Lipstick and Laptop

by Cloe

Das Management hat beschlossen mich freizustellen, nach meiner Kündigung habe ich einen Termin mit der Personalabteilung, die meinen Bereich intern schnell nachbesetzen möchte. Freistellung ist üblich, bei uns aber aber eben Nasenfaktor. Hat die unterschiedlichsten Gründe. Ich schätze mein Shareholder war emotional immer noch nicht amused, dass ich gehe. Auch das Thema Wettbewerber spielt immer eine Rolle.

Ein Glücksfall? – bis zu meinem Ausstieg aus der Firma in ein paar Monaten bin ich freigestellt bei vollen Bezügen. Ich kann es kaum glauben. Handy abgeben, Dienstwagen behalten. Nach Hause fahren. Zwei Stunden zum Packen der persönlichen Sachen, Verabschiedung bei meinen Mitarbeitern und das Haus verlassen. Es gab viele Überraschungstränen, es hat mich gerührt, wie betroffen meine Mitarbeiter waren. Ich hätte es Ihnen gerne viel früher gesagt, aber mit einer Freistellung hatte ich nun nicht gerechnet. Über den Flur noch ein paar erstaunten Kollegen Bescheid geben und raus aus dem Gebäude. Das wars.

Ich bin wie in Trance nach Hause gefahren und kann es nicht glauben. Es fühlt sich an wie ungeplant aus der Kurve gerissen zu werden und an den Rasenrand gesetzt. Mit einer Cola in der Hand. Zusehen und Fähnchen schwingen. Es fällt alles von mir ab: der stressige Führungsalltag, die privaten „Projekte nebenher“ und die neue berufliche Zukunft nehmen Platz im vollen Tag ein. Meine Promotion erhält die Chance zügig fertig zu werden. Aber auch die Angst steigt, in ein Loch zu fallen oder so vor sich hinzutrödeln und nicht mehr wissen wer ich bin oder was ich kann… Es wird sich zeigen.

by Helen

“Love what you do – do what you love!” Das hört sich schön an. Und positiv und erfüllend. Aber ich frage mich im Moment immer wieder, ob das eine realistische Perspektive ist. Klar man sollte seinen Job nicht hassen. Oder jeden Morgen mit Bauchweh hingehen. Aber “lieben”? Nicht mal in meiner Freizeit “liebe” ich alles, was mir so tagtäglich über den Weg läuft. Geschweigedenn auf der Arbeit.

Im Moment beschäftige ich mich mit dieser Frage ein wenig intensiver. Zum einen macht Cloe ja jetzt den Schritt in eine neue Richtung. Zum anderen bekomme ich gerad eine Riesenmöhre vor die Nase gehängt, die mir den Ausstieg aus meinem Job im Moment schwieirig macht. Obwohl und das muss ich zugeben: Ich meinen Job nicht liebe. Ich leide nicht unter meinem Job, aber hätte ich einen Lottogewinn in der Tasche, ich würde nicht in meinem Job weiterarbeiten ;-) .

Und das ist, finde ich, ein spannendes Thema: Ist das ok so? Muss ich meinen Job lieben? Oder werde ich irgendwann auf mein Leben zurück blicken und mich fragen, warum ich Jahre lang etwas getan habe, dass ich eben nicht liebe? Und kann ich überhaupt für immer authentisch und mit sehr hoher Qualität etwas tun, dass ich nicht liebe? Eine Antwort habe ich nicht…

Und dann kommt gleich die nächste Frage: Viele meiner FreundINNEN setzen sich mit ähnlichen Fragen auseinander. Überlegen zu wechseln, umzuschulen, selbstständig zu machen, etc. Die meisten Männer hingegen stellen sich meiner Meinung nach diese Fragen nicht so oft und nicht so intensiv. Irgendwie hab ich da meist das Gefühl, Frauen denken in sechs Monats-Rhythmen. Männer eher in fünf Jahres-Rhythmen. Irgendwie scheinen Männer viel gelassener und ruhiger. Nach dem Motto: Einfach mal machen, weniger Hadern. Woran liegt das eigentlich? (Mein Verdacht dazu: Männer sind so auf die Rolle als “Brotverdiener” gepolt, dass sie den Job gar nicht so sehe als “Selbstverwirklichungs-Vehikel” sehen, wie Frauen und rechnen daher von Vorneherein stärker damit, dass es im Job auch mal Durststrecken zu überbrücken gibt.)

by Cloe

Folgender Artikel aus Februar 2014 vom Manager Magazin – und ich halte viel vom Manager Magazin – zeigt eindrucksvoll die „Rolle rückwärts auf“. Platt gesagt, haben wir uns im Thema Frauenförderung in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf trotz höchster Anstrengung in den letzten Jahren eher zurückentwickelt. Frauen sehen keine steigenden Chancen und besinnen sich zurück auf das Mama werden ohne Karriere. Laut Umfrage steht es also schlechter als zuvor, es gilt immer noch laut Artikel: „Wer als Frau Instrumente zur besseren Vereinbarkeit in Anspruch nimmt, muss “mit Karrierenachteilen rechnen”. Schwacher Trost: “Für Männer sei es noch schwieriger, sich familienorientiert zu geben.“

Und nun? Es wirkt so demotivierend, sieht es doch aus als wäre das ganze Thema ein persönlicher Anstrengungs-Kraft-Akt an dem alle Beteiligten nur verlieren. Unternehmen haben immer noch Angst nicht die ganze Leistung zu bekommen und fürchten Mutterschaft und deren Administration in die Praxiswelt nicht gewinnbringend unterzubringen zu können; Frauen zerreißen sich zwischen guter Mama werden und sich beruflich nicht zu viel nehmen zu lassen; Kinder schauen womöglich den Eltern unter Organisationsstress mit Sorge zu und Männer haben auch keine Lösung, würden sie “Hausmann und Kinder-Betreuung” voll umsetzen, erleiden doch auch sie Nachteile in Wirtschaft und Gesellschaft. Abgesehen davon muss im letzten Fall die finanzielle Absicherung durch die Frau auch voll abgeleistet werden können. Und das Thema gleiche Bezahlung, Quote und Frauenkarriere ist ja nun auch kein unbeschriebenes Blatt voller Harmonie.

Es wirkt so wahnsinnig schwer. Doch durchkämpfen auf Kosten der Gesundheit und Zufriedenheit? Im Artikel heißt es kämpferisch: “Wir müssen auf die veränderten Bedürfnisse der Frauen reagieren, sonst verlieren wir sie.” Warnend heißt es weiter: “Wir müssen aufpassen, uns nicht in eine Gesellschaft zu verwandeln, in der alles andere als Erwerbstätigkeit als störend empfunden wird.” Eindrucksvoll schließt der Artikel mit der Kurz-Debatte: „Frauenförderung bedeutet nicht gleich Mütterförderung“. Heißt, die Quote würde die Karriere von Frauen fördern, die sei statistisch aber in Kinder mit folgender Entwicklung belegt: Von den zwölf Damen, die derzeit in einem der Dax-30-Vorstände anzutreffen sind, sind sieben kinderlos.

Für mich gibt es gerade kein Empfehlungsfazit. Nur offene Fragen. Die Mächtigste davon ist: Und nun? Wie mach ich das jetzt mit der schwierigeren Karriere und den Kindern dazu?

by Cloe

Der Blog thematisiert die unterschiedlichsten Problemstellungen im Thema Frauen im Management, das leidige Thema der Frauenquote und Frauen im Business im Allgemeinen – sowie alle wichtigen Beteiligte drum rum. Ein Zwischenfazit von mir: Die wirklichen Hindernisse liegen doch da, wo viele nicht hinsehen wollen, weil es so kompliziert und vielschichtig erscheint – im „Kleinen“: Das Miteinander von Mann und Frau an sich im ganz normalen Alltag und nicht der Live-Spot auf die einzige Vorstands-Dame, die es da irgendwie mit Ausnahmeprozesse hin geschafft hat. Wo sind die Regeln des Aufstieges von Frau in der normalen Breite? Wenn man hier nicht anfängt Transparenz und Klarheit reinzubringen, dann wird es noch einen sehr langen Weg in dieser Diskussion geben.

Wie soll also die Damen-Quote bis ins Top Management erhöht werden, wenn es im „alltäglichen Kleinen“ permanent hakt und oft Stillstand und Frustration provoziert? Wenn bspw. beim Vorstellungsgespräch Frau schon Schwierigkeiten bekommt oder unbewusst selber welche kreiert; sich selbst im Wege steht? Wenn Frauen untereinander die falsche Einstellung lebendig halten, wie z.B. das gemeinsam auf einer Ebene arbeiten ist toll, das Erheben einer Frau gegen das Krabbenkorb-Prinzip gar Stress bei vielen auslöst? Wie wollen Sie die Quote erhöhen, wenn es noch so viele unterschiedliche Verständnisse im Verhältnis Mann zu Frau gibt? – ein 60 jähriger Mitarbeiter kommt aus einer anderen Generation mit einem anderen Frauenbild als der neue Absolvent mit 25. Wer unterstützt ihn dieses weiterzuentwickeln, zu adaptieren oder einen neuen Umgang damit zu finden? Wer begleitet Frauen mit Ihrem Gegenüber und seiner/ ihrer Einstellung nachsichtig umzugehen, Wege und Strategien zu entwickeln ein verständnisvolles Miteinander zu entwickeln, herrschen im Business doch eher Wettbewerbsregeln und oft nicht zuletzt immer noch: „der Stärkere setzt sich durch?” Dies einfach mal als Gedankenanregung.

by Cloe

Wie ich gestern in meinem Artikel geschrieben hatte, gab es einen herben Rückschlag für mich in meinem weiblichen Standing. Ich musste mit einer frauenfeindlichen Äußerungen, einem persönlichen Angriff umgehen, den ich so noch nie vorher erlebt hatte. Der Satz meines Kollegen: „Falls es mit deiner weiteren Karriere in der Firma mal nichts wird, kannst du ja auch in diesem Etablissement arbeiten gehen“, hatte mich persönlich tief getroffen. Noch frustrierender war, dass die drei anderen Kollegen, mitten im Streit verwickeltet, diesen Satz gar nicht richtig mitbekommen hatten, er hatte ihn leise in meine Richtung gezischt. Er drehte sich um und diskutierte einfach weiter. Da kam kein Blatt dazwischen. Ich drehte mich um, damit niemand meine Tränen sehen konnte, die mir in die Augen schossen und verlass den Stand. Soll doch das Firmenimage den Bach runter gehen, ich hatte jetzt größere Probleme. Manchmal denkt man, man hätte das gerade geträumt, doch ich hielt eine Werbekarte mit nackten Frauen in High-Heels eines Bordells in der Hand. Ich habe lange auf Toilette gebraucht, um mich wieder kundentauglich zu bekommen. Mein zweites Problem: Ich wusste nicht, wie ich jetzt damit professionell umgehen sollte. Meine weiblichen Instinkte sagten mir spontan: Bestrafe ihn lange mit Missachtung, damit er merkt, dass er richtig Mist gebaut hatte. Man, ist das albern. Ich kam mir vor wie im Kindergarten und wusste nicht, was hier professionelle Deeskalation ist, da ich das Opfer bin und jetzt dringend selber einen Mediator brauchte. Sonst hatte ich immer diese Rolle, um unter Mitarbeitern Streit zu schlichten. Ich lief zurück und beschloss mich einfach einem Kollegen anzuvertrauen, dem ich zutraute, dass es die Thematik in meinem Sinne, aber nicht mit irgendwelchen übertriebenen Aktionen, die alles nur noch schlimmer machten, löste.

Frustrierendes Bild am Stand: Alle Männer lachten, schlugen sich auf die Schulter und beschlossen gerade in Phase 4 des männlichen Verarbeitungsprozesses die Angelegenheit mit einem Bier zu bereinigen. Das machte mich noch mehr fertig. Sie strahlten mich an und sagten: „Hey Cloe, wo hast du so lange gesteckt, hier fragen schon alle nach dir?“ Keine Reaktion darauf und keine Erinnerung daran, was mir in deren Tumult passiert ist. Von keinem. Auch nicht von dem Kollegen, der mich beleidigt hatte. Ich dachte ich sei im falschen Film. Um mich auf dem Stand erstmal wieder in Normalstimmung zu bringen, sprach ich mit ein paar Kunden und wand mich in einer Pause an den besagten Kollegen, dem ich vertraute. Was nun passierte, hatte mich positiv beeindruckt. Mein Kollege löste es tatsächlich in meinem Sinne. Es war der letzte Messetag und er versprach mir mit dem Beweis der Karte unseren Kollegen drauf anzusprechen und ihm nahezulegen auf mich zuzugehen und sich bei mir zu entschuldigen. So konnten alle im Abstand darüber nachdenken und bedacht die nächsten Schritte gehen. Das hat er auch getan einen Tag später, als sich alle Gemüter beruhigt hatten. Weitere drei Tage später, als sich besagter Kollege dann selber aus seiner peinlichen Schockstarre gelöst hatte, nahm er den Mut zusammen, mich anzusprechen. Er war völlig geknickt, sprach von seiner Frau und seinen zwei kleinen Mädchen zu Hause und konnte sich nicht vorstellen, was in ihn gefahren ist. Die Entschuldigung kam aufrichtig. Ich habe es bis heute aber nicht vergessen.

by Cloe

Vorweg: wie in einem meiner Artikel bereits beschrieben, kommen jeden morgen viele unterschiedliche Menschen in die Firma, die ihre Prägungen, Muster, Denkhaltungen und ja ihre Verletzungen mitbringen, die sie verarbeiten müssen, damit leben müssen. Da treffen einen Haufen Emotionen aufeinander sowie eine was ist „Richtig-Falsch“ – Denke im Umgang miteinander, dazu unbewusste Legitimationen des eigenen Handelns, weil man es eben so kennt und immer schon so gemacht hat. Die Folgende Anekdote fällt NICHT in ein anerzogenes Denkmuster, welches auch nur in irgendeiner Art und Weise legitimiert werden kann. Es hat mich verletzt und das nicht zu knapp. Und es fällt mir auch nicht leicht, darüber zu schreiben. Wie ich in dem Artikel Sexuelle Belästigung – ein Tabu geschrieben habe, vertuschen Frauen ihre Erlebnisse, um mit diesen beruflich nicht primär in Verbindung gebracht zu werden. Man holt sich von offizieller Stelle keine Hilfe, um nicht mit solchen Konflikten in Erinnerung zu bleiben, sondern lieber mit der eigenen Kompetenz und erreichten Business Zielen.

Ich war mit meinen Kollegen auf dem eigenen Messstand der Firma auf einer großen Messe. Die Anspannung war groß, es gab viele Zusammenarbeitsmodell-Konflikte vor Ort, wie so oft ignorieren Manager und Vertriebler nicht die miteinander abgestimmten Vorgehensweisen. Jeder schnappt sich seine Kunden, auch wenn dieser doppelt angesprochen wird. Grob gesagt, ein Alpha-Tierchen Konflikt, wer bringt die meiste und beste Beute heim. So gab es mal wieder einen großen Streit. Die Leitung des ganzen Projektes und auch die Standleitung hatte ich inne und den lauten und offensichtlichen Streit unter Kollegen konnte und sollte sich die Firma im Außenbild auf dem Messestand nicht leisten. Ich ging dazwischen und wollte die männlichen Streithähne nach draußen verweisen, so würden sie nicht unter dem großen Firmenlogo die Kunden vergraulen. Ich war selber angespannt, solch eine Unprofessionalität hatte ich am letzten Messetag nicht auch noch erwartet und der Tag war schon mies genug. Die Situation eskalierte: Die Herren waren in ihrem „Kampf“ so vertieft und noch weit weg den Sieger zu küren, eine weibliche Deeskalation war noch nicht emotional verkraftbar für die Herren. Ich ging zu Ihnen, unterbrach alle und erwartete diplomatisch, aber bestimmt, dass sie den Stand verlassen sollten und draußen weiter streiten, die Kunden würden uns bereits meiden. Was auch immer einen meiner Kollegen hier geritten hatte, er drehte sich um und sagte voller Emotionen und Aufgebrachtheit zu mir: „Cloe, hier hast du nichts zu suchen – das machen wir unter uns aus“. Er Griff in seine Tasche und zog eine kleine Karte heraus, die ihm ein paar junge Mädels vorher unauffällig mit einem Augenzwinkern in die Jackentasche gesteckt hatten. Es war die Karte eines Bordells um die Ecke. Eine beliebte Werbeaktion auf Messen für Männer. Er drückte mir diese Karte in die Hand und sagte trocken: „Falls es mit deiner weiteren Karriere in der Firma mal nichts wird, kannst du ja auch in diesem Etablissement arbeiten gehen.“ Ich war total geschockt. Wie meine Reaktion auf diese Aktion weitergeht, lest ihr morgen…

by Cloe

Einer der stressigsten Moment in meinem Managementleben war tatsächlich eine Kündigung von einer Mitarbeiterin, die nach nur 10 Tagen, nachdem ich das Team übernommen hatte, kündigte. Es war einfach so früh und ich verstand den Grund nicht. Sie war völlig aufgelöst, selber noch sehr jung, ihr erster Job, ihre erste Kündigung. Sie war so voller Misstrauen und hatte sehr viel Angst, ich würde ihr jetzt den Kopf abreißen und das Leben zur Hölle machen die letzten Monate vor dem Ausstand. Ich musste mir in den folgenden vielen Tagen hart ihr Vertrauen erarbeiten und ihr zeigen, dass ich sie wie jeden Mitarbeiter sehr schätzte, es bedauere, dass sie gekündigt hat und ihr nur das Allerbeste wünsche. Ich behandelte Sie mit vollem Respekt, wie es meinen Werten eben auch entspricht und zog sie in den letzten Wochen noch für spannende Aufgaben heran und brachte ihr viel bei, was Sie noch nicht wusste.

Fast bedauerte Sie dann ihre Kündigung als sie sich mir öffnete, warum es so sei. Leider ist dies immer noch ein hartes Tabu-Thema in Firmen und ich möchte hiermit in dem Blog darauf aufmerksam machen. Mein Vorgänger hatte ihr Selbstbewusstsein systematisch abgebaut, sie grundsätzlich kritisiert und dabei zu allem Überfluss auch noch massiv sexuell belästigt. Ich war schockiert. Das nannte ich mal systematische Erniedrigung einer jungen Seele, die damit nicht umgehen kann. Sie hatte in all der Zeit keine Kraft sich jemanden anzuvertrauen, noch einfach zu gehen. Als er weg war und ich kam, nutzte sie die „Erholungspause“, um mit Familie und Freunden zu sprechen, die ihr dann sofort nahelegten, zu kündigen und diese schlimme Firma endlich zu verlassen. Auch ohne neuen Job. Ich konnte Sie nicht überzeugen zu bleiben, so schlimm waren ihre Erfahrungen an ihrem ersten Job, sie wollte einfach nur weg. Ein Betriebsratsbesuch kam für sie nicht in Frage, wollte sie doch ihre berufliche Laufbahn nicht schon in Konflikt gegen das Unternehmen beginnen. So traurig es auch ist, das passiert oft. Kaum eine Frau sucht Hilfe, fürchtet sie doch dann mit dieser Verwicklung ihre eigene Karriere in den Sand gesetzt zu haben. Meine Aufgabe war es ihr bis zum Schluss das Selbstbewusstsein wieder zu geben, ein wunderbarer junger Mensch zu sein, der leider schon im ersten Job eine so schlechte Erfahrung gemacht hat, dies aber kein Abbruch für ihren weiteren Weg sein sollte. Der Beruf sollte sie stärken, nicht brechen. Ich bemühte mich ihr ein guter Coach zu sein, sie für gute Leistung zu loben und sie vor dem zu schützen, was ihr in ihrer Entwicklung nicht gut tut. Dies ist meine Aufgabe. Nicht umsonst gibt es den Begriff als Führungskraft seinen Mitarbeitern gegenüber einen „Schutzbefohlenen-Auftrag“ zu haben. Dies hatte mein Vorgänger wohl noch nicht verstanden. Mit ihrem Beispiel kamen auch meine Erinnerungen hoch, auch mir ist sexuelle Belästigung in Firmen als Frau passiert. Ein anderes Mal mehr hierzu.