Lipstick and Laptop

by Liz

Zwei meiner Mitarbeiterinnen haben diversen Kolleginnen und Kollegen Spitznamen vergeben – am Rande bekomme ich das manchmal mit. Sie sind lustig und wirklich charakteristisch muss ich sagen. Neulich musste ich ganz schön schlucken, als einer der beiden mein Spitzname versehentlich rausrutschte: Mutti.

Mutti?????? Ich???? Oh nein!!! Möchte ich als Führungskraft das Image und den Ruf einer Mutti haben??? Wohl eher nicht!!

Oh mann, warum gerade dieser Spitzname habe ich mir gedacht. Nach einigem Nachdenken irgendwie naheliegend: ich kümmere mich immer um mein Team, frage wie es ihnen geht, gebe Ratschläge, setze mich für sie ein, verteidige sie. Wenn ich mitbekomme, dass sich Kollegen untereinander nicht verstehen und es Ärger gibt, spreche ich mit beiden und versuche zu vermitteln. Vielleicht mache ich das ein bisschen zu häufig!? Sollte ich mehr Distanz aufbauen, zwischen mir und meinen Mitarbeitern? Ist es von Vorteil oder eher nachteilig, wenn man sich auch persönlich gut versteht, wenn man Privates voneinander weiß und eine gewisse Nähe zulässt?

Eines steht fest, wenn ich den Job wechsle und Führungsgraft eines neuen Teams bin, werde ich darauf achten, ein klein wenig mehr Chef-Mitarbeiter-Distanz zu wahren. Ich glaube das ist durchaus gesund und schadet auch nicht einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Ich werde immer einfühlsam sein und ein Gespür dafür haben, ob es jemandem gut geht oder nicht – so bin ich nun mal. Meine Sensibilität und Emotionalität sind letztendlich auch meine Stärken. Aber ich denke ich muss lernen, diese Stärken in einer kleineren Dosis im Arbeitsleben einzusetzen, oder gezielter. Mal sehen, wie schnell ich das umsetzen werde. :-)