Lipstick and Laptop

by Helen

Das Neue Jahr hat begonnen. Für die meisten (mich inclusive) bedeutet dies zwei Dinge. Zum einen hat man gerade einen (mehr oder weniger) langen Urlaub hinter sich und startet daher erstmal wieder entspannter, gelassener und ausgeruhter ins (Berufs-)Leben. Zum anderen ist das Jahr frisch und verheißungsvoll. Es ist Januar. Alles liegt noch vor uns. Dieses Jahr muss oder soll doch endlich „unser“ Jahr werden. Ich will weniger Kompromisse machen und endlich mehr das tun, was ich will. Eine wichtige Baustelle ist da natürlich der Job. Mit einem Augenzwinkern hat das Business Portal Xing hier einen Entscheidungstest erstellt, der einem die Entscheidung erleichtern soll, ob man besser kündigt oder besser bleibt. Und obwohl natürlich nicht alles ernst zu nehmen ist, was in diesem Test steht, finde ich den richtig gut. Kompakt auf einer Bildschirmseite kommt man an den wichtigsten Punkten vorbei. Warum will ich eigentlich kündigen? Geht es um die Bezahlung oder geht es um die Inhalte des Jobs?
Eine „Riesenentscheidung“ wie eine Kündigung muss man sich wirklich gut überlegen und gerade Frauen (mich eingeschlossen) machen dabei meiner Meinung nach oft zwei Fehler – nämlich bewegen sie sich oft zu sehr an den beiden Extremrändern dieser Entscheidung:
Entweder sie schlagen die Tür voreilig zu, kündigen und brechen dann auch alle Brücken hinter sich ab. Oder sie verharren viel zu lange in einer eigentlich ausweglosen und unbefriedigenden Jobsituation und schieben die Entscheidung ewig vor sich her. Und warum? Genau, weil sie die Kommunikation mit dem Chef scheuen, über ihre Wünsche und Bedürfnisse für den Job zu sprechen. Oder so deutlich darüber zu sprechen, dass es beim Chef auch wirklich ankommt. Mein Beispiel hierzu: Ich hätte mir in meinem alten Job zwei Homeoffice Tage gewünscht, um mehr Zeit für meine Promotion zu haben. Aber ich habe nicht geschafft das durchzusetzen, obwohl es eigentlich kein Problem gewesen wäre. Mein zaghafter Versuch mit meinem Chef zu sprechen enthielt viel zu viele Konjunktive „Wäre es vielleicht, möglich, wenn es nicht zu viele Umstände machen würde….“ Im Nachhinein betrachtet, hätte ich das ganz anders angehen müssen. Stattdessen kündigte ich ein halbes Jahr später entnervt. Alle Chefs waren überrascht und geschockt – und boten wir habhaft mehr Geld, wenn ich bleiben würde. Die lächerlichen zwei Homeoffice Tage hätte ich sicher auch bekommen, aber da war ich dann schon enttäuscht und hatte mich zum Ausstieg entschieden. Genauso ungeschickt ist aber meiner Meinung nach das zu lange Verharren in einer schlechten Position. Der Grund ist oft der gleiche: Wir scheuen uns, klipp und klar über unsere Bedürfnisse zu sprechen und uns im Zweifelsfall einfach zu nehmen, was wir wollen. Stattdessen warten wir wie die Märchenprinzessin, dass er Prinz uns endlich wachsküsst und der Chef unsere ersehnten Wünsche von den Augen abliest. Dies passiert aber – gerade in großen Firmen – oft jahrelang nicht oder im schlimmsten Fall nie! Daher einfach mal den Test machen, aufschreiben, was wirklich der Grund ist, warum man kündigen will und dann überlegen, ob man alles menschenmögliche getan hat, dem Arbeitgeber zu kommunizieren was man will.

by Cloe

Das Management hat beschlossen mich freizustellen, nach meiner Kündigung habe ich einen Termin mit der Personalabteilung, die meinen Bereich intern schnell nachbesetzen möchte. Freistellung ist üblich, bei uns aber aber eben Nasenfaktor. Hat die unterschiedlichsten Gründe. Ich schätze mein Shareholder war emotional immer noch nicht amused, dass ich gehe. Auch das Thema Wettbewerber spielt immer eine Rolle.

Ein Glücksfall? – bis zu meinem Ausstieg aus der Firma in ein paar Monaten bin ich freigestellt bei vollen Bezügen. Ich kann es kaum glauben. Handy abgeben, Dienstwagen behalten. Nach Hause fahren. Zwei Stunden zum Packen der persönlichen Sachen, Verabschiedung bei meinen Mitarbeitern und das Haus verlassen. Es gab viele Überraschungstränen, es hat mich gerührt, wie betroffen meine Mitarbeiter waren. Ich hätte es Ihnen gerne viel früher gesagt, aber mit einer Freistellung hatte ich nun nicht gerechnet. Über den Flur noch ein paar erstaunten Kollegen Bescheid geben und raus aus dem Gebäude. Das wars.

Ich bin wie in Trance nach Hause gefahren und kann es nicht glauben. Es fühlt sich an wie ungeplant aus der Kurve gerissen zu werden und an den Rasenrand gesetzt. Mit einer Cola in der Hand. Zusehen und Fähnchen schwingen. Es fällt alles von mir ab: der stressige Führungsalltag, die privaten „Projekte nebenher“ und die neue berufliche Zukunft nehmen Platz im vollen Tag ein. Meine Promotion erhält die Chance zügig fertig zu werden. Aber auch die Angst steigt, in ein Loch zu fallen oder so vor sich hinzutrödeln und nicht mehr wissen wer ich bin oder was ich kann… Es wird sich zeigen.

by Cloe

Kündigen ist nicht unbedingt schön. Irgendwie hängen doch Emotionen dran. 7 Jahre in einem Unternehmen mit viel Engagement und tollen Kollegen, mit denen man Leid und Freud geteilt hat, gehen nicht einfach spurlos an einem vorbei. Mein Papier ist geschrieben und meine Haltung und Message zu meinem Boss, Kollegen und Mitarbeiter klar: positive Trennung, keine Vorwürfe, ich gehe nicht im Schlechtem. Ja, es ist das typische weinende und lachende Auge. Trotzdem bin ich aufgeregt. Das Unternehmen dreht sich sehr schnell zur Zeit, mein Boss ist selber neu und gefühlt ist mehr Chaos als Stabilität im Unternehmen. Viele Menschen sind nervös, schwanken zwischen Loyalität und der Frage „whats in for me“ in der neuen veränderten Welt oder eben dem Absprung. Es kündigen viele, jeden Monat werden die Namen im Flurfunkt diskutiert, die andere Wege gehen wollen. Die High professional Service Industrie – Consulting, IT und Engineering Beraterbranche hat eine höhere Fluktuation, es ist normal.

Ich mache mir aber meine Gedanken. Wird meine Kündigung genauso respektvoll aufgenommen? Gewährt man mir einen früheren Ausstieg und bis dahin eine positive Zusammenarbeit? Egal wie alt man ist, bei einer Kündigung hat man Wunsch und Hoffnung das Ganze positiv „über die Bühne zu bringen“. Man sieht sich immer zweimal im Leben. Bereuen sollte man auch nichts und alle positiven Entwicklungsschritte in guter Erinnerung behalten. So geht es mir auch und das ist gut so. Ein neuer Schritt kann kommen…

by Helen

Ich bin so urlaubsreif.

Ich bin soooo uuuuurlaubsreif!!!

Woran ich das merke: Wenn morgens der Wecker klingelt, schaffe ich es fast nicht meine Augen aufzubekommen. Und wenn im Meeting jemand aus der Reihe tanzt werde ich noch viel schneller ungeduldig als sonst. So geht das nicht weiter… Daher melde ich mich ab für zwei entspannende Wochen!

Oder wie mein Chef heute meinte: “Helen hat Jeans an, die ist schon im Urlaubsmodus”

In diesem Sinne – hasta la vista, au revoir und bis ganz bald!

by Helen

Liz hat ja neulich hier die Frage gestellt, ob Frauen weniger Zeit für Karriere haben. Im speziellen ist ihr aufgefallen, dass bei Veranstaltungen oft nur Männer auf dem Podium sitzen oder Vorträge halten. Ich frage mich im Moment generell, ob man als Frau einfach weniger Zeit für Karriere hat. Im Sinne von weniger Jahre zur Verfügung, um Karriere zu machen. Bei meinem Alter steht jetzt schon seit einiger Zeit die „3“ vorne (Wie lange genau wissen Liz und Cloe ;-) . Ich habe keine Kinder und so langsam dämmert sogar mir – das könnte irgendwann ein Thema werden. Und dieses „irgendwann“ ist mittlerweile nicht mehr so abstrakt und weit, weit weg wie vor einigen Jahren.

Klar es gibt Elternzeit und Kinderbetreuung und so weiter. Nur irgendwie bekomme ich im Umfeld mit, dass so eine Familie einfach nicht planbar ist. Und wie schnell hat man das „Pech“ und kann eben nicht bis zur letzten Sekunde arbeiten oder schon nach sechs Monaten zurück kommen. Außerdem bekomme ich mit, wie stellenweise über weibliche Kolleginnen in der Elternzeit gesprochen wird. In der jährlichen Mitarbeiterbewertung kommt da schon mal ein Spruch wie: „Die brauchen wir doch gar nicht anzuschauen, die ist doch im Mutterschutz.“ Ich weiß, das ist überhaupt nicht böse gemeint von den Kollegen, sondern diese denken schlicht pragmatisch und es ist ja Fakt: Heute und jetzt ist die Mitarbeiterin nicht anwesend. Dennoch kommt sie ja irgendwann wieder…

Im Konzern unterliegt die Weiterentwicklung der Mitarbeiter auf die nächste Karrierestufe natürlich gewissen Spielregeln und Prozesse – verpasst man eine Leistungsbewertung, bzw. wird in einer Leistungsbewertung eben nur „gleich“ bewertet, z.B. weil man wegen Baby-Pause gerade nicht da ist, hat man ratz-fatz ein bis zwei Jahre verloren. Noch schwieriger wird es, wenn in dieser Zeit auch noch der Chef oder die ganze Struktur wechselt – dann ist man ein völlig unbeschriebenes Blatt für den „Neuen“ und muss quasi wieder von Null anfangen.

Alle diese Faktoren machen ein „gutes Timing“ für die Familienphase fast unmöglich. Und damit finde ich schon, dass Frauen ziemlich unter Druck stehen schneller Karriere zu machen. Denn wer vor den entscheidenden Schritten wenn auch nur kurz weg ist, verliert unter Umständen gute Chancen.

by Helen

Vor ein paar Wochen habe ich euch ja über „den Neuen“ berichtet. Mittlerweile ist etwas Bewegung in die Sache gekommen und er hat endlich seine neuen Untertanen – sprich mich und meine Kollegen – zu einem Kennenlern-Termin und einem halb-tägigen Workshop eingeladen. Ich war auch nicht untätig und habe mich selbst zu einem spontanen Mittagessen mit ihm und ein paar weiteren Kollegen eingeladen – dreist aber kam gut an ;-) .

Dennoch ist so eine Umstrukturierung immer zäh. Der alte Chef interessiert sich nicht mehr so richtig für einen. Bzw. er ist schon beschäftigt damit an einem „Leben nach uns“ zu basteln und seine neue Struktur und AKVs aufzubauen. Der Neue ist einfach noch mit Übergabe und Altthemen beschäftigt und alles dauert. Mittlerweile ist der finale Termin für die Umstrukturierung nochmals – wegen formaler Problemchen – nach hinten geschoben worden. Und für mich heisst das: wieder ein paar Wochen mehr, in denen ich in der Luft hänge. Ohne richtigen Chef. Früher hätte ich das total doof gefunden und wäre in kopflose Aktionismus gefallen. Heute denke ich: Toll, endlich mal Zeit, in Ruhe ein paar Themen zu sortieren, ausgedehnt (Netzwerk) Mittagessen zu gehen und früh Feierabend zu machen. Und gutes Wetter ist auch noch, was ein Glücksfall! Oder wie Cloe sagt TTV: Täuschen, Tarnen, Verpissen! Auf geht’s!

by Helen

Ich habe einen neuen Chef. Und das schon seit vier Wochen. Also offiziell und so weiter bin ich ab ersten April bei ihm, aber inoffiziell wissen alle Beteiligten schon seit Wochen über die neue Organisation bescheid. Und mal wieder klafft Wunsch und Wirklichkeit maßgeblich auseinander. Denn ich gehe mal wieder von mir aus. Wenn ich mehr oder weniger wie die Jungfrau zum Kind zu sieben neuen Mitarbeitern (von deren Unterbau ganz zu schweigen – in Summe fast 60 Mitarbeiter) gekommen wäre, würde ich mich anders verhalten. Ich würde mich mal vorstellen und wenigstens Hallo sagen. Oder ein informelles Mittagessen abhalten – einfach schon mal die Zehen ins Wasser halten, wer da so auf mich zu kommt. Und was für Erwartungen da vielleicht rumschwirren oder auch Widerstand. Aber der Neue ist bisher ein Phantom. Bin sehr gespannt, denn in zwei Wochen steht der offizielle Wechsel bevor. Ob sich bis dahin noch was tut? Bin ich das jetzt pingelig, dass ich das unhöflich finde? Oder brauche ich als Frau zu viel Aufmerksamkeit? Fragen über Fragen!

by Helen

Wie drücke ich das jetzt am besten aus? Ok – ich versuch es. Durch eine Lücke im Prozess war es heute mal wieder so weit. Eine wichtige Vorstandsunterlage ist im Standort A liegen geblieben, musste aber zum Standort B. Und ich habe mich breitschlagen lassen, das Problemchen zu lösen. Bin ich jetzt doof, weil ich solche Deppenjobs mache? Oder clever, weil ich die Mappe in die treuen Hände meines Chef-Chefs und meines Nachbar Chef-Chefs gebe und damit mal wieder eine gute Gelegenheit habe auch noch ein paar Themen loszuwerden?

Ich weiss es nicht….

by Helen

Manche Dinge kann man nur mit Humor nehmen. Ich arbeite ja seit letztem Jahr in einem Rationalisierungsprojekt. Alles lief sehr gut. Mein Chef, der der offizielle Vertreter war, lies mir vollkommen freie Hand. Solange ich Ihn einmal alle zwei Wochen in einem kurzen Briefing abholte, war alles bestens. Mitte letzten Jahres, änderte sich dies dann. Wir bekamen einen „Neuen“ in den Bereich. Da er ohne Team und Aufgaben „plötzlich“ auftauchte, war klar – er kriegt die Sonderprojekte um den Hals. Und so bekam ich – neben meinem Linienvorgesetzten – noch einen Projekt-Chef. Natürlich wollte ich gut mit ihm zusammenarbeiten. Aber lange Rede kurzer Sinn – es stellte sich sehr schnell heraus, dass er eine ungesunde Mischung aus Kontrollsucht und Inkompetenz darstellte, die mich (und auch alle anderen drum herum) sehr schnell in den Wahnsinn trieb. Mittlerweile kam auch heraus, dass er nicht „plötzlich“ aufgetaucht war, sondern aus seiner letzten Aufgaben hinausgeflogen war. Ich brauche nicht viel Phantasie um mir vorzustellen warum. Ein halbes Jahr lang quälte er mich mit unnötigen ad hoc Aufträgen, Anzweifeln meiner Kompetenz bei gleichzeitigem verkaufen meiner Arbeitsergebnisse als seine eigenen, etc., etc. Daneben ist er so ein unangenehmer Typ, dass die Zusammenarbeit wirklich eine Qual ist. Und das schlimmste – er merkt es nicht mal. Feedback gegenüber ist er völlig resistent und die Schuld liegt immer bei den anderen.

Ich habe es mit Aussprachen und Neustarts versucht. Das einzige was wirklich fruchtete war eine Reko einzustellen. Das hat zwar meinen Fluchtinstinkten widersprochen, hat aber irgendwie wenigstens die gröbsten Ad Hoc Termine eingedämmt. Gut wurde die Zusammenarbeit trotzdem nicht. Heute war es wieder soweit und er wollte mal wieder einen komplett unnötigen Termin mit mir. Gott sei Dank hatte ich bereits einen vollen Kalender – allerdings mit einer freien halben Stunde nach dem Mittagessen. Trotzdem lehnte ich seinen Termin ab. Ich saß also nach dem Essen an meinem Platz, als ich ihn aus dem Augenwinkel an mir vorbeilaufen sah. Ich wusste er würde binnen Sekunden meine Ablehnung sehen und zurückkommen. Manchmal hilft halt nur noch Flucht. Hektisch warf ich Laptop und Co. In meine Tasche und hetzten zu den entgegengesetzten Aufzügen. Ich kam mir richtig Actionheldin-mäßig vor. Und konnte nur noch über die Situation lachen. Ging dann über Umwege zu meinem nächsten Meeting und richtete mich dort in der Kaffeeküche eines fremden Bereiches gemütlich ein – alles besser, als beim Terminschwänzen ertappt zu werden. Er versuchte dann noch über unterdrückte Nummer zu erreichen – aber das ist ja ein Anfängerfehler ;-) . Wow – mal wieder ein Problem, das ist total erwachsen und souverän gelöst habe….

by Helen

Vor ein paar Tagen habe ich ja darüber berichtet, dass ich nicht so recht weiß, ob ich eine Stelle annehmen soll, die mir angeboten wird. Einfach weil mich die Tätigkeit und die Rahmenbedingungen überhaupt nicht locken. (Das entscheidende Gespräch wurde übrigens nochmal um eine Woche verschoben – Gott sei Dank ;-) !)

Ich versuche mich im Moment ein bisschen genauer zu hinterfragen, was eigentlich hinter meinen Entscheidungen steckt. Warum stört es mich so eine Stelle anzunehmen, die mich zwar nicht sehr interessiert, die aber für meine Karriere sicherlich förderlich wäre. Auch habe ich mir über den Jahreswechsel viele Gedanken gemacht, welche Dinge in meinem Leben welche Priorität bekommen. Auch ich bin nicht immun gegen den “Jahreswechsel-gute-Vorsätze-usw.-Virus”. Und ich habe überlegt, welche Dinge mich glücklich machen. (Passend hierzu habe ich auch ein empfehlenswertes Buch gelesen: „Handbuch zum Glück“) Zum Glück habe ich festgestellt, dass gemessen an meinen eigenen Glücksmaßstäben viele Dinge in meinem Leben bereits im Lot sind. Ich habe seit ein paar Jahren eine gute Balance gefunden, schaffe es mich selbst nicht zu vernachlässigen und ziehe positive Energie aus meinen persönlichen Beziehungen. Ich kenne die kleinen Glücksmomente, die ich in jedem Tag finden kann und ich suche diese bewusst (zum Beispiel mein morgendlicher perfekter Cappuccino –da kommt mir keiner in die Quere). Trotzdem gibt es natürlich auch bei mir Phasen der Unzufriedenheit, in denen ich mich nicht gut fühle, frustriert bin oder in denen ich mich leer fühle. Teilweise war mir schon selbst klar, woran das liegt, teilweise bin ich auch durch Abschalten und Buchlektüre in meinem Urlaub darauf gestoßen. Ich glaube mir fehlt stellenweise der „Sinn“, in dem, was ich tue. Denn klar ist auch: 50% meiner Tätigkeit im Konzern sind Dinge, die mit Unternehmenspolitik, Prozesskram, etc. zu tun haben. Die weder mir selbst noch dem Unternehmen einen direkten Nutzen bringen – geschweige denn, dass es der Menschheit irgendetwas bringt.

Das ist natürlich nicht immer so – durch meine (kleine aber feine) Machtposition kann ich Dinge bewegen. Zum Beispiel konnte ich in den letzten Wochen für drei Herzensmenschen Empfehlungen aussprechen – vielleicht führt das für diese Menschen zu großen, tollen beruflichen Chancen. So etwas beflügelt mich. Dennoch brauche ich auch in meinem täglichen Arbeiten einen gewissen Sinn. Und diesen Sinn will ich finden und vergrößern. Vielleicht auch außerhalb des Jobs – wenn da nur der Zeitfaktor nicht wäre, denn klar ist auch die meiste Zeit meines Tages opfere ich für die Arbeit und das drumherum. Daher muss ich an den Job auch heran, wenn ich mein Leben mit mehr Sinn anreichern will – und ein Job, der mich nicht lockt oder irgendwie reizt wird meine Balance eher ins umgekehrte ausschlagen lassen. Daher bin ich egoistisch und bleibe dabei ich will etwas Sinnvolles tun – und zwar in meinen eigenen Augen und nach meinen eigenen Maßstäben.

Ja, ja ein bisschen philosophisch bin ich schon geworden. Ich hoffe ihr Lieben konntet mir folgen… ;-)