Lipstick and Laptop

by Cloe

… ist die Frage, die ein mir für mich wichtiger Mentor immer stellt. Da komme ich mit den kritischsten Themen an, analysiere mein Umfeld, Probleme und Herausforderungen und kann tagelang mein analytisches Gedächtnis füttern mit den dramatischsten Umständen z.B. mit Frauen im Management, den Problemen der Welt und all den Verbesserungen im Business, die es für mich anzugehen gilt. Seine Frage auf alle meine Gedankengänge, die ich meistens hochclever finde und dann so ein jähes Ende in der Sackgasse finden: „So what?“

Seine berechtigte Frage, die er mit diesen zwei Wörtern immer wieder meint: Ausgangslage,  Problemstellung und Wille, dies zu verändern – super, dass sie alle da sind. Aber nach der Analyse beginnt die eigentliche harte Arbeit. Was hast du nun davon, wenn du das Problem kennst aber doch keine echte Lösung anbietest? So what mit der Herausforderung wenn es nicht weitergeht? Er bohrt in all meinen Lösungsansätzen solange nach, bis etwas wirklich Brauchbares rausfällt. Und das kann lange dauern. Dafür schätze ich ihn. Dies bedeutet die unaufhörliche Komprimierung des ursprünglich fast philosophisch weltverbessernden Ansatzes bis auch der letzte Mensch der Welt, der die Materie nicht studiert hat, winzige Stellhebel und Fragmente auf den Punkt gebracht verstanden hat. Solange, bis eine Checkliste, eine Handlungsanweisung oder eine Vorgehensweise entstanden ist, die wirklich nachvollziehbar, simpel und umsetzbar ist. Und das Problem beseitigt. Das klingt alles ziemlich logisch, doch der Business-Alltag wird nun mal überwiegend von Bedenkenträger und Philosophen beherrscht, die bis zum „So-What“ nicht einmal vordringen.

by Cloe

Die Freude aber auch die Verzweiflung im Job kann oft groß sein. Egal wie alt, auf welcher Hierarchie, welche Aufgaben oder welche Verantwortung. Menschen hören nie auf zu lernen, sind nicht einfach fertig. Es kommt nicht endgültig nach einer Zeit des Einlernens die große „Ich bin angekommen-Phase“ und Probleme oder negativen Emotionen tauchen nie wieder auf. Das hatte ich immer als Kind gedacht: dass es im Erwachsenenalter dann irgendwann alles geregelt ist und die Nummer easy läuft. Tut es nicht wirklich. Im Besten Fall werden die Ausschläge im Alter nicht ganz so hoch, ein Schutz vor Schicksale, kritisch emotionale Situationen oder Konflikte – das gibt es nicht. Dafür dreht sich die Welt weiter, neue und unbekannte Herausforderungen tauchen regelmäßig auf. Auch noch im Alter z.B. von 64.

Warum erzähle ich das? Ich war diese Woche berührt von einem guten Freund, der fast doppelt so alt ist wie ich. Er war ganz nachdenklich und berichtete mir, wie er sich nun kurz vor der Rente Gedanken machen würde, was er in seinem Bereich alles falsch gemacht hat und er in seinen letzten zwei Jahren nicht aufgeben werde, Mitarbeiter, Kunden, Vorgesetze und vor Allem sich selber besser zu verstehen, um das Business um ihn herum noch besser zu machen. Für mich hatte er alles richtig gemacht. Seine Ruhe, Weisheit und Würde, die er sichtbar vor sich her trug, gab für mich die Beruhigung – mit mehr Berufs- und Lebenserfahrung wird die eigene Selbstkritik, das Zweifeln über die Richtigkeit des eigenen Handelns geringer.

Seine Schilderungen zeigten mir, dass seine Themen vielleicht etwas andere sind als meine, die „Größe des Päckchens“ in seinem Rucksack aber die gleiche hatte. Er schilderte sogar, dass seine Zweifel im Laufe seines Berufslebens immer ähnlich blieben, waren sie doch an seine Person gebunden und nicht an Unternehmen, Stadt oder Team. Egal wo er hinging, er nahm sich immer mit. Vor Problemen weglaufen, das bringe gar nichts. Diese würden gebunden an die Person immer mitlaufen und sich schon rechtzeitig wieder melden. Ich bewundere ihn, nie aufzuhören, sich Gedanken zu machen über andere und insbesondere über sich selbst und habe mal wieder verstanden, dass sich die Dinge nicht einfach so in Wohlgefallen auflösen. Er riet mir, nicht nur fachliche Fortbildungen zu machen, sondern auch regelmäßig  auf mich zu achten: meine Seele, meine Ängste und meine Sorgen. Sie haben ein Recht gesehen zu werden und volle Beachtung zu finden. Erst dann kann man mit Ihnen umgehen. Und nur so kann man im Ganzen besser werden. Tür auf – hinsehen – Tür weiter aufmachen – durchgehen.

by Cloe

In der ganzen Diskussion im Miteinander von Frauen und Männern, ob Führungskraft oder nicht, wird es oft schnell persönlich. In kleineren Firmen fast noch schneller als in größeren Konzernen. Codes of Ethics, Codes of Conduct, Business Manners und sonstige Verhaltensregeln haben mal durch die Kultur oder schriftlich verfasste Vorschriften Einzug gehalten. Je größer das Unternehmen, je mehr Vorschriften auch hierzu. Mal mega streng, mal oberflächlich beschrieben oder gar missverständlich eingeführt. Manch Kampagnen wie der großen Compliance oder der Diversity Debatte haben oft mehr Unsicherheiten und falschen Umgang geschürt, als geholfen. Oft herrscht viel Verwirrung was im Miteinander nun konform ist, was sind gar menschenfeindliche oder geschäftsschädigende Verhaltensmuster, wo sich Menschen eigene Regeln und  Gesetzte auf die Fahne schreiben. Minderheiten können dadurch benachteiligt oder gar geschädigt werden.

Ok, die Büchse der Pandora habe ich nun ganz groß aufgemacht und möchte sie an dieser Stelle auch ganz schnell wieder zu machen. Es geht in der Firma nicht um einen Überlebenskampf zwischen Personen, sondern grundsätzlich mal um ein wirtschaftliches Ziel, das idealerweise bei den Mitarbeitern positive Betroffenheit und Sinnstiftung auslösen soll, zum Mitmachen animiert und alle für das Gemeine sowie Individuelle Interesse an einem Strang ziehen. Im Miteinander zählt für mich Respekt, Wertschätzung und dem anderen die eigene Würde lassen, also nicht das Gesicht zu verlieren. Das kann doch eigentlich nicht so kompliziert sein. Ist es aber oft, wie man im Alltag feststellen kann. Hier mein Aufruf an die Männer: „Gentlemen at work“-Einstellung wird all dies unterstützen – und Frauen lieben Gentlemen ;) – und mein Tipp an die Frauen: Die Dame im Schachbrett genießt ebenfalls bei eigener damenhafter Haltung viel Anerkennung und Respekt und man behandelt sie dementsprechend auch wie Eine: Go the Lady-Way :)

by Cloe

…ob das so richtig ist, aber… Ich habe festgestellt, dass meine weiblichen Mitarbeiter sich immer mehr entschuldigen als meine männlichen. Macht natürlich nicht jede, ich pauschalisiere einfach mal: bei Ergebnissen gibt es da meistens begleitend ein Schwall von Entschuldigungen und Erklärungen. Das Ergebnis wird manchmal noch als nicht gut genug oder fehlerhaft bezeichnet und der Gesichtsausdruck dazu ist meist mehr als unzufrieden. Nicht so bei den meisten männlichen Mitarbeitern. Das Ergebnis ist im schlimmsten Falls halt so wie es ist und wird trotzdem nicht negativ kommentiert. Die warten ab, ob überhaupt negative Kritik kommt und sind konstruktiv dabei die nächsten Anweisungen zu erhalten das Ergebnis dann weiter zu ergänzen, verändern. Und wenn sie sicher sind, dass es gut ist, wird eine Schippe mehr Selbstmarketing in die Waagschale geworfen. Richtig so. Wer sich ständig erklärt und entschuldigt, sieht nicht sehr zuverlässig aus. Ob man es am Ende ist, ist eine Bilanz nach längerer Zeit der Zusammenarbeit. Hier kann weder bei Mann noch Frau beschönigt oder schlechter dargestellt werden. Mann kennt dann seine Pappenheimer und deren Arbeitsweisen mit Ergebnissen. Trotzdem sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, solange niemand gesagt hat, es ist wahnsinnig schlecht. Seid begeistert von eurem Ergebnisstand. Er ist gut und es hat ja niemand gesagt, dass etwas perfekt Fertiges abgegeben werden sollte.

By Cloe

Ich habe oft viel zu schnell viel zu viele Projekte an der Backe, bin für so vieles zu begeistern und kann manchmal nicht Nein sagen, da die Vision schon vor meinen Augen schwebt. Beruflich wie privat. Danach habe ich dann aber die Arbeit und den einen oder anderen Monat verteufle ich mich für all meine Begeisterung. Falle dann ab und wann in ein tiefes Loch, weil ich das alles nicht mehr schaffe. Und nein, ich bin keine Mama, die nebenher noch so einen kleinen Fratz zu einem wundervollen Menschen groß zieht. Bekannte, eigentlich immer nur Männer, die ebenfalls soviel Themen an den Hacken haben, schauen mich irgendwie immer ganz relaxed an und verstehen gar nicht, dass ich typisch Frau mal kurz durchdrehen kann, gefühlt nix mehr auf die Reihe bekomme, auch mal alles hinschmeißen will und meinen nervösen Emotionen schlicht den Lauf lasse.

Ihre Bemerkung dann: „Wieso, soviel hast du doch gar nicht, musst halt nacheinander alles in der Woche unter bekommen. Und was nicht klappt dann halt nächste Woche. Aber insgesamt bekommt man alles locker hin, bist ja noch jung.“ Na super, diese Sätze hasse ich. Wikipedia sagt die Effizienz steht für u.a. für „Wirtschaftlichkeit, eine optimale Verwendung von Produktionsfaktoren – siehe Pareto-Optimum, ein Maß für den Energieaufwand, das Verhältnis zwischen Nutzenergie und energetischem Aufwand, Wirkungsgrad.“ Ich glaube wir Frauen haben nicht immer den idealen Wirkungsgrad bei optimalem Energieaufwand (nicht alle, aber so allgemein). Wir haben hier einen viel zu sorgfältigen und strengen Ansatz an uns selbst. Ich habe festgestellt, dass Männer oft intuitiv besser delegieren können, eher davon ausgehen, dass Hilfe kommt und die großen Projekte natürlich nicht im Detail selbst ausarbeiten. Beruflich wie privat. Sie sehen alles lockerer und gehen dabei immer noch ein Bierchen trinken. Ja, manchmal wird es dann auch nicht so super, eine Feier organisiert von einem Mann hat dann eben nur den Kasten Bier, das Grillfleisch und Ketchup. Aber wer sagt denn, dass dies im Ergebnis keine tolle Party wird. Müssen nicht immer acht verschiedene Salate gemacht werden. Das wäre dann die berühmte 20/80 Regel. Mit 20% Aufwand 80% Output erreichen. Ein 100% Output erreichen würde ein 100% Aufwand bedeuten und damit im Verhältnis einen geringere Effizienz darstellen. Mein Empfinden: so sind aber eher Frauen unterwegs.

Das selbe bei Bewerbungen. Meine männlichen Freunde schauen sich eine Stellenbeschreibung an, bei der sie 20% schon mal gemacht haben, und 80% können sie sich super vorstellen. Dann wird sich beworben und mit vollem Selbstbewusstsein am ersten Tag den Job gemacht als ob schon immer drauf gehabt. Das weibliche Pendant liest eine Stellenbeschreibung, bei der sie schon zu 90% alles kann und zweifelt an ihrer Qualifikation weil ja noch 10% fehlen – und stellt beim Vorstellungsgespräch wahrscheinlich auch noch ihr Licht unter den Scheffel und plaudert ihre Zweifel aus.

Ich und viele weibliche Bekannte machen uns oft verrückt und wollen alles zu 150% machen. Hier einfach auch nochmal von Siegern lernen ;) egal, ob von Mann oder Frau – ruhig die großen Dinge stemmen, auch mal delegieren oder Hilfe holen und ein völlig ausreichendes Ergebnis wird kommen. Loslassen heißt hier die Devise und sich nicht im Detail verzetteln. Lebenszeit uneffizient einsetzen, muss man nicht.

by Cloe

Ja, manchmal darf man einfach nicht mitspielen. So als Frau. Die Business Regeln sind von Männern gemacht und hier und da ist man einfach ausgeschlossen. Nicht aus Boshaftigkeit, auch hier haben Männer und Frauen das ganze miteinander einfach noch nicht oft genug geübt. Das fängt schon an sich in einer Gruppe zu positionieren, um z.B. das Alpha-Tierchen zu identifizieren, bzw. um die eigene Top-Position zu „battlen“. Für Männer ist das nicht schlimm, in den ersten Minuten eines Meetings fängt hier ein bewusstes wie unbewusstes Positionieren und gegenseitiges abchecken statt – nach Hierarchie, Position und weiteren unbewussten männlichen Bewertungs- und Messkriterien. Die Jungs wissen worum es geht, ich als Frau nicht immer. Unbeholfen Mitmachen hilft da gar nicht, man wird hier als Frau oft nur belächelt, gewisse Kriterien zum Bemessen bringt man scheinbar durch das falsche Geschlecht nicht mit ;) . Außer man ist die Chefin über allen in der Runde, dann steht man ganz oben und kann sich die Positionierung darunter interessiert ansehen. Flapsig mit einem Augenzwinkern gesagt: Männer brauchen das, sonst geht es ihnen nicht gut. Wenn meine Position klar ist und nicht gefährdet, dann schaue ich mir in dieser Zeit nochmal meine Dokumente durch, mache mir Gedanken, wann ich es heute Abend noch zum Sport schaffe oder schreibe geschwind am Rechner meine Einkaufsliste zusammen.

Laut Knigge gelten keine Unterschiede mehr, was leider nicht immer zu spüren ist. Aber: keine Gedanken machen, noch eine Generation und es ist vollends geschafft. Je nach Branche, Firma oder Region gibt es schließlich auch Männer und Frauen, die gemeinsam im „Heute“ des Knigge angekommen sind: Im offiziellen Knigge-Rat heißt es nämlich (http://www.knigge-rat.de/themen_gesellschaft.html):

„Dame und Herr heute: Im Geschäftlichen zählen nicht das Geschlecht, sondern das Wissen, die Erfahrung und die Kompetenz. Mann und Frau richten sich gleichermaßen nach der Hierarchie. Ob Managerin, Abteilungsleiterin oder Sekretärin: Geschlechtsspezifische Sonderbehandlungen, Bevorzugungen und Benachteiligungen sind out.“

„Position und Status beachten: Wichtiger als das Geschlecht sind die Rolle, die Position und der Status, den eine Person inne hat sowie die üblichen Gebote der Höflichkeit: Der Chef wird vor der Sekretärin begrüßt, weil er ranghöher ist. Die Abteilungsleiterin betritt beim Geschäftsessen als erste das Restaurant, weil sie die Gastgeberin ist. Die Marketingassistentin schenkt zuerst dem Web- Designer eine Tasse Kaffee ein, weil er der Kunde und Gast ist. Die Auszubildende hält für den Auszubildenden die Tür auf, der gerade eine Kiste mit Ordnern in den Armen hält.“

„Lediglich, wenn es keine Hierarchie-Unterschiede gibt, ist es nett, der Dame den Vorzug zu geben. Ein Beispiel: Sie treffen eine Projektleiterin und fünf Projektleiter. In diesem Fall ist es höflich, zuerst die Dame zu begrüßen und ihr somit den Vorzug zu geben.“

Dieser letzte Satz bringt es auf den Punkt und zeigt damit die einzigartigen Vorteile als Frau auf – bitte im Gegenzug auch vollständig nutzen. So ist das Gleichgewicht wiederhergestellt und es entsteht kein Frust über Nachteile als Frau im Job. Manchmal ist anders auch besser. Mädels, die Dame in einer Gesellschaft genießt eigene Rechte und Behandlungsvorzüge, dann verhaltet euch auch wie eine Dame. Also, achtet auf eine gepflegtes Äußeres, adrette und vor allem weibliche Business-Kleidung – z.B. ein schickes, gut geschnittenes rotes Businesskostüm fällt auf – hier können die Männer einfach nicht mithalten. Euer Verhalten und Sprache ebenso anpassen. Eine Dame lässt sich die Tür aufmachen und muss nicht die schweren Aktenordner unbedingt alleine über den Flur tragen. Transportiert in ein Meeting – auch hier die Würde und Aufrichtigkeit einer Dame – hier und da gelingt es so besondere Beachtung bei einer Wortmeldung zu bekommen, eine wohlwollendere Behandlung zu genießen und bei Missgeschicken mit mehr Nachsicht belohnt zu werden. Also: Es lohnt sich im Business eine Frau zu sein. Bleibt eine Frau und erlangt durch Kompetenz und Erfolg das Ansehen und die Belohnung, die ihr verdient.

by Cloe

Gehaltsverhandlung. Kann ich nicht so gut. Glaube es liegt an meinen weiblichen Genen, zumindest sind diese bei mir nicht förderlich. Ich fühle mich grundsätzlich wie ein Bittsteller. Aber warum nur? Es gehört zum Spiel dazu. Wer etwas leistet, soll auch sein Gehalt dazu bekommen. Fair enough. Aber freiwillig kommt natürlich kein Vorgesetzter auf einen zu und erwähnt kurz: Ach ja, mal wieder brillante Leistung, die 15.000 Euro on top dieses Jahr habe ich bei der Personalabteilung selbstverständlich schon eingesteuert. Ne, kommt nicht. Bei mir mal wieder Vorgesetztenwechsel, der Neue keine Ahnung von meiner Brillianz und fängt in der Beurteilung von vorne an. Spontan 20 Mitarbeiter dazubekomme, viel mehr Verantwortung, viel mehr Aufgaben, nebenher die Abteilung noch restrukturieren – ist klar – und in der Positionierung nochmal in der wichtigsten und generell gut bezahlten Abteilung gelandet. Grund für eine Gehaltsverhandlung. Ob ich es will oder nicht, ich fühle mich dabei wie ein Amokläufer, der mehr unsicher als sicher in den wildesten Erklärungen das neue Gehalt rechtfertigt. Womöglich den am Abend vorher noch mutigen Plan im Gespräch völlig über den Haufen schmeißt und dann – ganz übel – auch noch mit einer kleineren Zahl als geplant ins Rennen gegangen. Mädels, das klappt nicht. Das riecht der Gegenüber 5 Meter gegen den Wind, dass hier Unsicherheit herrscht. Ist so.

Doch es ist die eigene Unsicherheit, mit der man nur selber kämpft. Sonst keiner. Auch hier gilt die Devise: Von Siegern lernen. Einfach mal bei den Besserverdienern abschauen, mit welcher Haltung diese durch das Business laufen. Man muss es sich selber wert sein. Sonst ist es auch keinem anderen wert. Den eigenen Standpunkt gerne mit Zeit nochmal durchgehen. Beschäftigt euch mit euch selbst. Nehmt euch Zeit eure Position im Unternehmen, eure Ergebnisse im Vergleich zu bewerten, im Selbstmarketing zu beschreiben, neue ambitionierte Ziele zu setzen und dies auch zu kommunizieren. Nichts ist so attraktiv und überzeugend wie ein selbstbewusster Mensch, der weiss was er ist, was er kann und was er wert ist. Oder eben sie.

by Cloe

Ja, ich greife ins Klischee, das schafft wirklich nur eine Frau: Meine Mitarbeiterin, hochintelligent, viel zu schnell, fleißig, irgendwie immer gut drauf und gemäß ihrer Jobanforderung zehnmal besser im Ergebnis als sie müsste. Das klassische fleißige Bienchen, wie man es sich nur wünschen kann. Sicher auch ambitioniert in eigenen Zielen, einfach so liefert sie die Ergebnisse schließlich auch nicht ab. Typ: ewig Studentin mit einem großen Wissensdurst. Möchte gefordert und gefördert werden, legt viel Wert auf Weiterbildung und die ganz großen Projekte, bei denen sie mitgestalten darf. Alles da. Regelmäßige Feedbackgespräche, gemeinsame Kurz-Workshops, um Ergebnisse noch runder zu machen, perfekte Vorabsprachen, um beim großen Auftritt vor dem großen Management zu glänzen.

Nun ein weiteres Feedbackgespräch: “Chefin, also irgendwie passt mir schon seit längerem etwas nicht.” Meine erste Vermutung durch ihre sehr gute Leistung: neben einer Gehaltserhöhung die konkrete Weiterentwicklung zu einer Expertenfunktion oder sogar Führungsfunktion, da ich eine Unterforderung vermute. Ne, Fehlanzeige. Die Dame hat folgende Kritik an mich: „Ich werde viel zu selten von Ihnen kritisiert. Da stimmt doch was nicht“. Damit hatte ich nicht gerechnet. Kurzum: Wenn ein Mann selten kritisiert wird – jetzt mal klischeehaft gedacht – dann ist dies die Bestätigung seiner Genialität und Grund genug für die nächste Gehaltsforderung. Richtig so!  Nicht so bei vielen Damen, die in ihrer Perfektion nach Sicherheit streben. Sicherheit über das was sie tun. Trotz Studium, diversen Trainings herrscht oft die Erwartung an einen absoluten Standard und eigens erarbeitete Ergebnisse werden angezweifelt. Mädels, solange keiner sagt etwas ist nicht gut genug oder läuft schlecht. Dann läuft auch nichts schlecht. Ist so. Hier einfach mal aus der Männerwelt etwas abschauen, es kann viel gelernt werden bei den Jungs! :)

by Cloe

… ist viel zu kurz und zu schön für so eine Scheiße“.

Dieser Satz geht mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf. Eine Teamleiter-Kollegin kam aus einer nicht so gut gelungenen Besprechung, nahm emotional befreit ihre Sachen und machte schlicht früh Feierabend, um das Erlebte zu verarbeiten, vergessen und mit einem schönen Erlebnis in schnellster Zeit zu ersticken. „Shoppen ist jetzt angsagt, kein Frustessen. Wenigstens ein schöner neuer Nagellack.  Denn das Leben ist viel zu kurz und zu schön für so eine Scheiße“. Ich bin immernoch beeindruckt – irgendwie ist das doch fast eine Lebensphilosophie :) .

by Cloe

Seine Mitarbeiter zum Erfolg bringen, ist nicht einfach. Hier die 3er Kombi, die es regelmäßig zu überprüfen gilt: Können x Wollen x Dürfen. Der Mitarbeiter muss die Kompetenz haben und sein Werkzeug beherrschen, um eine Aufgabe inhaltlich fachlich perfekt lösen zu können. Soviel zum Können. Gibt es hier Defizite, heißt es Schulen oder weiter an der Seite eines Profis Erfahrungen sammeln. Das Wollen liegt am Mitarbeiter, Motivation von Außen hat hier seine Grenzen. „Energize your people“ heißt hier das Schlagwort. Ist der Mitarbeiter aber intrinsisch (also innen drin) so gar nicht motiviert, hat jede extrinsische (also von außen kommende) Motivation seine Grenzen. Will der Mitarbeiter nicht, kann man wenig machen. Das Dürfen ist der letzte Punkt. Gibt der Vorgesetzte nicht das Go, hindert er seine Mitarbeiter an der Ausübung oder gibt es gar unternehmensbezogene Rahmenbedingungen, dass gar keine Stellen, Vollmachten oder Möglichkeiten zur Umsetzung der Herausforderung gegeben sind, ist es mit dem maximalen Erfolg vorbei.

Frauen sagt man nach, mit sich und dem „Wollen“ zu hadern. Will ich Karriere machen? Will ich im Haifischbecken mitmachen? Will ich überhaupt den „Schweren“ Weg gehen? Will ich das tolle Projekt mit voller Verantwortung stemmen? „Können“ tun viele ihr Handwerkt. Und besonders die Frauen sind oft strenger mit sich, ob Ihnen nicht doch noch etwas fehlt. Männer sind hier schneller von sich überzeugt. Das Wollen ist bei Männern ebenfalls weniger ein Thema. Beide Geschlechter kämpfen eher um das „Dürfen“. Sind Stellen, Positionen überhaupt frei, gibt es Unterstützung seitens Vorgesetzten, Top Management und Mentoren? Dann ist der Weg frei. Mädels, hadert nicht so viel. Machen. Ihr habt es drauf. Stellt euch über die ersten zwei Determinanten des Wollen und Können nicht selber das Bein. Und beim Dürfen die Vollmachten regelmäßig einfordern. Wer will, bekommt.