Lipstick and Laptop

by Cloe

Die Bildzeitung vom 18. Februar lässt Fakten sprechen und erstellt einen interessanten Artikel mit Expertenunterstützung von Frau Claudia Kimich – Verhandlungsexpertin und Autorin, zusammen. Frauen verdienen weitaus weniger als Männer – siehe den Blogeintrag zum Gehalt -  und positionieren sich in Vorstellungsgesprächen schlechter als Männer. Sie haben zusätzlich mit Fragen zu kämpfen, wie z.B. der Nachwuchsthematik und haben oft Personaler vor sich, die wie selbstverständlich das geringere Gehalt einer Frau einfordern oder Defizite anprangern, wo keine sind. Zu allem Überfluss sind die meisten Personaler auch noch Frauen und sogar diese leben die Vorurteile gegenüber Frauen noch am schlimmsten aus. Traurig. Die BILD hat kritische Fragen und kesse Antworten dazu abgedruckt. Lesen, schmunzeln und unbedingt merken:

  1. Planen Sie demnächst Nachwuchs? „Oh, ich wusste gar nicht, dass das  die Voraussetzung für den Job ist. Dann denke ich noch mal darüber nach!“
  2. Können Sie mit Computern gut umgehen? „Meinen Sie die Frage ernst?“
  3. Was machen Sie, wenn die die Kinder krank sind? „Das Gleiche wie der männliche Bewerber, den Sie das eben gefragt haben: hoffen, dass sie bald wieder gesund werden.“
  4. Können wir an Ihrem Gehalt noch was machen? „Nach unten leider nicht, aber Sie können mir sehr gern mehr zahlen!“
  5. Wir haben für den Job leider nur 28.000 Euro. Passt das für Sie? „Ist es denn ein Halbtagsjob? Dann ist es für mich leider nicht interessant.“
  6. Haben Sie wirklich studiert? „Was würden Sie mir jetzt auf diese Frage antworten?“

by Cloe

Die Bildzeitung vom 18. Februar lässt Fakten sprechen und erstellt einen interessanten Artikel mit Frau Claudia Kimich – Verhandlungsexpertin und Autorin. Schon im Berufsstart sind es ca. 22% Gehalt mehr, die Männer im Durchschnitt verdienen als Frauen und das zieht sich dann immer weiter bis zur Rente hin, noch größere Unterschiede nicht ausgeschlossen. Zwei Bespiele des Mann/ Frau Vergleichs rausgepickt aus dem BILD-Artikel – ein Überblick über die Jahreseinkommen in den verschiedenen Altersklassen: Mit 25 Jahren verdient eine männliche Führungskraft 61.142 Euro und eine weibliche 50.206 Euro. Die Fachkraft männlich in dem Alter 37.205 Euro und weiblich 30.427 Euro. Mit 40 Jahren verdient eine männliche Führungskraft 104.442 Euro, die weibliche 86.268 Euro. Die Fachkraft in dem Alter verdient als Mann 54.561 Euro, als Frau 40.014 Euro. Der Supergau: mit 60 Jahren verdient eine männliche Führungskraft 124.728 Euro und ich bin fast vom Stuhl gefallen, in diesem Alter verdient die weibliche Führungskraft mit 83.649 Euro weniger als mit 40 Jahren, während es für Männer stetig nach oben ging mit dem Alter.

Lange Rede, kurzer, aber intensiver Sinn: das ist frustrierend. Woher sollen Frauen die Motivation aufbringen genauso viel oder oft mehr zu leisten als die Männer und dann dementsprechend signifikant weniger zu verdienen? Wir sprechen hier nicht von einer Handtasche im Monat, sondern von mehreren! Das Problem sei unter anderem, dass Frauen in der Karriere oft einen Schritt zurück treten als sich aufreiben zu wollen und auch den Job- und Ortswechsel weniger als die Männer durchziehen. All das kostet Gehalt. Die Selbsteinschätzung des Könnens wird von Frauen viel kritischer gesehen als bei Männern und in der Selbstdarstellung stapeln Frauen tiefer als die Männer. Und dass der Wohlfühlfaktor und „geliebt zu werden“ für Frauen wichtiger ist, unterstützt auch nicht gerade die hohen Gehälter.

Die Lösung liegt in einer besseren Vorbereitung bei Gehaltsverhandlungen, um nicht all den Stolperfallen auf den Leim zu gehen. Vorbereitung ist alles. Genauso das Nennen von konkreten Gehaltsvorstellungen und den eigenen Nutzen dazu. Mütter sollten ihre Kinder als Vorteil sehen und ihr Organisationstalent, den Überblick behalten zu können und mehrere Bedürfnisse gleichzeitig befriedigen zu können, positionieren. Und nicht vergessen und im Gespräch betonen: Frauen sind erwiesen gut für Unternehmen. Hier das volle Zitat aus dem Artikel, dem nichts mehr hinzuzufügen ist: „Sie (die Frauen) arbeiten nachhaltiger, sind wechselwillig und verbessern das Betriebsklima. Ein gelöster Konflikt, ein gewonnener Geschäftspartner und ein von der Kündigung abgehaltener Kollege sind für einen Chef unbezahlbar!“

by Cloe

Gehaltsverhandlung. Kann ich nicht so gut. Glaube es liegt an meinen weiblichen Genen, zumindest sind diese bei mir nicht förderlich. Ich fühle mich grundsätzlich wie ein Bittsteller. Aber warum nur? Es gehört zum Spiel dazu. Wer etwas leistet, soll auch sein Gehalt dazu bekommen. Fair enough. Aber freiwillig kommt natürlich kein Vorgesetzter auf einen zu und erwähnt kurz: Ach ja, mal wieder brillante Leistung, die 15.000 Euro on top dieses Jahr habe ich bei der Personalabteilung selbstverständlich schon eingesteuert. Ne, kommt nicht. Bei mir mal wieder Vorgesetztenwechsel, der Neue keine Ahnung von meiner Brillianz und fängt in der Beurteilung von vorne an. Spontan 20 Mitarbeiter dazubekomme, viel mehr Verantwortung, viel mehr Aufgaben, nebenher die Abteilung noch restrukturieren – ist klar – und in der Positionierung nochmal in der wichtigsten und generell gut bezahlten Abteilung gelandet. Grund für eine Gehaltsverhandlung. Ob ich es will oder nicht, ich fühle mich dabei wie ein Amokläufer, der mehr unsicher als sicher in den wildesten Erklärungen das neue Gehalt rechtfertigt. Womöglich den am Abend vorher noch mutigen Plan im Gespräch völlig über den Haufen schmeißt und dann – ganz übel – auch noch mit einer kleineren Zahl als geplant ins Rennen gegangen. Mädels, das klappt nicht. Das riecht der Gegenüber 5 Meter gegen den Wind, dass hier Unsicherheit herrscht. Ist so.

Doch es ist die eigene Unsicherheit, mit der man nur selber kämpft. Sonst keiner. Auch hier gilt die Devise: Von Siegern lernen. Einfach mal bei den Besserverdienern abschauen, mit welcher Haltung diese durch das Business laufen. Man muss es sich selber wert sein. Sonst ist es auch keinem anderen wert. Den eigenen Standpunkt gerne mit Zeit nochmal durchgehen. Beschäftigt euch mit euch selbst. Nehmt euch Zeit eure Position im Unternehmen, eure Ergebnisse im Vergleich zu bewerten, im Selbstmarketing zu beschreiben, neue ambitionierte Ziele zu setzen und dies auch zu kommunizieren. Nichts ist so attraktiv und überzeugend wie ein selbstbewusster Mensch, der weiss was er ist, was er kann und was er wert ist. Oder eben sie.