Lipstick and Laptop

Habt ihr euch schon einmal gefragt, woran es liegt, dass manche Gruppen „von Natur aus“ sehr gut harmonieren, während bei anderen Gruppen ständig „der Wurm drin“ ist? Leider lässt sich nicht planen, in was für einer Gruppe Sie in einem
Assessment Center landen werden. Umso wichtiger ist es, dass man in der Lage ist zu erkennen, wie diese Gruppendynamik entsteht und was man tun kann, um diese positiv zu beeinflussen.

Jeder Mensch hat einen bestimmten Charakter, der sich aus bestimmten Wesenszügen zusammensetzt. In der Regel gibt es einen dominierenden Wesenszug und einen oder mehrere latent vorhandene Wesenszüge. Unter Stress oder in Situationen, in denen Menschen sich stark auf die Bewältigung von fachlichen Aufgaben konzentrieren, treten diese Wesenszüge meist sogar noch deutlicher hervor, da die Aufmerksamkeit abgelenkt ist und daher das Auftreten nach
außen ungefilterter ist. Extrovertierte Typen werden noch extrovertierter und umgekehrt. Pedanten verlieren sich in Details, Workaholics machen Leichtsinnsfehler, etc.
Treffen nun Menschen mit harmonierenden Wesenszügen aufeinander entsteht eine harmonische Gruppe, ist dies nicht der Fall entsteht eine Gruppe, in der eine Zusammenarbeit herausfordernder ist. Wichtig ist zunächst, dass man diesen Fall
anerkennt, wenn er eintritt, denn Menschen mit unterschiedlichen Wesenzügen setzen unterschiedliche Prioritäten und Schwerpunkte, haben einen unterschiedlichen Arbeitsstil und brauchen unterschiedliche Anreize, um eine gute Leistung zu erzielen. Man sollte zunächst damit beginnen, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Arbeite ich lieber unter Druck auf die letzte Minute oder mit viel Ruhe? Möchte ich gerne im Mittelpunkt stehen oder stresst es mich Dinge zu präsentieren?
Ist es mir wichtiger das richtige Ergebnis sehr genau zu erreichen oder bin ich lieber schnell fertig? Möchte ich von anderen gelobt werden oder reicht es mir, wenn ich mit meiner Leistung zufrieden bin?

Man neigt in Zusammenarbeitssituationen nämlich dazu, davon auszugehen, dass alle gleich „ticken“ wie man selbst. Arbeitet man nun in der Gruppe mit anderen
zusammen, betrachtet man es als selbstverständlich wie ein gemeinsames Vorgehen auszusehen hat und reagiert (bewusst oder unbewusst) genervt, wenn einer oder mehrere Gruppenmitglieder diese Ansicht nicht teilen (z.B. wenn man selbst so schnell wie möglich Ergebnisse erzielen will, andere sich aber mit kleinen Details beschäftigen wollen). Hier hilft es sich dieser Situation bewusst zu machen und schon während dem Assessment Center, der Vorstellung und anderen Aufgabe, aber auch bei der sozialen Interaktionen wie zum Beispiel Mittagessen, Kaffeetrinken, etc. die anderen Kandidaten nach den oben gestellten Fragen zu bewerten. So kann man antizipieren, wie diese sich in Gruppenaufgaben verhalten werden und welche Arbeitsbedingungen sie präferieren werden. Bieten Sie den einzelnen Gruppenmitgliedern bewusst diese Aufgaben an, von denen Sie ausgehen, dass sieh ihnen Spaß machen werden. Will jemand im Mittelpunkt stehen, lassen sie ihn präsentieren. Für Aufgaben, die große Detailgenauigkeit erfordern, suchen Sie einem Kollegen, dem diese Genauigkeit wichtig ist.
Oft ist unangemessenes Verhalten in der Gruppe nur ein Schrei nach Anerkennung. Reagieren Sie genervt oder versuchen Sie das unangemessene Verhalten abzublocken, wird die Person meist leider nur noch vehementer „stören“. Das kann
die Gruppenarbeit in Gefahr bringen. Daher versuchen Sie solche „Streithähne“ zu loben und zu integrieren. Gute Führungskräfte können „jeden“ führen und erkennen die Stärken von jedem Mitarbeiter. Nicht derjenige wird eine gute Bewertung bekommen, der sich ständig in der Vordergrund drängt, sondern derjenige, der die Gruppe erfolgreich moderiert. Gleiches gilt für das Durchsetzen der eigenen Meinung.

Hier gehts weiter zu typischen Aufgaben aus dem Assessment Center.