Lipstick and Laptop

by Helen

Helen meldet sich aus dem Urlaub zurück. Seit heute bin ich wieder in Amt und Würden – also so richtig. Freitag waren wir zwar schon auf Führungskräfteklausur aber das war so entspannt im Hotel mit Latte Macchiato und Kuchen und leckerem Menü am Mittag, das zählt noch gar nicht so richtig als arbeiten. Ich finde die Winterpause ja echt toll. In meinem Konzern ist da fast jedes Jahr eine sehr lange Betriebsruhe und mich entspannt das so immens zu wissen, es passiert nichts während ich weg bin. Keine Mailflut, keine Katastrophen, keine 1000 Termine. Alle haben frei, alle sind weg und ich starte mit einem Posteingang von süßen 40 ungelesenen E-Mails – Entspannung pur. Außerdem fangen fast alle erst heute wieder an – und der Terminkalender ist noch schön leer!
In diesem Sinne: Liebe Grüße von einer entspannten Helen und einen guten Start in 2015 – das wird ein Top Jahr!

By Cloe

Ich bin Freigestellt und kann meine Freizeit genießen. Oder? Eine Anekdote, die mein Gefühls-Auf-und-Ab beschreibt: Ich gehe um 10 Uhr zu Edeka, habe nichts mehr zu essen im Haus. In meinem „nicht-gehetzt-relaxten-Einkaufs-Schlender-Modus“ fallen mir zum ersten Mal die Leute um mich herum auf und die Atmosphäre im Supermarkt. War ich doch bisher als Berufstätige immer die Letzte kurz vor Ladenschluss, gehetzt, irgendwas in den Korb schmeißend und in einer langen Schlange von Gleichgesinnten an der Kasse stehend.

Mein Bild jetzt: keine langen Schlangen an der Kasse, relaxte Verkäuferin, die gemütlich die Regale vollräumen, eine kleine Gruppe schlendernder Rentner, eine ganz kleine Gruppe schwänzender Schüler, eine etwas größere Gruppe von Müttern mit ihren Kindern bis 4 Jahre alt, die gar nicht mal so gestresst aussehen, wie ich immer dachte. Und vielleicht 2 Studenten, schätz ich wegen des Alters. Und ich. Ich merke, dass ich meine Peer-Group verloren habe. Wie die Gesellschaft doch leicht zu segmentieren ist. Ich muss schmunzeln und beschließe die Zeit positiv zu nutzen, die Dinge um mich herum bewusster wahrzunehmen und vor allem alles nicht so ernst zu nehmen. Lächelnd habe ich meine Einkäufe gemacht… Ich gehöre jetzt einer kleineren Randgruppe an. Na dann :)

by Cloe

Ich habe gekündigt und bin monatelang freigestellt. Was nun? Wäre ich 25 und hätte nicht schon Verantwortung für Ehemann und lokale Verpflichtungen, ich würde meine Wohnung kündigen und einfach ein paar Monate nach Spanien ziehen. Nein, besser Australien. Oder eine neue Sprache in China lernen. Aber irgendwas hält mich zurück. Mein Change Prozess.  Ich war keine Praktikantin, die nach einem halben Jahr ging und das nächste Abenteuer während des Studiums aussucht. Ich war 10 Jahre in einem Karriere Rhythmus in dieser Gegend, in einer Branche. Einfach Zelte abreißen, hat sich nicht gut angefühlt.

Also den Alltag in der selben Umgebung eben anders meistern. Das ist meine große Challenge. Die Vorbereitung auf eine neue berufliche Herausforderung und der mentale Ausstieg aus dem bisherigen. Andere Ziele und Projekte in den Alltag reinbringen – lieber nicht, besser die Laufenden zuende bringen. Habe ich als mega Aktion-Dame mit vielen Interessen in der Vergangenheit ein paar mal zuviel “ja” gesagt, habe nun so einiges am Laufen. Promotion, Fachartikel und ein ganzes Buch liegen noch auf dem Schreibtisch. Trotzdem. Mein Vorsatz: aus Vollgas nicht wieder noch mehr Vollgas machen, aber auch kein Standgas. Denn Stillstand ist für mich Rückschritt. Ich spüre, dass sehr bewegende Wochen auf mich zukommen werden…

by Cloe

Das Management hat beschlossen mich freizustellen, nach meiner Kündigung habe ich einen Termin mit der Personalabteilung, die meinen Bereich intern schnell nachbesetzen möchte. Freistellung ist üblich, bei uns aber aber eben Nasenfaktor. Hat die unterschiedlichsten Gründe. Ich schätze mein Shareholder war emotional immer noch nicht amused, dass ich gehe. Auch das Thema Wettbewerber spielt immer eine Rolle.

Ein Glücksfall? – bis zu meinem Ausstieg aus der Firma in ein paar Monaten bin ich freigestellt bei vollen Bezügen. Ich kann es kaum glauben. Handy abgeben, Dienstwagen behalten. Nach Hause fahren. Zwei Stunden zum Packen der persönlichen Sachen, Verabschiedung bei meinen Mitarbeitern und das Haus verlassen. Es gab viele Überraschungstränen, es hat mich gerührt, wie betroffen meine Mitarbeiter waren. Ich hätte es Ihnen gerne viel früher gesagt, aber mit einer Freistellung hatte ich nun nicht gerechnet. Über den Flur noch ein paar erstaunten Kollegen Bescheid geben und raus aus dem Gebäude. Das wars.

Ich bin wie in Trance nach Hause gefahren und kann es nicht glauben. Es fühlt sich an wie ungeplant aus der Kurve gerissen zu werden und an den Rasenrand gesetzt. Mit einer Cola in der Hand. Zusehen und Fähnchen schwingen. Es fällt alles von mir ab: der stressige Führungsalltag, die privaten „Projekte nebenher“ und die neue berufliche Zukunft nehmen Platz im vollen Tag ein. Meine Promotion erhält die Chance zügig fertig zu werden. Aber auch die Angst steigt, in ein Loch zu fallen oder so vor sich hinzutrödeln und nicht mehr wissen wer ich bin oder was ich kann… Es wird sich zeigen.

by Cloe

Der Mann mit einer neuen Idee ist ein Spinner, bis diese sich als erfolgreich erweist.

Mark Twain (1835-1910, amerikanischer Schriftsteller und Humorist)

Anmerkung der Redaktion: Also Frau auch, es sei Mark Twain verziehen, in seiner Zeit war das mit dem Mann/ Frau Thema noch rollenspezifisch anders bestellt. Message: Lebt eure Talente aus, ob als Hobby oder doch gleich die große Business Idee und bleibt dran. Mit Spass und Leidenschaft kann man nur erfolgreich sein. Und es gibt einen positiven Ausgleich zu dem Stress und all dem “Ungeliebten”, welchen wir im Alltag manchmal nicht vermeiden können.

Für uns ist es Lipstick & Laptop.

by Helen

Ich habe Ende letzten Jahres in einer hochoffiziellen Jury gearbeitet. So richtig als Juror. Bitte nicht fragen, wie es dazu kam, aber bevor ich mich versah sass ich an einem Sonntag in einer deutschen Hochschule und durfte offiziell Teams von Jugendlichen zum Thema “Roboter Bauen” bewerten (Deutschland Ausscheidung – als Vorstufe zum Europa Wettbewerb). Das war jetzt nicht super-wichtig aber dennoch wollte ich einen guten Job machen. Die Jury bestand aus 16 frewilligen, darunter zumeist Dozenten und Führungskräfte aus der Industrie. Neben mir hatte sich doch tatsächlich noch eine weitere Frau eingefunden ;-) ! (Also in der Jury – die Kinden und Jugendlichen wurden fast ausschließlich von Frauen begleitet…)

Die Jury wurde in drei Gruppen aufgeteiligt: Teamwork, Forschungspräsentation und Technik. Es ging um 10-16 Jährige Kids, die Lego Roboter bauen und über ein Forschungsthema eine Präsentation halten. Ja, ich habe das schon ernst genommen, aber es ging nicht darum die finale Qualitätsabnahme für die nächste Mondrakete zu machen. Und was macht meine Jury Kollegin, noch bevor irgendein anderer die Chance hat etwas zu sagen: Schreit laut in den Raum: “Bitte teilen Sie mich in die Teamwork Jury ein – ich kann nichts anderes!”

Schon klar…

Wir wünschen allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Zeit, um das Jahr beruflich wie privat zu reflektieren. So manches ist rückblickend an Weihnachten – so wie die Bayern es sagen: “A guate Gschicht” und kann als wertvolle Erfahrung verbucht werden. Erfolge sollten jetzt gefeiert werden und über das neue Jahr attraktive neue Ziele gesteckt werden. Wir versuchen das auch immer jedes Jahr :) .

In diesem Sinne – eure Helen, Liz & Cloe

by Helen

Mein Leben ist durchgetaktet. Auf der Arbeit sowieso, aber auch sonst. Da sind zum einen die halb-halb Termine, die zwar keine richtige Arbeit sind aber auch keine richtige Freizeit. Zum Beispiel Firmenfeste, Weihnachtsfeiern, Stammtische und so weiter. Zwar würde ich jetzt nicht auf die Idee kommen eine Firmengrillfeier wie ein geschäftliches Meeting zu betrachten, aber ich habe auch nicht immer Lust, abends oder am Samstag meine Freizeit ausschließlich im Kollegenkreis zu verbringen. Dann gibt es auch private Pflichttermine, zum Beispiel Fachvorträge zu halten oder an meiner Weiterbildung zu arbeiten. Dazu häufen sich Geburtstag, Hochzeiten und sonstige Termine im Familien- und Freundeskreis.

Was dann noch übrig bleibt sind gefühlt zwei Wochenenden im Jahr, an denen ich überhaupt nichts vorhabe. Und darüber bin ich froh. An solchen freien Wochenenden will ich am liebsten gar nichts planen, alles dem Zufall überlassen und mich treiben lassen. Ich bin aber nicht der Sofatyp – da hab ich einfach zu vielen Ameisen im Hintern.

Daher habe ich hier ein paar Möglichkeiten per Zufall ein spannendes Freizeitprogramm zu generieren:
Eine tolle Idee spontan neues zu entdecken ist hier beschrieben – Voraussetzung ist ein öffentliches Verkehrsmittelnetz mit mind. zwei (U- oder S-) Bahnlinien.
Wenn ich keine Lust habe mir auszudenken, was ich kochen will, lasse ich den Zufall entscheiden und lasse mir hier ein Zufallsrezept anzeigen. (Einfach auf Rezepte klicken und dann Zufallsrezept auswählen). Dieses Wochenende gab es bei mir Kartoffelsalat mit Zitronen-Pesto Dressing und gebackene Scholle –lecker!

Für witzige Do-It-Yourself Ideen rund um die Themen Beauty, Deko und Co., gehe ich gerne hier her. Einfach passende Kategorie auswählen und aus den beliebtesten Treffern (auf der Startseite) etwas auswählen.

Mir helfen solche spontanen Ideen um richtig abzuschalten und nicht auch noch in meiner Freizeit in den totalen Planungsstress zu verfallen.

by Helen

Vor ein paar Tagen hat auch meine kleine Schwester bei einem Grossunternehmen angefangen. Um es kurz zu machen Sie hat einen Master in einer Ingenieurswissenschaft. Da sie komplett neu an den Ort der Firma gezogen war, stellte sie in der ersten Woche beim gemeinsamen Mittagessen im Kollegenkreis die Frage, was man den nun alles in der neuen Region unternehmen könnte. Die Resonanz bestand im wesentlichen aus einer Aufzählung von Aussichtspunkten und Museen. Ein etwas jüngerer Kollege schwärmte von einem Technikmuseum der Art „Technik und Physik am eigenen Leib erfahr- / Mitmachmuseum“ und erklärte ihr: “Also, für Männer ist das super interessant, aber seine Freundin kann man da eher nicht mitnehmen.“

by Helen

Ich war bei einer Lesung. Von Max Goldt. Folgendes ist dazu zu sagen:

Im Laufe diesen Jahres ist mir irgendwie untergekommen (wahrscheinlich beim Stöbern auf irgendwelchen Blogs), dass Max Goldt im Verruf steht. Also bei Hardliner Feministinnen. Max Goldt sei ja ein ganz Übler. “Naja” habe ich da gedacht, “also das verstehe ich jetzt nicht so ganz”. Man muss aber dazu sagen, dass mein relativ eingeschränktes Max-Goldt-Fantum auf einige tendenziell ältere Texte von ihm zurück ging, die mir hauptsächlich positiv durch äußerst skurril-abwegigen Humor aufgefallen waren. Mit anderen Worten ich distanzierte mich innerlich mit einem gewissen Unverständnis von der hardgelineten feministischen Meinung zu Max Goldt und mein Leben ging einfach weiter.
Und ich lies mich auch nicht davon abbringen, jetzt diese Lesung zu besuchen, bei der hauptsächlich Texte aus dem neuen Buch von Max Goldt “Die Chefin verzichtet” gelesen wurden. Der – ich kann nur annehmen – titelgebende Text des Buches “Die Chefin verzichtet auf demonstratives frieren” erinnerte mich schlagartig wieder an die feministische Meinung und ich hatte 23 Minuten lang (so lange dauert der Text gelesen durch Max Goldt) die Chance zu verstehen, dass da vielleicht doch was dran ist, dass man Max Goldt nicht gut finden muss.

Der Text reitet ausführlich auf folgenden Thesen herum:

- Frauen essen zwar weniger Fleisch (was ja gut für die Umwelt ist), aber diese Farbstoffe in Joghurts, die Frauen dafür immer essen, sind bestimmt auch nicht so toll
- Frauen kaufen zwar viel mehr Bücher als Männer, aber mehrheitlich schlechte, billige Schundromänchen, die es kaum wert sind, ein Buch genannt zu werden
- Junge Frauen haben ganz oft, ganz schlimm klingende Stimmen
- Wenn Frauen keine Karriere machen, dann ist daran nur folgendes Schuld: Sie ziehen sich nicht “richtig” an oder kauen in Meetings auf dem Kugelschreiber herum
- Junge Hotelangestellte (weiblich) sind ungebildet und ungepflegt und desinteressiert sowie haben Probleme mit der deutschen Grammatik
- Last but not least: Frauen, die frierend draußen rauchen sehen dämlich aus

Sagen wir es mal so: Während aber auch nach der Lesung, konnte ich einigen, wenn nicht allen dieser Thesen nicht unbedingt vorbehaltlos zustimmen. Daher gibt es morgen an dieser Stelle einen Antwort Text für Max Goldt.