Lipstick and Laptop

by Cloe

Der Mann mit einer neuen Idee ist ein Spinner, bis diese sich als erfolgreich erweist.

Mark Twain (1835-1910, amerikanischer Schriftsteller und Humorist)

Anmerkung der Redaktion: Also Frau auch, es sei Mark Twain verziehen, in seiner Zeit war das mit dem Mann/ Frau Thema noch rollenspezifisch anders bestellt. Message: Lebt eure Talente aus, ob als Hobby oder doch gleich die große Business Idee und bleibt dran. Mit Spass und Leidenschaft kann man nur erfolgreich sein. Und es gibt einen positiven Ausgleich zu dem Stress und all dem “Ungeliebten”, welchen wir im Alltag manchmal nicht vermeiden können.

Für uns ist es Lipstick & Laptop.

by Helen

Gestern habe ich mich ja bereits an dieser Stelle über den Frauenzeitschriften Artikel aufgeregt, den ich im Flieger auf dem Weg zu meinem Wochenendtrip gelesen habe. Darin ging es um Frauen, die aus einer Krise (wie zum Beispiel der Geburt eines Kindes ;-) ) erfolgreich in die Selbstständigkeit gestartet sind. Aber nur weil ich mich gestern schon darüber aufgeregt habe, hält mich das nicht davon ab, mich heute noch einmal darüber aufzuregen.
Es gibt in dem Artikel nämlich nur zwei verschiedene mögliche Plots: Die erste Variante ist folgende: Frau steckt tief in der Krise und hat plötzlich eine geistesblitzartige Idee. Im nächsten Satz hat Frau dann 300 Mitarbeiter und führt ein florierendes Unternehmen. In der zweiten Variante hat Frau ein tolles Hobby und durch Zufall kann sie plötzlich damit Geld verdienen und hat dann ebenfalls eine gut laufende Firma.
Es mag ja sein, dass es solche Storries gibt, aber für mich hört sich das ungefähr so an, als wenn man einen Hollywood Film anschaut, um sich Tipps für eine Ehekrise zu holen. Unrealistisch. Hier werden uns Frauen Einzelfälle als Vorbild verkauft und der Teil des Schuftens, Business Plan schreibens und Steuererklärungsmachen wird einfach mal so übergangen. Klar, ist ja auch eine Frauenzeitschrift und kein Wirtschaftsmagazin und wir wollen unterhalten werden und nicht lernen, wie man einen Business Plan schreibt. Für mich hat das aber etwas Chronisches: die Medien zeigen unrealistische Bilder aus einer Zuckerguss-überzogenen nicht existenten Traumwelt und die reale Frau fragt sich dann, warum sie diesem Ideal nicht gewachsen ist. Und steckt im schlimmsten Fall den Kopf in den Sand, weil aus ihrer eigenen Idee nicht durch Fingerschnippen ein mittelständiger Betrieb wird. Ich würde es bevorzugen, dass wir uns gegenseitig weniger Hochglanz und dafür mehr reale Vorbilder und Unterstützung liefern. Dann hätten wir wahrscheinlich alle etwas gewonnen.

by Helen

Über das lange Wochenende habe ich mir eine Auszeit gegönnt (Citytrip, eurpäische Metropole, Ernährungsumstellung auf Pizza, Pasta und Pistazieneis). Die Fluggesellschaft war so nett, kostenlose Zeitschriften zu verteilen und so – ganz in relaxter Urlaubsstimmung – griff ich nach einer Frauenzeitschrift. Wohlgemerkt einer Frauenzeitschrift des gehobeneren Segments (ohne Herzblattgeschichten und Kreuzworträtsel). Genüsslich blättert ich durch die Modestrecken und Parfumpröbchen, bis ein Artikel mir ins Auge fiel: Powerfrauen, die sich mit einer tollen Geschäftsidee erfolgreich selbstständig gemacht haben (weil sie durch äußere schwierige Umstände daszu gezwungen waren).

Als kleine Hinleitung zum Thema wurde in ein paar Sätzchen erörtet, warum Frau denn auf die Idee kommen könnte ihrer (Standard-Firma-Angestellten) Karriere, eine so radikale Wendung zu geben. Und da stand dann geschrieben, dass ja durchaus ein Schicksalsschlag passieren kann oder ein Kind das Leben verändert und Frau dann eben gezwungen ist, neue Wege zu gehen. Alles schön und gut, aber warum ist das in unserer heutigen Gesellschaft schon gleichzusetzen mit einem “Schicksalsschlag”, wenn Frau ein Kind bekommt? Warum finden es sogar Frauenzeitschriften  selbstverständlich, dass eine Weiterverfolgung der ursprünglichen Karriere dann nicht mehr möglich ist? Hat mich mal wieder genervt! Ich finde es ja wirklich toll, wenn Frauen (eigentlich Menschen im allgemeinen) sich selbstständig machen und davon dann auch noch leben können, aber warum muss man das so hervorheben, als sei dies ein nettes Nebenprodukt, weil Frau nach Geburt für den “normalen” Arbeitsmarkt nicht mehr zu gebrauchen war? Selbstverständlich wäre es doch eigentlich, dass Frau alle Wege offen stehen. Oder seh nur ich das so?