Lipstick and Laptop

by Cloe

“Wenn du deine Idee nicht auf die Rückseite einer Visitenkarte schreiben kannst, hast du kein klares Konzept.”

David Belasco (1853-1931, amerikanischer Dramatiker, Regisseur und Theaterproduzent)

Supi – ich möchte mich selbständig machen und brauch jetzt also mein Konzept auf einer Visitenkarte. Doch im Grunde ist es klar, im Sinne des “Schuster bleib bei deinen Leisten”, nehme ich die Schwerpunkte, die mich in den letzten Jahren begleitet haben. Das wären dann die klassische Prozessberatung und Change Management. Ein Zusatzschwerpunkt wird immer mein Alter und mein Geschlecht sein. Ich bin aus der Generation Y (nach 1980 geboren) und weiblich. Scheinbar etwas womit die heutige Business Welt immer noch Schwierigkeiten hat, optimal umzugehen. Eine sichere und gute Kombi, ich hoffe viel gefragt.

Ein potentieller Großkunde hat mich um eine Kooperationspartnerschaft gebeten. Wenn eine Tür aufgeht – durchgehen, auch das habe ich gelernt. Und es ist ein Zeichen, dass meine Gedanken in die richtige Richtung laufen. Zurück in die Industrie ist für mich jetzt ausgeschlossen. Und meine Hauptthemen sind auch klar. Los gehts. Ich halte euch auf dem Laufenden… Ich habe Angst und Hoffnung zugleich. Werde ich erfolgreich sein oder in 3 Jahren aufgeben müssen. Ich werde alles geben. Die Idee muss jetzt reifen …

by Cloe

Ich hatte euch ja erzählt, das ich gekündigt habe, meine Promotion abschließe und sonst mein Leben einmal aufräume und loslasse, wo es nötig ist. Vor Allem mit mir und meinen anstrengenden Ticks und Muster. Mein nächster Job steht an und damit auch die grundsätzliche Frage: Will ich noch Führen? Meine Antwort: definitiv ja.  Und mir wird klar: am besten in meinem eigenen Unternehmen. Mich reizt die jetzige Führungspause – darüber nachzudenken, was ich eher krampfhaft beim Thema „Führen“ angepackt habe und was mir sehr leicht fiel. Die Freistellung tut mir hier gut. Wenn ich morgens aufwache, bin ich erstmal nur für mich selbst verantwortlich.

Ich denke viel über das Thema Selbständigkeit nach, zurück in die Industrie bereitet mir innerlich nicht so einen Freudentanz. Lieferanten, freie und mal eigene Mitarbeiter führen? Das wärs…

by Cloe

Es ist es einfach nicht mehr. Ein guter Coach hat mir mal gesagt, dass Beziehungen einem Prozess unterliegen. Man steigt ein, lässt sich darauf ein, geht gemeinsame Wege und wenn es nicht mehr sein soll, startet ein Prozess des Ausstiegs. Oder es gibt nie einen Ausstieg, man bleibt für immer dabei. Wenn nicht, startet ein Hin und Her der Überlegungen, ist es noch das Richtige? Vielleicht ein Mensch im Leben, der Job oder die Hobbies. Immer das Gleiche. Ich bin durch diesen Prozess nun 7 Jahre durch als Führungskraft und Angestellte in meinem Unternehmen (das verflixte 7. Jahr?) und habe einen Entschluss gefasst: ich steige aus. In den vorherigen Blogs habe ich schon davon geschrieben wie nun eine Übernahme eines ausländischen Unternehmens wieder Veränderung ins Unternehmen bringt, wirtschaftlich schwere Zeiten auf uns zukommen, neue Aufgaben, Chefs, neue Mitarbeiter, sich wieder beweisen, Umstrukturierungen, … die Liste ist lang. Und sie ist nicht neu. Sie kennen wir alle und haben sie schon oft mitgemacht.

Trotzdem bin ich diese Woche mit einem wichtigen Gefühl aufgewacht – den neuen Weg der Firma in der ich arbeite, möchte ich nicht mehr mitgehen. Und es fühlt sich gut an. Ich bereue nichts, habe in all den Jahren viel gelernt und mitgenommen, aber die Zeit für meinen Ausstieg ist gekommen andere Wege zu gehen. Headhunter, alte Chefs, Angebote liegen immer wieder vor. Doch zunächst will ich wirklich wissen wer ich bin, was ich wirklich möchte. Und noch etwas Zuende bringen: meine Dissertation, die kurz vor Abschluss ist. Nein, ich schmeiße nicht die Kündigung hin und wandere dann zum Perlentauchen in die Südsee aus. Aber es ist gefühlt von selber Tragweite. Diesen Prozess möchte ich mit euch teilen und die wichtigen Schritte hier dokumentieren. Also der Entschluss ist schon mal gefasst. Ich habe eine sehr lange Kündigungsfrist, die mich noch Monate an das Unternehmen bindet, solange mache ich noch einen besten Job und orientiere mich um. Das wird meine Challenge sein – ich nenne sie mal die Cloe Change Challenge. Denn ich glaube, diesmal wird sie größer. Ich stelle alles in Frage. Auch meinen Wohnort.

by Cloe

Viele Frauen (und sicher auch Männer) machen sich einen riesen Kopf, wenn sie etwas neues Großes anfangen. So etwas wie eine Führungsposition z.B. übernehmen, Mama werden, einen Hund zulegen oder in einem neuen Unternehmen eine völlig neue Stelle annehmen, die man so noch gar nicht gemacht hat. Irgendwie diese Kategorie wo man eine neue „Rolle“ übernimmt. Sich anders verhalten muss, andere Handlungen und Verantwortungen ausüben muss. Das Stichwort „erlernen“ ist dabei ganz wichtig. Wenn wir in dieser Position sind, sind wir da auch irgendwie hingekommen. Völlige Blockade oder Lähmung, weil man sich nun so gar nicht vorstellen kann, was man machen soll, ist Fehl am Platz und irritiert das gesamte Umfeld. Deswegen, weil man seine „Rolle“ eben nicht richtig annimmt.

Auch ich hadere oft mit neuen Rollen und habe das Gefühl, diese erst aufwendig und mit viel Zeit erlernen zu müssen, ich habe das Gefühl, dass ich in Wirklichkeit noch lange nicht da bin. So entsteht natürlich eine Überforderungssituation, die nicht förderlich ist. Und ich spreche jetzt nicht vom Gegenteil – der völligen Selbstüberschätzung. Bei dieser Variante, bei der die eine oder andere Person gerne mal eine Rolle übernimmt, sich dabei für perfekt hält und die nötige Sensibilität nicht mehr an den Tag legt. Eine, die es einfach Bedarf, wenn man in neuen Gewässern schwimmt und neue Erlebnisse bewerten muss. Auch hier hat mir ein intelligenter Mann auf die Sprünge geholfen: „Mach dir keinen Kopf, du musst es nicht erst werden, du bist es schon.“ Ich habe etwas länger gebraucht es zu verstehen, doch die Message kam bald an: Fühl dich nicht so, als ob du es nicht kannst, denn die Entwicklung hat dich bereits dahin gebracht, also kannst du es schon irgendwie. Fühl dich wie vollwertig in der Rolle angekommen und sei einfach nur wachsam. Lebe sie jedoch schon voll, es ist keine Testphase. Eine Testphase, die du im Übrigen auch nicht brauchen würdest.


by Cloe

Gestern hat Liz so einiges auf den Punkt gebracht. In Ihrem Artikel “Achtung Stutenbissig” hat sie das Thema zu was oder wem einige Frauen werden können, nur nicht zu einem authentischen weiblichen ICH thematisiert. Werden viele leitende Frauen wirklich zu schlechten Männer? Oder machen sogar Männer die Frauen zu einem schlechten Abgleich ihrer selbst? Hier ein Hinweis auf die “Ban Bossy” – “Verbannt Bossy” Kampagne von Sheryl Sandberg, CEO von Facebook, die sich hier mit Beyoncé, Condoleezza Rice und Victoria Beckham zusammengetan hat. Sie möchte verhindern, dass das Image des Begriffs „Bossy“ an Frauen haftet und ihnen schadet. Bossy steht für herrisch, rechthaberisch und barsch. Schon kleinen Mädchen, die Stärke zeigen, mehr im Mittelpunkt stehen und die Dinge in die Hand nehmen, werden in den USA und auch im Rest der Welt – ja auch in Deutschland – schnell mal der Begriff „bossy“ um die Ohren gehauen, der eine klare Abwertung und Frauenfeindlichkeit aufzeigt.

Schon im Kindesalter lernen kleine Mädchen, die nicht als herrisch, barsch oder rechthaberisch gelten wollen – und wer will das schon – sich daher zurückzunehmen. Sollten sie doch weiblich weich wirken. Missverständlicherweise hören laut Sandberg Mädchen diesen Begriff als „Negativ-Prädikat“ vier Mal soviel wie Jungs. Jungs werden in der Regel für Dominanz und Durchsetzungsstärke belohnt. Das ist aber nicht Sinn der Sache. Männer zeigen im Business häufig noch die Sorge bei einer Chefin, dass diese sich zu bossy aufführen könnte.

Ich bewundere Mrs. Sandberg, dass sie über den Kampf gegen diesen Begriff in Bezug auf junge Mädchen eine ganze Diskussion über Frauen und Männer im Business am Leben hält. Sie zieht eine Aufmerksamkeit auf sich über einen einfachen Aufsatz ihres erlebten Kindheits-Traumatas. Sie kämpft für den Schutz von kleinen Mädchen UND Jungs, die über diesen Begriff ihre Prägungen erhalten, die beiden im Berufsleben später mal wieder im Wege stehen werden.

by Cloe

Die „Sei ein Mann und setz dich durch“ oder „Mädchen, sei lieb und fleißig“ – Falle erlegen wir doch irgendwie alle in unserer Kindheit. Dies sind Prägungen getragen mit und durch die Gesellschaft, jahrtausend alte Gene in uns und die Eltern fordern oft auch noch unbewusst Stereotypen-Verhalten und Rollenbilder ein. Frauen sind dadurch oft karrieremäßig gebremst, fordern weniger ein als Männer und warten getreu dem Motto „sei lieb und fleißig“ ab, dass ihr Fleiß gerecht belohnt wird. Aber um nicht immer auf die benachteiligten Frauen einzugehen, hier das selbe Prinzip bei Männern. Folgender Link hat mich bewegt, Jungs bekommen genauso wie Mädchen Sätze gesagt, die sich wiederholen und als „Anker“ tief festigen können. Dieser Link thematisiert die Männerwelt:

In der Einführung des Videos heißt es vom Autor bewegend: “Be a man” is something we’ve all heard at one time or another, (…). Being a “man” in that sense means something completely different to me (…) than what that phrase implies. I can’t even begin to describe the toll that the concept of masculinity has taken on my life. And it’s felt everywhere. It’s time we make changes, starting from within ourselves.“

Ein Aufruf sich mit den Prägungen und Leitsätzen auseinanderzusetzen, die fest in einem verwurzelt sind. Auch Jungs dürfen weinen, sollen sich mit ihren Gefühlen auseinander setzen dürfen. Sie müssen nicht jederzeit den starken Mann darstellen, der sich und alles andere unter Kontrolle hat, sich durchsetzt. Das ist wichtig, denn im Business Leben gibt es sicher Spielregeln und Verhaltenscodexes. Hinzu kommen aber unsere angelernten Muster, die wir wohl ewig mitschleifen, wenn wir Ihnen nicht bewusst begegnet und sie für uns „entmystifizieren“. Auch diese haben Auswirkungen auf die Business Welt und die nehme ich in meinem Alltag wahr. Ich erlebe “ganz harte Männer”, die „eiskalt und durchsetzungsstark ihren Weg gehen“, dies aber offensichtlich doch nur vordergründig so ist. In Gesprächen unter vier Augen, in ganz seltenen und vertraulichen Momenten sind die Kollegen wahnsinnig nett, zeigen Gefühle und sind ganz normale Menschen, die mit sich und der Welt kämpfen. Wie alle anderen auf der Welt auch. Meist vermeiden sie diese Momente ein zweites Mal. Wahrscheinlich aus Scham. Die Fassade wird von vielen nach Außen hochgehalten. Beobachtet habe ich aber auch, dass diese Fassade so langfristig nicht erfolgreich ist. Insbesondere im Umgang mit Frauen im Business schon gar nicht. So wie Frauen bspw. niemals mit einer extremen Haltung des Abwartens vorwärts kommen werden.

by Helen

Gestern habe ich mich ja bereits an dieser Stelle über den Frauenzeitschriften Artikel aufgeregt, den ich im Flieger auf dem Weg zu meinem Wochenendtrip gelesen habe. Darin ging es um Frauen, die aus einer Krise (wie zum Beispiel der Geburt eines Kindes ;-) ) erfolgreich in die Selbstständigkeit gestartet sind. Aber nur weil ich mich gestern schon darüber aufgeregt habe, hält mich das nicht davon ab, mich heute noch einmal darüber aufzuregen.
Es gibt in dem Artikel nämlich nur zwei verschiedene mögliche Plots: Die erste Variante ist folgende: Frau steckt tief in der Krise und hat plötzlich eine geistesblitzartige Idee. Im nächsten Satz hat Frau dann 300 Mitarbeiter und führt ein florierendes Unternehmen. In der zweiten Variante hat Frau ein tolles Hobby und durch Zufall kann sie plötzlich damit Geld verdienen und hat dann ebenfalls eine gut laufende Firma.
Es mag ja sein, dass es solche Storries gibt, aber für mich hört sich das ungefähr so an, als wenn man einen Hollywood Film anschaut, um sich Tipps für eine Ehekrise zu holen. Unrealistisch. Hier werden uns Frauen Einzelfälle als Vorbild verkauft und der Teil des Schuftens, Business Plan schreibens und Steuererklärungsmachen wird einfach mal so übergangen. Klar, ist ja auch eine Frauenzeitschrift und kein Wirtschaftsmagazin und wir wollen unterhalten werden und nicht lernen, wie man einen Business Plan schreibt. Für mich hat das aber etwas Chronisches: die Medien zeigen unrealistische Bilder aus einer Zuckerguss-überzogenen nicht existenten Traumwelt und die reale Frau fragt sich dann, warum sie diesem Ideal nicht gewachsen ist. Und steckt im schlimmsten Fall den Kopf in den Sand, weil aus ihrer eigenen Idee nicht durch Fingerschnippen ein mittelständiger Betrieb wird. Ich würde es bevorzugen, dass wir uns gegenseitig weniger Hochglanz und dafür mehr reale Vorbilder und Unterstützung liefern. Dann hätten wir wahrscheinlich alle etwas gewonnen.

by Helen

Über das lange Wochenende habe ich mir eine Auszeit gegönnt (Citytrip, eurpäische Metropole, Ernährungsumstellung auf Pizza, Pasta und Pistazieneis). Die Fluggesellschaft war so nett, kostenlose Zeitschriften zu verteilen und so – ganz in relaxter Urlaubsstimmung – griff ich nach einer Frauenzeitschrift. Wohlgemerkt einer Frauenzeitschrift des gehobeneren Segments (ohne Herzblattgeschichten und Kreuzworträtsel). Genüsslich blättert ich durch die Modestrecken und Parfumpröbchen, bis ein Artikel mir ins Auge fiel: Powerfrauen, die sich mit einer tollen Geschäftsidee erfolgreich selbstständig gemacht haben (weil sie durch äußere schwierige Umstände daszu gezwungen waren).

Als kleine Hinleitung zum Thema wurde in ein paar Sätzchen erörtet, warum Frau denn auf die Idee kommen könnte ihrer (Standard-Firma-Angestellten) Karriere, eine so radikale Wendung zu geben. Und da stand dann geschrieben, dass ja durchaus ein Schicksalsschlag passieren kann oder ein Kind das Leben verändert und Frau dann eben gezwungen ist, neue Wege zu gehen. Alles schön und gut, aber warum ist das in unserer heutigen Gesellschaft schon gleichzusetzen mit einem “Schicksalsschlag”, wenn Frau ein Kind bekommt? Warum finden es sogar Frauenzeitschriften  selbstverständlich, dass eine Weiterverfolgung der ursprünglichen Karriere dann nicht mehr möglich ist? Hat mich mal wieder genervt! Ich finde es ja wirklich toll, wenn Frauen (eigentlich Menschen im allgemeinen) sich selbstständig machen und davon dann auch noch leben können, aber warum muss man das so hervorheben, als sei dies ein nettes Nebenprodukt, weil Frau nach Geburt für den “normalen” Arbeitsmarkt nicht mehr zu gebrauchen war? Selbstverständlich wäre es doch eigentlich, dass Frau alle Wege offen stehen. Oder seh nur ich das so?

by Cloe

Als Führungskraft fahre ich einen Dienstwagen. Wahnsinnig bequeme Sache, die Verwaltungs- und Versicherungsangelegenheiten werden einem abgenommen, eine Tankkarte befreit den Geldbeutel und die Einstellung zu Ausflügen lockert sich maßgeblich. Mit der Versteuerung keine ganz billige Sache für einen selbst, aber die Vorteile überwiegen einfach. Früher habe ich mir nie Gedanken um die Bedeutung eines Autos gemacht, habe lange kein Auto gehabt und danach auch meinen ersten Peugeot geliebt bis er ganz alt und kaputt war. Kosten vermeiden war mein Ziel, von A nach B kommen und ich habe die Bedeutung eines Autos insgesamt als eher gering eingeschätzt. Vielleicht auch ein bisschen die Einstellung von vielen Frauen … und so wichtig ist es im Grunde wirklich nicht.

Als Manager muss man sich jedoch so einigen Gesetzen der Macht beugen, um mitspielen zu können. Und dazu gehören so einige Statussymbole, die für jeden Außenstehenden zur Orientierung tatsächlich wichtige Determinanten zur Einklassifizierung sind. Eine Top-Leistung gepaart jedoch mit schlechter Kleidung, schlechten Manieren, das letzte Abstellraum-Zimmer als Büro, mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen – ja es kann Mitarbeiter verwirren und zur Akzeptanz als Boss nicht gerade viel beitragen. Je nach Branche und Unternehmenskultur versteht sich. Eines der klassischen Statussymbole ist jedoch nun mal das Auto, ob man will oder nicht. Mädels, ja – das Auto fällt auf und dient der Orientierung. Beweist auch hier Klasse und Stil innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen. Hier nicht unter Wert verkaufen. Alà Kollege fährt die C-Klasse und mir reicht auch eine A-Klasse (um in der Mercedes-Welt zu bleiben), bedeutet einfach: er wichtiger weil C-Klasse größer als A-Klasse.

Und nun mein eigenes praktisches Erlebnis, wie man ratz-fatz auch beim Thema Auto in einer interessanten Schublade landen kann: Mir ist leider mein Dienstwagen Mercedes GLK 350er in einer Großstadt wegen falsch parken abgeschleppt worden – ich weiss, keine Heldentat, konnte ich aber nicht mehr ändern. Mit Bahn und Bus außerhalb der Stadt zu Polizeitstelle KFZ Aufbewahrung gedackelt – über Feld und Flur mit Shopping-Tüten, Kleidchen, High-Heels und Sonnenbrille gestockelt – ich weiss, auch hier ein witziges Bild abgegeben – dann im Office der Polizei gelandet. Ich ergebe mich schließlich schnell meiner bösen Tat und will wissen, was es mich kosten. Der Herr Polizist mit einem süffisanten Lächeln: „Naja, der dicke GLK da draußen ist ja nicht gerade billig, wenn ihr Vater dementsprechend einen wichtigen Managerposten hat, dann wird es wohl kein Problem sein, die Kosten von ihm bezahlt zu bekommen.“ Ich war so perplex und hab ihn darauf hingewiesen, dass mein Vater bereits seit vielen vielen Jahren keinen Cent mehr für mich bezahlt und mich für diese Aktion eher auslachen würde. Seine Antwort drauf: „Dann zahlt eben ihr Ehemann, oder wem gehört denn jetzt das Auto?“ Jetzt hatte ich es dann auch begriffen, dass die Schublade, in der ich gelandet war, hieß: Frau-die-mit-dem-dicken-Auto-von-Papa-oder-Ehemann-unterwegs-ist-weit-weg-von-der-Vorstellung-die-Frau- kann-ebenfalls einen-guten-Job-haben-und-mit-dem-eigenen-Mercedes-GLK-fahren. Als ich ihn darauf hingewiesen habe, dass ich selber einen guten Job habe und mein eigenes gutes Geld verdiene und dementsprechend mein EIGENES AUTO auch aus meiner EIGENEN KASSE auslösen kann, war wirklich hilflose Funkstille angesagt. Mein Gegenüber versuchte verzweifelt mich aus der warmen und bereits fest geschlossenen Schublade wieder rauszuziehen…. Es war eines seiner größten Kraftakte. Ob er es geschafft, hat – ich weiss es nicht ;) . Auch hier tief durchatmen, lächeln und als Lebensanekdote verbuchen…