ihr die Gruppendynamik positiv beeinflussen könnt.